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3. Spieltag Fortuna Düsseldorf 2 - 0 FCK Spielbericht
Auf der Suche nach der sorgenfreien Saison

Auf der Suche nach der sorgenfreien Saison

 

19.08.2017 - 22:00 Uhr

Der 1. FC Kaiserslautern bleibt auch am 3. Spieltag sieglos und offenbart defensiv wie offensiv schmerzliche Fehler. Die Geduld der Fans droht eine weitere Saison auf die Probe gestellt zu werden.

 

Eine "sorgenfreie Saison" hatten die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern vor der Saison als bescheidenes Ziel ausgegeben. Nach drei Liga-Spielen allerdings graben sich mal wieder tiefe Sorgenfalten in die Gesichter derjenigen, die es mit den Roten Teufeln vom Betzenberg halten. Auch im Gastspiel bei Fortuna Düsseldorf gab es für den FCK keine drei Punkte zu bejubeln, stattdessen musste mal wieder eine große Portion Frust und Enttäuschung verdaut werden.

Dabei hatte doch - wie so oft - alles ganz hoffnungsfroh begonnen: Knapp 2.000 FCK-Fans hatten sich auf den Weg in den Düsseldorfer Norden gemacht, dort wo das Stadion der Fortuna zwischen Rhein und Flughafen liegt. Optisch und atmosphärisch allerdings offenbarte der Gästeblock zu Beginn Lücken. Der Grund: Die Ultras und weitere Fangruppen waren mit ihrer Regionalbahn in Bonn gestrandet, kamen deshalb erst 20 Minuten nach dem Anpfiff ins Stadion.

Kaiserslautern spielt am Anfang gefällig mit

Dort postierte sich ein stimmgewaltiger Kern wie vom neuen FCK-Fanbündnis angekündigt im Oberrang des Gästebereichs und kurbelte nun mit "Hurra, hurra, die Lautrer die sind da" den Support kräftig an. Spätestens jetzt waren die Pfälzer auch deutlich auf der Gegenseite vernehmbar. Verpasst hatten sie den dortigen Protest der Heimfans gegen den Deutschen Fußball-Bund beim Anpfiff, der im schon aus anderen Stadien bekannten "Scheiß DFB"-Wechselgesang mündete.

Dieser allerdings hielt nur kurz an, schließlich fand auch ein Fußballspiel statt, das die Aufmerksamkeit der insgesamt 25.557 Zuschauer auf sich zog. Dabei spielte der FCK vor allem in den Anfangsminuten gefällig mit, kam zu mehreren Chancen und Torannäherungen, ein Treffer gelang ihm aber nicht.

Müller: "Wir müssen mal eine Hütte machen"

"Wir haben eine gute erste Hälfte hingelegt, bekommen es aber einfach nicht gebacken, mal eine Hütte zu machen und uns zu belohnen", ärgerte sich Torhüter Marius Müller. Immerhin hielt die Hintermannschaft der Gäste dicht - bis kurz vor dem Pausenpfiff. Gleich mehrmals klärten die Roten Teufel den Ball nur unzureichend, am Ende ließ Phillipp Mwene, der aber auch zwei Gegenspieler alleine decken musste, Lukas Schmitz unbedrängt flanken. Ihlas Bebou, an dem Robin Koch quasi abprallte, bedankte sich und köpfte zum 1:0 ein (43.). Eine Szene, die die Halbzeit-Bratwurst im Gästeblock schlecht schmecken ließ.

Nach dem Seitenwechsel holte die organisierte Fanszene auf Lautrer Seite ihre Protestbekundungen gegen den DFB nach. Über deren Auslöser und Ziele wurden die mitgereisten FCK-Fans mit einem ausführlichen Flugblatt aufgeklärt ("Wie ihr seht, geht es uns um mehr als um das Thema Pyrotechnik"). Doch auch hier richtete sich der Fokus kurz danach wieder auf das Spiel. Mut hatte ja immerhin der über weite Strecken ordentliche Auftritt im ersten Durchgang gemacht.

Doch genau an diesen konnten die Lautrer nicht mehr anknüpfen. Fahrig, ideen- und irgendwann regelrecht saftlos wirkten die Offensivbemühungen der Meier-Elf. Vorne verkörperte Osayamen Osawe die komplette Hilflosigkeit. Der Stürmer zog zwar ab und an das Tempo an, doch immer wieder verstolperte der Engländer den Ball oder ließ sich von seinen Gegenspielern abkochen (Zweikampfquote: 38 Prozent). Erst als Norbert Meier Gervane Kastaneer ins Spiel schickte, kam noch einmal etwas Bewegung in die Vordermannschaft, von wirklicher Durchschlagskraft waren die Gäste aber auch im zweiten Durchgang meilenweit entfernt. "Es hat die Präsenz nach vorne gefehlt: Die Bälle festmachen, so dass wir nachrücken können", analysierte Benjamin Kessel.

So folgte der Spielverlauf dem gefühlt schon tausendfach gesehenem Muster: Der FCK rannte an, aber ohne spürbaren Effekt. Der Gegner nutzte die Räume und legte das zweite Tor nach. Florian Neuhaus erzielte den sehenswerten zweiten Treffer der Hausherren, bekam allerdings im Zentrum auch sträflich viel Platz und Zeit gelassen, ehe er formvollendet in den linken Winkel schoss (75.). Bemerkenswert: In der Nachspielzeit wagte Stipe Vucur ein ähnliches Solo wie Neuhaus, wurde aber im Gegensatz zum Fortuna-Mann von André Hoffmann rechtzeitig mit einem taktischen Foul gebremst. Kleinigkeiten und vermeintliche Randszenen, die Spiele am Ende entscheiden.

Sorgenfreie Saison? Meier: "Es ist ein weiter Weg"

Norbert Meier würde wohl wie schon mehrfach auf den Lernprozess sein junger Mannschaft verweisen. Daniel Halfar bekräftigte ebenfalls erneut, dass das Team noch in der Findungsphase sei. Die "Wir wollen euch kämpfen sehen"-Gesänge von einigen der 2.000 mitgereisten FCK-Fans stießen dem Kapitän deshalb besonders bitter auf, weshalb er seine Mitspieler auch nach dem Schlusspfiff aktiv vom Gästeblock wegdirigierte und einmal mehr Geduld und Geschlossenheit einforderte.

Aber: Dem FCK läuft die Zeit weg, meint er es mit der "sorgenfreien Saison" ernst. Viele Spiele wie in Düsseldorf dürfen nicht mehr dazukommen, soll es am Ende nicht um das blanke Überleben gehen, schweres Auftaktprogramm hin oder her. "Es ist ein weiter Weg", sagte Meier. Torhüter Müller fasste dagegen zusammen: "Du hast in der zweiten Liga keine Zeit. Da müssen wir einfach schauen, dass wir zu Hause gegen Braunschweig irgendwie mal ein, zwei Dinger schießen."

 
2. Spieltag FCK 1 - 1 Darmstadt 98 Spielbericht
Ein Punkt zum Aufbauen

Ein Punkt zum Aufbauen

 

05.08.2017 - 14:30 Uhr

Der 1. FC Kaiserslautern holt im Heimspiel gegen Darmstadt 98 einen Punkt. Eigentlich zu wenig, doch immerhin stimmten wieder Einstellung, Wille und Zusammenhalt. Auf das Remis lässt sich vor allem deshalb aufbauen.

 

Als gar nichts mehr ging, ließ sich Daniel Halfar einfach fallen. Von Krämpfen geschüttelt, lag Lauterns Kapitän zehn Minuten vor Schluss auf dem Rasen im Fritz-Walter-Stadion und konnte keinen Schritt mehr machen. 90 Minuten lang hatten er und seine Kollegen Wiedergutmachung für die bittere 0:3-Niederlage in Nürnberg üben wollen. 70 Minuten lang war ihnen das auch überzeugend gelungen. Von der ersten Sekunde an warfen sich die Roten Teufel gegen die Darmstädter Lilien mit Leidenschaft und Entschlossenheit in die Zweikämpfe - und machten damit das Versprechen von Cheftrainer Norbert Meier nach dem letzten Heimspiel wahr: Der heimische Platz solle zukünftig "umgegraben" werden.

Das erste, frühe Zeichen, in welche Richtung die Partie laufen sollte, setzte Vorkämpfer Halfar höchstselbst: Nach vier Minuten rasierte er seinen Gegenspieler an der Mittellinie mit einer eingesprungenen Grätsche derart rüde ab, dass die folgende Gelbe Karte schon rötlich schimmerte. Das Einsteigen hatte aber Signalwirkung. Der FCK wollte keine Zweifel lassen, wer auf Deutschlands höchstem Fußballberg der Herr im Hause ist. Und das kam an: Ein Großteil der 30.786 Zuschauer feuerte seine Mannschaft an, der gegnerische Torwart wurde von Spielern und Fans sichtlich nervös gemacht, auch auf Süd- und Nordtribüne war zeitweise Stehplatz-Atmosphäre angesagt. Die Stimmung dürfte zu den Höhepunkten der vergangenen Monate zählen.

Kein guter Start: Große Probleme mit Tickets und Bezahlkarten

Dabei hatte der Tag mit keinen guten Vorzeichen begonnen: An fast allen Stadioneingängen bildeten sich lange Schlangen. Tickets funktionierten nicht, abholbereite Dauerkarten waren nicht auffindbar und das Bezahlkarten-System zickte herum: Kein guter Start in die Heimspiel-Saison. Das Chaos hatte zwischenzeitlich solche Ausmaße angenommen, dass der FCK noch am späten Freitagabend ein "dickes Sorry" an seine Fans schickte und Besserung versprach. Hinzu kamen auch noch langwierige Polizei-Sperrungen am Elf-Freunde-Kreisel, aufgrund derer die Fans große Umwege oder lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten - verpasste Zugverbindungen für manchen inklusive.

Die Rahmenbedingungen verhießen also nicht gerade Gutes - doch der Fight der Mannschaft entschädigte die Lautrer Anhänger schnell. Noch vor dem Anpfiff - und auch während des ganzen Spiels - bekam einer besonders viel Aufmerksamkeit und Anfeuerung: Torhüter Marius Müller, der nach dem Schlusspfiff voll des Lobes für die FCK-Fans war. "Schon während dem Spiel habe ich ihnen mehrmals gedankt, aber das haben sie natürlich nicht gehört", grinste der Keeper.

Kein Wunder: Denn vor allem die Westkurve machte ordentlich Alarm und peitschte ihre Männer in Rot nach vorne. Der Höhepunkt war noch vor dem Pausenpfiff gekommen und wieder stand Halfar im Mittelpunkt: Einwurf von rechts, Mads Albaek ging dem Ball gedankenschnell entgegen. Seine Flanke wurde geblockt und fand über den auffällig starken Phillipp Mwene seinen Weg zu Halfar. Der legte sich die Kugel kurz zurecht und prügelte sie dann, ganz leicht abgefälscht, ins Netz.

Halfars Tor ist die Erlösung: Was ein Moment!

Was ein Moment! Der Betze bebte bis in seine tiefsten Schichten, während Mannschaft, Betreuer und Trainer vor der Bank in einem riesigen Haufen aufeinanderlagen, gab es auf den Tribünen kein Halten mehr. Wilde Umarmungen hier, Bierduschen da. Halfar sprach später "von einer Erlösung" und exakt so fühlte es sich an. In diesen Minuten vor der Halbzeitpause kochte der Hexenkessel wahrhaftig und beinahe hätte es erneut Grund zum Jubeln gegeben: Die Hausherren konterten, ließen das zweite Tor aber trotz Überzahl liegen.

Ärgerlich! Vor allem weil Darmstadt Mitte der zweiten Hälfte Druck aufbaute und in der 72. Minute ausgleichen konnte. Nun lagen sich die knapp 4.000 mitgereisten Lilien-Anhänger, die nahezu komplett dem Motto "Alle in Weiß" gefolgt waren, in den Armen. Die Hessen zeigten bei ihrem ersten Auswärtsspiel nach dem Abstieg einen abwechslungsreichen Support und schickten auch "liebe" Grüße an den ehemaligen Trainer: "Ohne Meier wär'n wir gar nicht hier!"

Moritz hat das Siegtor auf dem Fuß

Die gute Laune wäre den Hessen allerdings kurz vor Schluss noch einmal jäh im Halse stecken geblieben. Der eingewechselte Christoph Moritz stürmte nämlich in der Nachspielzeit frei auf Darmstadts Torhüter Daniel Heuer Fernandes zu, scheiterte aber mit seinem geschlenzten Schuss am reflexartig reagierenden Schlussmann. An der verpassten Chance hatte der Beinahe-Matchwinner sichtlich zu knabbern, auch noch Minuten nach dem Schlusspfiff.

Sicher ist nur: Das Stadion wäre beim anschließenden Torjubel wohl abgerissen worden. So blieb am Ende ein eigentlich - gemessen an der Leistung - enttäuschender Punkt. Doch im Gegensatz zum Auftaktspiel in Nürnberg machten Leistung, Einstellung und Wille Mut für die kommenden Spiele. Das honorierten auch die FCK-Fans, die ihre Mannschaft nach dem Abpfiff mit viel Applaus verabschiedeten - auch wenn diese, symbolträchtig angeführt von Daniel Halfar, zum Teil nur noch humpelnd zum Abklatschen in die Kurve kommen konnte.

 
1. Spieltag der 2. Bundesliga Saison 2017/2018
1.FC Nürnberg  3 - 0  FCK   Spielbericht
Das kann doch wohl nicht wahr sein

Das kann doch wohl nicht wahr sein

 

31.07.2017 - 01:00 Uhr

Desolater Saisonauftakt für den 1. FC Kaiserslautern und seine Fans: Mit dem 0:3 beim 1. FC Nürnberg wecken die Roten Teufel tiefste Abstiegsängste. Diskutiert wird aber erstmal mehr über ein Nebenthema.

 

Marius Müller hätte wohl schon beim Aufwärmen ahnen können, dass es nicht sein Tag werden würde. Die Ultras vom "Pfalz Inferno" hatten vor dem Gästeblock ein großes Spruchband aufgespannt: "Schon wieder nicht auf den Charakter geschaut - Müller und Fechner seht zu, dass ihr abhaut!" Im Internet und auch bei den mitgereisten Fans in der Kurve entbrannten danach hochemotionale Diskussionen.

Leipzig-Kritik hin oder her: Der Zeitpunkt für diese Protestaktion – ausgerechnet zum ersten Punktspiel nach sieben Wochen Vorbereitung – war denkbar schlecht gewählt. Eine Ausrede für die hoffnungslose Unterlegenheit der Roten Teufel kann das jedoch nicht sein. Das wollte auch der gescholtene Marius Müller nicht gelten lassen, der schon vorher mehrfach betont hatte, seine Kritiker zu akzeptieren und durch Leistung überzeugen zu wollen.

Müller-Patzer: Vom Plakat beeindruckt? Oder fehlende Spielpraxis?

Und doch war es Müller, der in Franken zum "Matchloser" wurde und an allen drei Toren eine Mitschuld trug, sich das zweite gleich ganz selbst ins Netz legte. Vielleicht doch von dem Plakat beeindruckt gewesen? Oder die Nachwirkungen von einem Jahr fast ohne Spielpraxis? Von dem Müller, der in der vorletzten Saison trotz einzelner Patzer noch einer der besten FCK-Spieler war (DBB-Notenschnitt 2,9), war in Nürnberg jedenfalls nichts zu sehen.

Allerdings war das Torwart-Drama nur die eine Seite der Medaille. Denn während hinten offene Tür angesagt war, ging nach vorne wieder so gut wie gar nichts. Neuzugang Baris Atik konnte mit ein paar guten Aktionen auf sich aufmerksam machen – und das war's. Christoph Moritz, Daniel Halfar und Osayamen Osawe knüpften nahtlos an die letzte Saison an. Erst als der Club in der Schlussphase in den Trainingsmodus zurückschaltete, kam der FCK noch zu einigen Möglichkeiten.

Nürnberg feiert ein starkes Comeback, während Lautern mit sich selbst beschäftigt ist

Als die bedröppelten FCK-Spieler nach dem Abpfiff zum Gästeblock schlichen, wurden sie – und insbesondere auch Müller – mit einer Mischung aus Buhrufen und Aufmunterung verabschiedet. Zuvor waren die rund 2.500 mitgereisten Betze-Fans unter den insgesamt 30.065 Zuschauern mit guter Motivation in die Saison gestartet, wurden dann aber von Minute zu Minute stärker vom Frust übermannt. Als das Spiel aus war, hing kaum noch eine Zaunfahne vorm Gästeblock, die Mehrzahl der Anhänger flüchtete sich schon vorher in Lethargie und zeigte eigentlich gar keine große Reaktion mehr.

Ganz anders die Fans vom Club, des letztjährigen Tabellenbachbarn der Roten Teufel, die zur Einweihung des neu benannten "Max-Morlock-Stadions" eine große Party starteten. Nach monatelangem Stress im Verein hatten "Ultras Nürnberg" und Co. ihren Stimmungsboykott beendet und erinnerten mit einer großen Choreo zunächst an den DFB-Pokalsieg vor zehn Jahren. Die Nordkurve zeigte ein starkes Comeback und wurde mit der ersten Tabellenführung belohnt – in Franken keimen schon die ersten Aufstiegsträume.

Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass der FCK schon zum zweiten Mal in Folge als Tabellenletzter in die Saison startet. Am Dienstag findet ein schon länger geplantes, internes Treffen zwischen Mannschaftsrat und Fanvertretern statt, das nun wohl zu einer Krisensitzung mutieren wird. Prognose: Beim Thema Müller/Fechner wird erstmal irgendwie ein Burgfrieden geschlossen. Der sportliche Fehlstart hingegen wird den FCK noch eine Weile länger beschäftigen. Erster Gegner zuhause ist am Freitagabend Darmstadt 98 (20:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion).

 
1. Spieltag der 2. Bundesliga Saison 2017/2018 1.FC Nürnberg 3 - 0 FCK Spielbericht
Das kann doch wohl nicht wahr sein

Das kann doch wohl nicht wahr sein

 

31.07.2017 - 01:00 Uhr

Desolater Saisonauftakt für den 1. FC Kaiserslautern und seine Fans: Mit dem 0:3 beim 1. FC Nürnberg wecken die Roten Teufel tiefste Abstiegsängste. Diskutiert wird aber erstmal mehr über ein Nebenthema.

 

Marius Müller hätte wohl schon beim Aufwärmen ahnen können, dass es nicht sein Tag werden würde. Die Ultras vom "Pfalz Inferno" hatten vor dem Gästeblock ein großes Spruchband aufgespannt: "Schon wieder nicht auf den Charakter geschaut - Müller und Fechner seht zu, dass ihr abhaut!" Im Internet und auch bei den mitgereisten Fans in der Kurve entbrannten danach hochemotionale Diskussionen.

Leipzig-Kritik hin oder her: Der Zeitpunkt für diese Protestaktion – ausgerechnet zum ersten Punktspiel nach sieben Wochen Vorbereitung – war denkbar schlecht gewählt. Eine Ausrede für die hoffnungslose Unterlegenheit der Roten Teufel kann das jedoch nicht sein. Das wollte auch der gescholtene Marius Müller nicht gelten lassen, der schon vorher mehrfach betont hatte, seine Kritiker zu akzeptieren und durch Leistung überzeugen zu wollen.

Müller-Patzer: Vom Plakat beeindruckt? Oder fehlende Spielpraxis?

Und doch war es Müller, der in Franken zum "Matchloser" wurde und an allen drei Toren eine Mitschuld trug, sich das zweite gleich ganz selbst ins Netz legte. Vielleicht doch von dem Plakat beeindruckt gewesen? Oder die Nachwirkungen von einem Jahr fast ohne Spielpraxis? Von dem Müller, der in der vorletzten Saison trotz einzelner Patzer noch einer der besten FCK-Spieler war (DBB-Notenschnitt 2,9), war in Nürnberg jedenfalls nichts zu sehen.

Allerdings war das Torwart-Drama nur die eine Seite der Medaille. Denn während hinten offene Tür angesagt war, ging nach vorne wieder so gut wie gar nichts. Neuzugang Baris Atik konnte mit ein paar guten Aktionen auf sich aufmerksam machen – und das war's. Christoph Moritz, Daniel Halfar und Osayamen Osawe knüpften nahtlos an die letzte Saison an. Erst als der Club in der Schlussphase in den Trainingsmodus zurückschaltete, kam der FCK noch zu einigen Möglichkeiten.

Nürnberg feiert ein starkes Comeback, während Lautern mit sich selbst beschäftigt ist

Als die bedröppelten FCK-Spieler nach dem Abpfiff zum Gästeblock schlichen, wurden sie – und insbesondere auch Müller – mit einer Mischung aus Buhrufen und Aufmunterung verabschiedet. Zuvor waren die rund 2.500 mitgereisten Betze-Fans unter den insgesamt 30.065 Zuschauern mit guter Motivation in die Saison gestartet, wurden dann aber von Minute zu Minute stärker vom Frust übermannt. Als das Spiel aus war, hing kaum noch eine Zaunfahne vorm Gästeblock, die Mehrzahl der Anhänger flüchtete sich schon vorher in Lethargie und zeigte eigentlich gar keine große Reaktion mehr.

Ganz anders die Fans vom Club, des letztjährigen Tabellenbachbarn der Roten Teufel, die zur Einweihung des neu benannten "Max-Morlock-Stadions" eine große Party starteten. Nach monatelangem Stress im Verein hatten "Ultras Nürnberg" und Co. ihren Stimmungsboykott beendet und erinnerten mit einer großen Choreo zunächst an den DFB-Pokalsieg vor zehn Jahren. Die Nordkurve zeigte ein starkes Comeback und wurde mit der ersten Tabellenführung belohnt – in Franken keimen schon die ersten Aufstiegsträume.

Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass der FCK schon zum zweiten Mal in Folge als Tabellenletzter in die Saison startet. Am Dienstag findet ein schon länger geplantes, internes Treffen zwischen Mannschaftsrat und Fanvertretern statt, das nun wohl zu einer Krisensitzung mutieren wird. Prognose: Beim Thema Müller/Fechner wird erstmal irgendwie ein Burgfrieden geschlossen. Der sportliche Fehlstart hingegen wird den FCK noch eine Weile länger beschäftigen. Erster Gegner zuhause ist am Freitagabend Darmstadt 98 (20:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion).

 
22.05.2017 FCK News Aktuell

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