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16. Spieltag FCK 0 - 0 FC Erzgebirge Aue Spielbericht
Ein verschwendeter Nachmittag

Ein verschwendeter Nachmittag

 

11.12.2016 - 13:30 Uhr

Ist das Glas halbleer oder halbvoll? Für DBB-Autor Dominic Bold lautet die Erkenntnis nach der dritten Lautrer Nullnummer in Folge: Das Glas hat ein Loch.

Wir kennen das mit dem Glas, das je nach Blickwinkel halbvoll oder halbleer ist. Bis Samstag, 13:00 Uhr, gab es zur Beschreibung der Lage beim 1. FC Kaiserslautern nach zuletzt drei Unentschieden für beide Perspektiven gute Argumente. Um 14:50 Uhr, nach der trostlosen Nullnummer gegen Erzgebirge Aue, ist das Glas nicht halbleer, nein, es hat ein Loch. Und wenn dieses Loch nicht schnell gestopft wird, wird der scheinbar komfortable Abstand zur Abstiegszone schmelzen.

Die Veränderungen in der „Serienelf“ waren nach den drei Unentschieden keine Überraschung mehr. Theoretisch versprachen der Einsatz von Jacques Zoua für Lukas Görtler (Oberschenkelverletzung) und Daniel Halfar für Naser Aliji mehr Offensive und wenn es einen Gegner gab, gegen den der krankheitsbedingte Ausfall von Ewerton defensiv zu verkraften war, dann doch hoffentlich Aue.

Arbeitslose Torhüter

Die letzte Hypothese war dann auch die einzige, die bestätigt wurde, wobei ein Distanzschuss von Clemens Fandrich (12.) der einzige klare Torabschluss war, den ein Torhüter an diesem Nachmittag zu parieren hatte, was Julian Pollersbeck vor keine ernstzunehmenden Probleme stellte.

Der Tätigkeitsbericht seines Gegenübers Daniel Haas umfasst abgesehen von Abschlägen immerhin die Abwehr einer Kopfball-Bogenlampe von Robin Koch zur Ecke (23.). Ansonsten brachten die Lautrer in 90 Minuten keinen einzigen Ball aufs gegnerische Tor. Wer möchte, darf einen Ball, der Jacques Zoua an den Kopf flog (Halbzeit 1) und einen Schuss von Osayamen Osawe zu Beginn der zweiten Halbzeit als „Chancen“ verbuchen. Das Gesamturteil über die Offensivleistung des FCK an diesem Nachmittag, inklusive der Standards, ist so oder so einhellig: 6 minus.

Lustige Hüte und ein falscher Platzverweis

Wenn es überhaupt etwas Erwähnenswertes gab, dann lag dies größtenteils im nicht-sportlichen Bereich: Das „You'll never walk alone“ vor Anpfiff in der Westkurve wirkte diesmal trotz geringer Zuschauerzahl (21.463) besonders prächtig. Im sonnigen Gästeblock sorgten die 400 mitgereisten Wismut-Fans mit ihrer Mottofahrt „Lustige Hüte“ zumindest für ein paar Schmunzler. Und den „Höhepunkt“ des Tages hatte gar Schiedsrichter Benjamin Brand auf seiner Seite, der Aues Cebio Soukou mit Gelb-Rot vom Platz schickte (43.), diese Entscheidung aber umgehend wieder zurückziehen musste – denn der Spieler hatte noch gar nicht Gelb gesehen.

Ansonsten war das letzte Heimspiel des Jahres 2016 von purer Langeweile geprägt. Das Argument, es nicht besser zu können, hat die FCK-Mannschaft bereits vor wenigen Wochen widerlegt. Und die Ausrede, gegen eine zehnköpfige Abwehr anlaufen zu müssen, ist eben nur eine Ausrede, wenn die zur Verfügung stehende Breite des Platzes nicht ansatzweise genutzt wird, wenn der Ball in einem Tempo läuft, das kaum einen Oberligisten in Bedrängnis bringen würde und wenn sich jeder rote Mittelfeldspieler hinter seinem Gegner versteckt, sobald er Gefahr läuft, angespielt zu werden. Die vermeintlichen Häuptlinge Christoph Moritz, Zoltan Stieber und Daniel Halfar kniffen und nur weil die „Indianer“ Phillipp Mwene, Robin Koch oder Julian Pollersbeck ihren Job zuverlässig erledigten, bleibt wenigstens ein Punkt hängen – ansonsten nur Frust.

Mutlos im Niemandsland

Dem FCK fehlte gegen Aue alles, um wie versprochen „Vollgas“ zu geben: die Laufbereitschaft, der Mut, der Glaube an die eigene Stärke. Die Körpersprache dieser Elf verriet eine Unsicherheit, die man sich nach sechs Spielen ohne Niederlage, im Niemandsland der Tabelle, eigentlich nicht erklären kann. Und aus Sicht des FCK: nicht leisten kann.

Wieso auf den vielversprechenden Zwischenspurt der jähe Rückfall in überwunden geglaubte Muster folgte, ist rätselhaft. Klar ist nur: auf diese Weise macht sich der FCK denkbar unattraktiv für alle Zielgruppen, auf die er zum Überleben angewiesen ist: Fans, Sponsoren und Spieler. Um sie zu behalten oder neu zu gewinnen, muss ich als mittelmäßiger Zweitligist wenigstens das Versprechen auf eine bessere Zukunft geben. Stattdessen steht seit gestern wieder vieles in Frage. Selbst ein Sieg zum Jahresabschluss in Nürnberg würde die Stimmung rund um den „Betze“ kaum heben. Denn wenn es in dieser Saison ein übergeordnetes Ziel gibt, dann lautet dies, den Besuch eines Heimspiels wieder zu einem lohnenden Erlebnis zu machen. Gestern war es ein verschwendeter Nachmittag.

 
15. Spieltag FC St. Pauli 0 - 0 FCK Spielbericht
Null Null nervt

Null Null nervt

 

03.12.2016 - 17:00 Uhr

Wieder nur Remis: Auf drei Siege am Stück lässt der FCK drei Unentschieden folgen. Und mit dem 0:0 bei Schlusslicht St. Pauli können die Roten Teufel sich sogar noch glücklich schätzen – trotz eines verschossenen Elfmeters.

 

„Avanti Dilettanti“ prangte auf großen Lettern vor der heimischen Südkurve. Mit diesem vielsagenden Slogan appellierten die die Fans des FC St. Pauli an ihre Mannschaft, die zuletzt vor allem durch Eigentore und Elfmetergeschenke aufgefallen war. Und tatsächlich merkte man den Kiezkickern in der Anfangsphase des Heimspiels gegen den 1. FC Kaiserslautern ihre große Nervosität an, die Angst vor dem erneuten Versagen – nur konnten die Roten Teufel daraus keinen Ertrag schlagen.

Etwa 2.500 Fans begleiteten ihren FCK ins mit 29.037 Zuschauern fast ausverkaufte Millerntor-Stadion und sorgten vor dem Anpfiff für den ersten optischen Akzent: Untermalt von glitzernden Fahnen in rot und silber sowie ein paar Blinkern wurden unter dem Flutlicht vom Millerntor der „1. FC Kaiserslautern e.V.“ und seine Titeljahre „1951, 1953, 1990, 1991, 1996, 1998“ hochleben gelassen. Auf der Gegenseite stimmten sich die Heimfans unter den bekannten Klängen von „Hells Bells“ auf die bevorstehende Fußballschlacht ein.

Die erstligareifen Rahmenbedingungen konnten die beiden Mannschaften jedoch nicht bestätigen. Der seit fünf Spielen unbesiegte FCK fand kein Durchkommen gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten, der sogar deutlich die bessere Mannschaft war. Mal rettete die Latte die Roten Teufel, dann der Pfosten oder ein (berechtigter) Abseitspfiff. Auch Julian Pollersbeck im Lautrer Tor wurde mehrfach zu Paraden gezwungen. Am Ende war es ein glücklicher Punktgewinn für den FCK.

Stieber vergibt die große Siegchance

Dabei gab es sogar die ganz große Chance auf den Auswärtssieg: Nach einer halben Stunde war Sören Gonther mit weitem Anlauf in Marcel Gaus gerauscht und der Schiedsrichter hatte sofort auf Elfmeter entschieden. Vor der Ausführung folgte jedoch eine kuriose Szene, denn der gar nicht an der Situation beteiligte Keeper Robin Himmelmann hatte sich verletzt und musste gegen seinen Ersatzmann Philipp Heerwagen ausgetauscht werden. Diese ganze Chose nahm fünf Minuten in Anspruch, in denen Lauterns Elfmeterschütze Zoltan Stieber den Ball schon auf den Punkt gelegt hatte und Auge in Auge mit der Sankt-Pauli-Kurve bereitstand. Nach gefühlt ewiger Wartezeit war es dann endlich soweit: Stieber lief an, schoss den Ball halbhoch rechts, Heerwagen machte sich lang – und das Leder flog am Tor vorbei (32.). Verschossen! Dahin war die große Chance für den FCK. Spekulativ bleibt, ob sich der Tabellenletzte von diesem Nackenschlag noch mal erholt hätte.

Den mitgereisten FCK-Fans blieb somit nur, das Beste aus der Situation zu machen. Trotz der zweiten Nullnummer in Folge wurde es im Gästeblock immer mal wieder laut, jedoch konnten sich die Lautrer Schlachtenbummler bei nordischer Kälte kaum gegen die zahlenmäßig überlegenen Heimfans durchsetzen. Wobei auch auf den Rängen von St. Pauli die bedrückende sportliche Situation spürbar war und nur selten das ganze Stadion mitzog.

Tayfun Korkut blieb am Ende nichts anderes übrig, als sich mit dem Unentschieden zufrieden zu zeigen: „Wir können mit dem Punkt leben, das muss ich so deutlich sagen.“ Besonders glücklich wirkte der FCK-Trainer bei dieser Aussage nicht – verständlicherweise. Zum dritten Mal in Folge gab es gegen eine schlechter platzierte Mannschaft nur ein Unentschieden. Erstmals seit anderthalb Monaten wäre sogar eine Niederlage verdient gewesen. Kapitän Christoph Moritz attestierte knallhart: „Das war eines unserer schlechtesten Spiele.“

St. Paulis Trainer-Weise Ewald Lienen sah es positiv und blickte mit einem Augenzwinkern auf die Elfmeterszene zurück: „Der Herbie [Heerwagen] musste alle Kräfte aufbringen, um so zu tun, als ob er cool wäre, damit der Stieber nervös wird. Und das hat offensichtlich geklappt“

Nur zehn Tore in 15 Spielen

Das Defizit des FCK bleibt die Torarmut. Die Zwischenbilanz als zweitbeste Defensive der Liga (13 Gegentore) ist natürlich sehr positiv zu bewerten, wird aber durch den Gegenwert als zweitschlechteste Offensive (zehn eigene Tore) deutlich getrübt. Wie schon am Wochenende zuvor gegen Karlsruhe wurde deutlich, dass zum Beispiel aus Standardsituationen zu wenig gemacht wird. Aber auch aus dem Spiel heraus kam an diesem Freitagabend nicht viel, daran änderten auch die offensiven Einwechslungen mit Daniel Halfar und Jacques Zoua nichts.

Den meisten FCK-Fans blieb immerhin noch ein gemütlicher Freitagabend auf der Reeperbahn und dem Dom, während die Mannschaft sich mit dem Bus auf die 600 Kilometer weite Heimreise nach Kaiserslautern machte. Für die zwei verbleibenden Spiele bis zur Winterpause – zuhause gegen Aue und auswärts in Nürnberg – gab Tayfun Korkut nochmals sein schon zuvor formuliertes Ziel aus: „20 Punkte plus X.“ Und noch ein paar Tore, möchte man anfügen.

 
14. Spieltag FCK 0 - 0 Karlsruher SC Spielbericht
Torlos, glanzlos, aber nicht ohne Spannung

Torlos, glanzlos, aber nicht ohne Spannung

 

27.11.2016 - 22:00 Uhr

1. FC Kaiserslautern gegen Karlsruher SC. Ein Duell, das auf den Rängen die Stimmbänder strapaziert und auf dem Platz die Rudelbildung pflegt. Natürlich muss auch die Polizei ran, wenn die blau-weißen Gelbfüßler sich über den Rhein hinweg Richtung rot-weiß-roten Westen bewegen. Doch der Fuhrpark der Grünen mitsamt Wasserwerfer – dieses mal ging es ohne Hubschrauber – war ähnlich nachhaltig, wie der einzige Torujubel des Tages, findet DBB-Autor Toco.

Zwar hat man sich inzwischen an die bescheidenen Anstoßzeiten der zweiten Liga gewöhnt, doch für zahlreiche Fans der Roten Teufel begann der erste Adventssonntag noch früher als sonst. Mit einem Bannermarsch ging es kollektiv vom Stiftsplatz hinauf zum Fritz-Walter-Stadion. Flankiert von Pyrotechnik und lautem Gesang bahnten sich etwa tausend FCK-Fans den Weg quer durch die Innenstadt auf den Betze.

Zur Schalparade mit einem lauten "You‘ll never walk alone" standen dann alle an ihrem Platz und auch die Mannschaften marschierten pünktlich hinter dem Schiedsrichtergespann auf den Rasen. In der nun ebenfalls gefüllten Ostkurve stieg massig weißer Rauch auf, zusätzlich wurde eine Batterie von Feuerwerkskörpern gen Himmel abgefeuert. Die drei Punkte sucht der Anhang aus Baden, der mangels wehender Fahnen nicht einmal mit selbigen untergehen konnte, allerdings noch immer vergebens und auch die Zaunfahne mit der Aufschrift "Gegen Kollektivstrafen" werden die Karlsruher sicher bald wieder aufhängen dürfen.

Von Anpfiff an nahmen die Roten Teufel das Heft des Handelns in die Hand. Während es die Gäste aus Baden in einigen Situationen mit der leidenden Rolle seitwärts auf dem Rasen übertrieben, strebten die Männer in Rot in sehenswerten Spielzügen in Richtung Tor. Es blieb leider bei gefährlichen Hereingaben und erfolglosen Torschüssen. Das machte schon nach fünf Minuten Marcel Gaus deutlich klar, der von Phillipp Mwene hervorragend in Szene gesetzt wurde und dann vor dem leerstehenden Tor am Ball vorbei trat.

Mangelnder Zuschauerzuspruch und fehlende Tore

Einmal mehr zeigt sich, wie sehr die zweite Liga an die Substanz geht. Das traditionsreiche Duell des Vereins der Pfalz gegen die Badener lockte in seiner insgesamt 58. Auflage gerade mal 28.487 Zuschauer ins Stadion, darunter 2.500 gegnerische Fans (2015/16 waren es noch 30.839, inklusive 4.000 Karlsruher). Der Gästeblock blieb somit leerer als erwartet und auch optisch relativ blass. Wo schon um Meisterschaften oder Pokale gerungen wurde, wo die Westkurve anlässlich dieses Kräftemessens prächtige Choreos präsentierte, da fehlten am 14. Spieltag der Saison 2016/17 neben dem Zuschauerzuspruch der letzte Biss, das nötige Fortune und auch noch das eine Tor.

Dabei zappelte der Ball in der 62. Minute schon im Netz. FCK-Coach Tayfun Korkut hatte kurz davor seine bewährte Stammformation (bereits zum fünften mal ging die identische Startelf ins Spiel) aufgelöst und Jacques Zoua für Naser Aliji eingewechselt, und ausgerechnet dieser köpfte erfolgreich einen Stieber-Freistoß in die Maschen. Doch Schiedsrichter Günter Perl monierte per Pfeife den im Abseits befindlichen Osayamen Osawe und machte die Führung der Roten Teufel zunichte – eine sehr fragwürdige Entscheidung! Unzählige Becher Bier benetzten völlig umsonst die Westkurve, aber immerhin verschwand mit dieser Situation eine seltsame lähmende Lethargie bei den Fans der Roten Teufel. Bis dahin hielt sich auch die Stimmung leider in Grenzen. Zwei- oder dreimal schwappte ein Fangesang aus der Kurve Richtung Podest und zurück, die restliche Zeit verging mit etwas spielbezogener Unterstützung und meistens dirigiert vom Vorsänger. Auch mit den Fans auf der Südtribüne gab es am Anfang der Partie nur einen lauten Wechselgesang. Am lautesten wurde es in beiden Kurven, wenn gegen den Gegner gepöbelt wurde.

Unbeirrt, aber ohne Erfolg

Der unglückliche Abseitspfiff ließ die Mannschaft aus Kaiserslautern jedoch nicht verzweifeln. Mit einer Ausnahme hielten die Roten Teufel die Karlsruher anschließend vom eigenen Tor fern und bauten unbeirrt, wenn auch manchmal etwas unbeholfen, den Druck in Richtung Westkurve auf. Der erfolgreiche Abschluss sollte und wollte jedoch nicht mehr folgen.

Erneut gelang es den Roten Teufeln, im Heimspiel den Kasten sauber zu halten, zum fünften Mal in Folge (Vereinsrekord!). Die Belohnung auf der gegenüberliegenden Seite blieb aber leider aus. Die zweite Derby-Nullnummer auf dem Betze nach 2015/16, insgesamt sogar das dritte 0:0 in den letzten vier Duellen. Doch die Stabilität der Lautrer und die kommenden Gegner halten die Spannung aufrecht. Die vergebenen Siege gegen München und Karlsruhe können gegen St. Pauli und Aue zwar nicht nachgeholt, aber doch zumindest weniger schmerzlich gemacht werden. Mit acht Punkten hinter Platz 3 und sechs Punkten vor Platz 16 stehen die Roten Teufel momentan jenseits von Gut und Böse.

Meine Teufel des Tages: Keine Choreo in der West, aber ein Plakat der Teufelsbande in der Ostkurve. Die Marschrichtung stimmte auch dort: "Auf zum Derbysieg". 2017 holen die Roten Teufel das Ganze dann hoffentlich nach.

Was sonst noch auffiel: Vor dem Anpfiff erinnerte Stadionsprecher Horst Schömbs an Hans-Günter Neues, der nach schwerer Krankheit die Hölle Betzenberg gegen den Himmel tauschte. Die Schweigeminute gipfelte in einem lauten Applaus im Stadion für den Ex-Kapitän der Roten Teufel. Unvergessen, Hans-Günter.

 
13. Spieltag TSV 1860 München 1- 1 FCK Spielbericht
Ein Punkt, der nun veredelt werden kann

Ein Punkt, der nun veredelt werden kann

 

22.11.2016 - 13:48 Uhr

Am Montagabend wäre für den FCK mehr drin gewesen als nur ein Punkt bei 1860. Trotzdem können die Lautrer mit dem Remis besser leben, als es noch vor Kurzem der Fall gewesen wäre. Der Blick richtete sich ohnehin schon während des Spiels nach vorne.

 

Es war eine seltsame Atmosphäre, die sich in der mal wieder gähnend leeren Münchner Arena (offizielle Zuschauerzahl: 17.600) zwischen der 60. und 85. Minute breitmachte. Während der 1. FC Kaiserslautern auf dem Platz das Spiel zwar dominierte, aber in dieser Spielphase kaum Torchancen generierte, stimmten Teile der rund 1.200 Gästefans den einen oder anderen Schmähgesang in Richtung des kommenden Derbygegners aus Karlsruhe an.

Auf der Gegenseite, in der Heimkurve des TSV 1860 München, machte sich nach einem zu Beginn noch halbwegs vorhandenen Support für die eigene Mannschaft und einzelnen "Scheiß FC Bayern"-Wechselgesängen mit den FCK-Fans zusehends Unmut breit, der sich vor allem an Cheftrainer Kosta Runjaic festmachte. Es schien, als hätten sich beide Seiten früh mit der Punkteteilung zufriedengegeben. Die Stimmung auf Lautrer Seite dürfte allerdings deutlich besser sein als bei den Sechzgern. Das gegen Ende der Partie deutlich vernehmbare "Kosta raus" zeugte nämlich von der x-ten Krise bei "Münchens großer Liebe".

Traurig, aber wahr: 1860 als mahnendes Beispiel für den FCK

Ohnehin entwickeln sich Reisen zu den Weiß-Blauen mittlerweile zu einem echten, abstoßenden Anschauungsunterricht, welche Entwicklung der FCK hoffentlich niemals nehmen wird. Denn bei den Löwen ist das graue Riesenstadion noch leerer, der Zuschauerschwund noch eklatanter, die Stimmung nach dem Rückzug der "Giasinga Buam" nochmals gespenstischer, die sportliche Misere noch andauernder und die Vereinspolitik, vor allem wegen Investor Hasan Ismaik, noch verworrener. Die Entlassung von Kosta Runjaic, der sich am Montagabend zunächst noch kämpferisch-optimistisch gegeben hatte, ist nur ein weiteres Kapitel in der schier endlosen Horrorshow der Giesinger: Sportdirektor Thomas Eichin wurde von Ismaiks Truppe gar nicht mehr gefragt und soll selbst vor der Entlassung stehen.

Dabei hatten die Löwen gegen den FCK zunächst deutlich besser ins Spiel gefunden und die Korkut-Elf in den ersten 20 Minuten ordentlich unter Druck gesetzt. Nicht unverdient waren die Münchner nach neun Minuten durch Ivica Olic in Führung gegangen, drängten danach auf das zweite Tor – wäre nicht Julian Pollersbeck im Weg gestanden, der Olic‘ zweiten Versuch bärenstark und unter lautem Jubel des FCK-Anhangs abwehrte. "Ich habe geguckt, was er macht und dann versucht zu reagieren. Das ist dann ganz glücklich gelaufen", sagte der gebürtige Oberbayer nach der Partie.

Nach diesem Doppel-Schock legten die Roten Teufel endlich los, unterstützt von den gut aufgelegten mitgereisten Fans, die sich hinter dem breiten "We don’t like Mondays"-Banner im Gästeblock versammelt hatten. Ihre Anfeuerungsrufe zeigten Wirkung, mehr und mehr kam der FCK nun in Tritt. "Die Brust ist breiter geworden, nach den letzten Spielen. Vor fünf, sechs Wochen weiß ich nicht, ob wir nach einem 0:1 in München weiter so den Ball laufen gelassen und die Ruhe bewahrt hätten. Wir haben ordentlich gespielt", erklärte Christoph Moritz, der kurz vor der Pause den 1:1-Ausgleich durch Zoltan Stieber vorbereitet hatte.

Osawe und Zoua haben den Siegtreffer auf dem Fuß

"Das hatten wir oft im Training geübt. Das war ein super Ball von Christoph. Ich glaube, es war ein schönes Tor", sagte der Ungar nach dem Spiel grinsend. Er sicherte seinen Farben damit einen unter dem Strich verdienten Punkt. Mit etwas mehr Glück und mehr Durchsetzungskraft wäre sogar der vierte Sieg in Folge drin gewesen. Doch Osayamen Osawe und der eingewechselte Jacques Zoua ließen in der Schlussphase zwei große Chancen ungenutzt. So ganz zufrieden zeigte sich Tayfun Korkut nach dem Spiel deshalb nicht, auch wenn er betonte, dass man mit einem Punkt leben könne – der nun aber im Derby veredelt werden müsse.

Zum gleichen Urteil kam man auch im Gästeblock, der die Mannschaft mit Applaus verabschiedete und wie schon während des Spiels auf das kommende Südwest-Derby gegen den KSC (Sonntag, 13:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) einstimmte. Dass die Botschaft angekommen war, bewies Marcel Gaus. "Da ist alles gesagt. Ich weiß, was es für die Fans bedeutet. Ich bin jetzt keiner der große Reden schwingt, sondern wichtig ist, dass wir auf dem Platz Gas geben", kündigte der Außenbahnspieler an.

Mein Teufel des Tages: Zoltan Stieber hätte sich den Titel verdient, aber auch sein Vorlagengeber Christoph Moritz erwischte einen guten Tag. Doch mein Spieler des Spiels ist Julian Pollersbeck, der sein Team nicht nur im ersten Durchgang im Spiel hielt, sondern auch im weiteren Verlauf immer zur Stelle war.

Was sonst noch auffiel: Daniel Halfar ist zurück! "Eine Verletzungspause ist immer scheiße. Es freut mich umso mehr, dass ich heute wieder spielen durfte. Das ist mit das schönste Gefühl", sagte er. Dass der FCK-Kapitän allerdings nicht gleich in die Startelf rückte, sich hinten anstellen musste und erst im zweiten Durchgang eingewechselt wurde, ist auch ein Beweis für den mittlerweile stabilisierten FCK. "Die Luft wird dünner bei uns. Jeder muss sich strecken, dass er am Ende auf dem Platz steht", sagte Christoph Moritz über das Comeback des 28-Jährigen. "Wir haben jetzt oft mit der gleichen Aufstellung gespielt, trotzdem kann keiner sicher sein, dass er auf dem Platz steht."

 
FCK News Aktuell 21.11.2016

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