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7.Spieltag 1. FC Heidenheim 3 : 0 FCK Spielbericht
Der Ostalbtraum geht weiter

Der Ostalbtraum geht weiter

 

25.09.2016 - 00:06 Uhr

Es sollte die Wende zum Guten werden, doch stattdessen folgte der nächste Rückschlag: Nach dem 0:3 in Heidenheim steht der FCK wieder auf einem Abstiegsplatz. Grund dafür sind vor allem individuelle Fehler und Unkonzentriertheiten.

Die Plan klang eigentlich gut: Den Ostalbtraum beenden, wurde in der Gegner-Analyse von FCK-Blog als Zielsetzung für die Roten Teufel ausgegeben. Doch daraus wurde leider nichts. Nach dem 1:1 von 2014 und dem 1:3 von 2015 konnte der 1. FC Kaiserslautern auch in diesem Jahr nicht seinen ersten Auswärtssieg beim 1. FC Heidenheim landen. 0:3 lautete am Samstagmittag das frustrierende Endergebnis gegen den Klub von der Ostalb.

Bei schönem Spätsommerwetter hatten knapp 1.500 FCK-Anhänger die Reise nach Heidenheim angetreten, insgesamt besuchten 12.000 Zuschauer das Spiel. Die Gastgeber hatten schon vor dem Anpfiff etwas zu bejubeln: Seit sage und schreibe neun Jahren ist Frank Schmidt Trainer des FCH, feierte in dieser Zeit drei Aufstiege von der fünften bis in die zweite Liga und coacht zurzeit „Die Nummer 1 im Land“ (Baden-Württemberg) – zumindest wenn man ein Auge auf die Tabelle und ein Ohr in die Fankurve wirft. Eine reife Leistung, für welche der FCH-Anhang schon vor dem Spiel „Danke Frank“ sagte und sich per Spruchband „weitere neun Jahre“ wünschte.

Konstanz & Kollektiv gegen Umbruch & Unkonzentriertheit

Von dieser Erfolgsgeschichte ist der Weg nicht weit zum aktuellen Spieltag und zu dem großen Trumpf, welchen der FCH gegenüber dem FCK eiskalt ausspielte: Das Heidenheimer Kollektiv ist sowas von eingespielt und kann damit auch individuelle Schwächen ausgleichen. Bei den komplett neu zusammengestellten Lautrern ist genau das Gegenteil der Fall. „Wir sind noch nicht konstant“, hatte FCK-Trainer Tayfun Korkut schon nach dem souveränen Heimsieg gegen Dynamo Dresden gewarnt. Und er sollte damit schneller als gedacht recht behalten.

Schon nach wenigen Sekunden stand es aus Lautrer Sicht 0:1 (Bard Finne, 2. Minute) und jeglicher Match-Plan war über den Haufen geworfen. Die Roten Teufel steckten zwar nicht auf, aber in jeder Drangphase folgte ein weiterer Rückschlag: Zunächst das 0:2 durch Timo Beermann (20.), der nur aufgrund der Verletzung eines anderen FCH-Verteidigers überhaupt mitspielen durfte. Und nach der Halbzeit das 0:3 durch Timo Strauß (56.). Das Spiel war schon nach weniger als einer Stunde gelaufen.

Bei allen drei Treffern wirkte die Lautrer Abwehr insgesamt nicht ganz auf der Höhe, jeweils mit einem herausgehobenen Fehlerteufel: Beim ersten Gegentor sah Stipe Vucur schlecht aus, beim zweiten Tim Heubach und beim dritten Patrick Ziegler. Vucur hatte zudem noch Glück, dass Schiedsrichter Christof Günsch bei seinem Zweitliga-Debüt nach einem kritischen Zweikampf im Lautrer Strafraum nicht auf Elfmeter und Platzverweis entschied. Die Heidenheimer nutzten die individuellen Fehler der FCK-Verteidiger dankend aus.

Verdienter Heimsieg mit einseitig verteiltem Glück

Also schon wieder alles schlecht? Nicht ganz! Vielmehr schien sich an diesem Tag wirklich alles gegen die Roten Teufel verschworen zu haben. Auch der FCK hätte beim Stand von 0:1 in Person von Marcel Gaus einen Elfmeter bekommen können, aber die Pfeife blieb stumm. Wenig später tauchte Jacques Zoua alleine vor FCH-Keeper Kevin Müller auf, aber der Ball blieb irgendwie noch zwischen dessen Beinen hängen. Statt des Ausgleichs folgte kurz darauf das 0:2. Und als die Lautrer dann nach der Halbzeitpause nochmals drückten, traf Alexander Ring per Kopf nur den Pfosten (FCH-Coach Schmidt: „Dann hätte der FCK eine zweite Luft bekommen“). Und wiederum kurz darauf fiel das vorentscheidende 0:3.

Doch alles Lamentieren hilft nicht. Der Sieg von Heidenheim war verdient und der FCK (erneut) nicht gut genug. Die Konstanz fehlt, das hatte Korkut schon vorhergesagt. Vielleicht auch die Fokussierung und die hundertprozentige Konzentration bei einzelnen Spielern? Symptomatisch für diesen „gebrauchten“ Tag war die Verletzung von Hoffnungsträger Jacques Zoua, der vor dem gegnerischen Tor einen Hackentrick zeigte und sich dabei das Knie verdrehte. Ob und wie lange der Kameruner ausfällt, könne man noch nicht abschätzen, ließ ein besorgt dreinschauender Korkut nach dem Spiel wissen.

Die mitgereisten Fans – in vorderster Front die Ultras – unterstützten ihren Verein über 90 Minuten hinweg, ließen die Spieler aber nach dem Abpfiff auch wieder deutlich ihren Unmut hören. Der FCK wird am Ende dieses 7. Spieltags wieder auf einem Abstiegsplatz stehen und damit seinen Ansprüchen meilenweit hinterherhinken. Auf der Suche nach einem klitzekleinen Trost könnte man vielleicht festhalten: So blöd wie heute wird es nicht in jedem Spiel laufen. Aber auch mit mehr Glück als Pech hätte der FCK das Spiel in Heidenheim wahrscheinlich verloren – so realistisch muss man bei einem 0:3 sein, denn alles andere wäre Schönrederei. Auf das Team um Tayfun Korkut wartet somit noch eine ganze Menge Arbeit. Die guten Ansätze müssen verstärkt und die Unkonzentriertheiten abgestellt werden. Damit aus dem Ostalbtraum nicht ein Albtraum über 34 Spieltage wird.

 
6. Spieltag FCK 3 - 0 Dynamo Dresden Spielbericht
Endlich der erste Sieg: Ding, Dang, Dong

Endlich der erste Sieg: Ding, Dang, Dong

 

22.09.2016 - 13:30 Uhr

Endlich der erste Saisonsieg, endlich die ersten Tore am Betze: Der 1. FC Kaiserslautern schlägt Dynamo Dresden mit 3:0. Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein Familienspaß für alle von sechs bis 96 – wie sich auch nach dem Abpfiff herausstellte.

 

Thomas Gries, der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, hatte seinen 96-jährigen Vater als Glücksbringer mit ins Fritz-Walter-Stadion gebracht. Und dieser schäkerte nach dem erfolgreichen Heimspiel in bestem Lautrer Dialekt mit Tayfun Korkut. „Lassen Sie uns doch mal einen Wein trinken“, bot der FCK-Coach dem Senior an. - Gries: „Nein! Kein Alkohol und keine Frauen.“ - Korkut: „Ach, deswegen sind sie so alt geworden, weil sie sich nicht von den Frauen ärgern lassen.“ Leichter Protest der nebenan stehenden Vorstandssekretärinnen, Gelächter von allen anderen im kleinen Pulk.

Diese Episode aus den Stadionkatakomben verdeutlicht die Erleichterung, die nach dem ersten Saisonsieg des FCK auch auf und neben dem Spielfeld zu spüren war. „Endlich“, lautete das Wort des Tages. „Endlich haben wir es geschafft.“

Der Druck war groß nach fünf Spielen ohne Sieg, nach dem Aus im Pokal, nach nicht enden wollenden Hiobsbotschaften um verletzte Neuzugänge. Nur noch offiziell 19.606 Eintrittskarten waren verkauft worden. Tatsächlich kamen knapp 15.000 Zuschauer ins Fritz-Walter-Stadion, darunter knapp 1.500 Fans von Dynamo Dresden, die am Anfang auch noch die stimmliche Oberhand hatten. Die sportliche Krise und die inakzeptable Anstoßzeit – Mittwoch um 17:30 Uhr – erstickten erstmal jegliche Betze-Atmosphäre schon im Keim.

Korkut zeigt sich taktisch flexibel

Nach dem Katastrophenkick in Sandhausen und der Leistungssteigerung gegen Stuttgart zeigte sich FCK-Coach Korkut erneut taktisch flexibel und nahm Änderungen an System und Personal vor: Ein „flaches 4-4-2“ mit zwei Angreifern als Grundformation, bei eigenem Ballbesitz situativ mit Raute im Mittelfeld gespielt, sollte gegen Dresden zum Erfolg führen. Osayamen Osawe blieb dabei überraschenderweise zunächst auf der Bank, Lukas Görtler und der endlich fitte Jacques Zoua bildeten die Sturmspitze.

Und die Roten Teufel legten – von kleinen Schrecksekunden abgesehen – gleich los wie die Feuerwehr. Nach einer Viertelstunde war es Jacques Zoua, der den schon zu diesem frühen Zeitpunkt überfälligen Führungstreffer erzielte (16.). „Da hätten wir schon 3:0 hinten liegen können“, musste auch Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus anschließend zugeben. Doch die Lautrer setzten nicht nur nach vorne die Hühnerhaufen-Abwehr der Dresdner unter Druck, sondern zeigten auch in allen anderen wichtigen Spielsituationen Präsenz. Beispiel Tim Heubach: Zunächst verhinderte er artistisch auf der Linie den Ausgleichstreffer der Dresdner, kurz darauf ging er in den Infight mit SGD-Angreifer Stefan Kutschke. Zahlreiche Mitspieler sprangen dem Verteidiger sofort zur Seite, der Schiedsrichter hatte die Situation jedoch nicht gesehen.

Bestnoten für Zoua, Ring, Görtler und Pollersbeck

Nach der Halbzeitpause ging es dann ganz schnell: Der eingewechselte Osayamen Osawe (51.) und erneut Jacques Zoua (56.) sorgten für die frühzeitige Entscheidung zugunsten der Roten Teufel. Endlich! Wann hat man sich zuletzt so sehr über einen Heimsieg gegen einen Aufsteiger gefreut? Die Anspannung fiel bei den Spielern ebenso ab wie bei den Fans in der Westkurve, die nun wieder die stimmliche Hoheit im eigenen Stadion übernommen hatten. Vom Dresdner Anhang war kaum noch etwas zu hören. Und hätte der eingewechselte Sebastian Jacob noch seine beiden Großchancen genutzt (einmal Pfosten), hätten die gut gelaunten FCK-Fans wahrscheinlich noch im Kanon „Bruder Jacob / Frère Jacques“ in Anlehnung an die Namen der Torschützen angestimmt. Aber rein von der Trefferanzahl passte es ja auch so: Ding, Dang, Dong! Und Dresden war mit 3:0 geschlagen.

Bestnoten beim FCK verdienten sich neben Doppeltorschütze Jacques Zoua auch Alexander Ring und Lukas Görtler als starke Passgeber sowie Julian Pollersbeck als sicherer Rückhalt. Der Schlussmann wahrte im weißen Trikot die weiße Weste und sorgte mit einer Glanzparade in der Schlussphase nochmals für Begeisterung auf den Rängen. Für Tayfun Korkut und Gerry Ehrmann deutet sich nun eine schwierige Entscheidung an, wenn am nächsten Spieltag die bisherige Nummer Eins André Weis nach seiner Rot-Sperre wieder spielberechtigt ist.

Wenige Zuschauer, gute Stimmung, keine Randale

Rund um das Stadion blieb es an diesem späten Mittwochnachmittag ruhig. Nach den Ausschreitungen vor drei Jahren wurde die Partie zwar erwartungsgemäß als Risikospiel eingestuft, unter anderem ein Wasserwerfer und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz, aber ebenso erwartungsgemäß passierte diesmal nichts: Hier ein brennender FCK-Schal, dort ein bisschen „Scheiß Dü-na-mo“ - insgesamt nicht der Rede wert. Zur Deeskalation im Stadion beigetragen hatten auch die Kioskbetreiber im Gästebereich, die die Fans komplett mit gelben Dynamo-Fanshirts bedienten.

Bedient in anderem Wortsinne war derweil Dynamo-Coach Uwe Neuhaus, der seine bislang starke Aufstiegstruppe nicht wieder erkannte: „Hinten hatten wir Tag der offenen Tür. Ich hoffe, dass es nicht Auswirkungen unserer ersten Saisonniederlage gegen Aue (0:3 am Sonntag; Anm. d. Red.) waren, dass wir völlig ohne Selbstvertrauen gespielt haben.“ Bei Tayfun Korkut war hingegen, ebenso wie bei allen anderen Stadionbesuchern und Vereinsverantwortlichen, die Erleichterung förmlich greifbar: „Ja, endlich. Endlich. Wir haben wie in allen anderen Heimspielen gut angefangen, mutig nach vorne gespielt – und diesmal ist die Mannschaft auch hartnäckig geblieben. Das war für uns ganz wichtig und wird uns einen Schub geben.“

Seinen neuen Glücksbringer hatte der Coach zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kennengelernt, was aber wenige Minuten später folgte. „Sie müssen nun zu jedem Heimspiel kommen“, wünschte sich Korkut vom 96-jährigen Gries senior. Mindestens bis er hundert Jahre alt ist.

 
FCK News Aktuell 21.09.2016

Neues vom Betzenberg (zum Archiv)

Datum Überschrift Quelle Kommentare
20.09. | 18:43 Uhr Knie-OP: Hinrunde für Mensur Mujdža gelaufen Pressemeldung FCK Kommentare 80
20.09. | 16:31 Uhr Rote Teufel müssen jetzt liefern Allgemeine Zeitung Kommentare 7
19.09. | 14:25 Uhr Halfar fällt aus, Zoua besteht den "Test" Der Betze brennt Kommentare 83
19.09. | 12:37 Uhr Stöver spricht Korkut sein Vertrauen aus Der Betze brennt Kommentare 102
17.09. | 16:36 Uhr Gaus: "Natürlich sind wir im Abstiegskampf" Der Betze brennt Kommentare 316
17.09. | 14:51 Uhr Weiter kein Sieg: 0:1-Pleite gegen Stuttgart Der Betze brennt Kommentare 206
15.09. | 14:29 Uhr Korkut lässt Einsatz von Ewerton, Zoua und Kerk offen Der Betze brennt Kommentare 186
 
5. Spieltag FCK 0 - 1 VfB Stuttgart Spielbericht
Erstliga-Kulisse – Zweitliga-Fußball

Erstliga-Kulisse – Zweitliga-Fußball

 

17.09.2016 - 20:16 Uhr

Engagierter gespielt als zuvor, aber trotzdem verloren: Nach dem 0:1 gegen Stuttgart dümpelt der FCK weiter am Tabellenende herum. Vor großer Kulisse am Betze zeigte sich erneut, dass die Baustellen im Spiel der Roten Teufel groß sind.

Immerhin: Der Rahmen stimmte beim „Traditionsduell“ des 1. FC Kaiserslautern gegen den VfB Stuttgart. Mehr als 45.000 Zuschauer pilgerten auf den Betzenberg, um beim Aufeinandertreffen der beiden gestrandeten Ex-Meister für gute Stimmung zu sorgen.

Wie erwartet nahmen auch zahlreiche Anhänger des VfB die Reise in die Pfalz auf sich. Die Züge über Mannheim nach Lautern waren am Vormittag brechend voll. Eine S-Bahn musste in Ludwigshafen dem Vernehmen nach sogar von der Polizei teilweise geräumt werden, um die Fahrt ohne Gefährdung der Fahrgäste fortsetzen zu können. Geschätzt 10.000 Stuttgarter Fans verteilten sich vom Gästeblock auf der Osttribüne bis zur Mitte der Südtribüne. Sogar hinter der Westkurve wurde der eine oder andere im Brustring-Trikot gesichtet – eigentlich ein absolutes No-Go, Sympathien hin oder her.

So breitete sich schon lange vor dem Anpfiff eine ordentliche Atmosphäre aus. Untermalt wurde sie von zwei imposanten Choreographien auf beiden Seiten, die jeweils von zahlreichen Fahnen in Rot-Weiß („Westkurve“) im Lautrer und Rot-Schwarz („Württemberg“) im Stuttgarter Lager eingerahmt wurden. Wem lief da nicht wenigstens ein kleiner Schauer über den Rücken, als die Mannschaften einmarschierten?

Munterer Beginn des FCK, honoriert vom Publikum

Der FCK schien die Unterstützung in den ersten Minuten nutzen zu wollen und legte gut los. Gleich zweimal kamen die Roten Teufel zu guten Chancen, honoriert vom tosenden Applaus und Anfeuerungsrufen des FCK-Anhangs. Was wäre wohl gewesen, hätten Marlon Frey oder Lukas Görtler das 1:0 erzielt?

Der VfB, bei dem der Ex-Lautrer Jean Zimmer zunächst auf der Bank saß, fand erst nach rund einer Viertelstunde in die Partie, kam dann allerdings einige Male gefährlich vor das Tor von Julian Pollersbeck, der anstelle von Rotsünder André Weis sein Debüt in der Startelf der Profis gab. Ein Tor wollte auf beiden Seiten nicht fallen, auch wenn Tayfun Korkut seine Mannschaft nach etwa einer halben Stunde noch einen Tick offensiver einstellte. Weil der schon zuvor angeschlagene Daniel Halfar mit einer Muskelverletzung vom Feld musste, beorderte er Patrick Ziegler ins defensive Mittelfeld, Ring und Frey auf die Außen und Stieber hinter die Doppelspitze Osawe/Görtler.

Trotz erschreckender technischer Mängel und der noch immer unübersehbaren Schwächen gerade in der Defensive, die vor allem bei steilen Zuspielen oder Kontern des Gegners ins Schwimmen geriet, kam der FCK auch im zweiten Durchgang zu einigen guten Möglichkeiten. Das Tor jedoch machten die Gäste aus Schwaben. Insua stürmte über die rechts Lautrer Abwehrseite, flankte unbedrängt und fand vor dem Tor gleich zwei seiner Mitspieler blank stehend – für Stuttgarts Torjäger Simon Terodde kein Problem (52.).

Ein brachialer Torschrei donnerte durch das Fritz-Walter-Stadion – leider von der falschen Seite. Während sich die Gäste feierten, herrschte in der Westkurve Ratlosigkeit. Einige wendeten sich ab, andere klatschen und feuerten das Team an. Die meisten schwiegen.

Gaus: „Das geht mir wieder auf den Sack“

„Wir haben verloren, das geht mir wieder auf den Sack, weil es eine total unnötige Niederlage ist“, sagte Marcel Gaus, der auf der linken Verteidigerseite nicht seinen besten Tag erwischte. Allerdings hatte er Recht. Mehrmals hätte der FCK noch bis zur 80. Minute den Ausgleich erzielen können. „Wir haben versucht, mit Leidenschaft an die Sache ranzugehen“, erklärte Lukas Görtler, der trotz Torschuss-Sondertraining zweimal aus aussichtsreicher Position scheiterte.

Der VfB seinerseits hielt dagegen, konterte und hatte nach dem offensiven Aufflammen des FCK leichtes Spiel. Entsprechend sank die Stimmung im Pfälzer Lager wieder ab. Die letzten Minuten verbrachte ein Großteil des Heimanhangs schweigend, das etwas konfus angestimmte „Wir haben die Schnauze voll“ erklang zwischendurch. Die Zeit lief den Roten Teufeln davon und mit ihr auch die Hoffnung, dass noch etwas gehen könnte an diesem Tag.

„Wir können uns nur selbst helfen“, betonte Gaus, nachdem die Mannschaft mit einigen Metern Sicherheitsabstand minutenlang vor der Westkurve stand, die ihrerseits mit gemischten Gefühlen – Applaus hier, Pfiffe da – auf die Niederlage reagierte. Zum Abschied gab es dann noch mal ein sehr lautes Pfeifkonzert für die weiter auf dem letzten Tabellenplatz dümpelnde FCK-Truppe. Schon am Mittwoch folgt gegen Dresden das nächste Heimspiel, zu dem – auch aufgrund der fanfeindlichen Anstoßzeit – deutlich weniger Zuschauer als gegen Stuttgart kommen werden. „Ich hoffe einfach, dass wir am Mittwoch für die Fans einen Dreier holen und unten rauskommen“, ergänzte Görtler. „Denn das macht einfach keinen Spaß gerade.“

Mein Teufel des Tages: Jacques Zoua traf zwar nach seiner Einwechslung nicht das Tor, doch der Neuzugang aus Frankreich brachte wenigstens ein bisschen Leben in die phasenweise lethargische und verunsicherte FCK-Elf. In Zweikämpfen bemüht feuerte der Stürmer auch ein-, zweimal das Publikum an. Eine Mentalität, die er und seine Kollegen gerne öfter zeigen dürften.

Was sonst noch auffiel: Ein ungewohntes Bild zeigten die Lautrer Hooligans, die normalerweise in Block 5.3 sitzen, sich heute jedoch inklusive Zaunfahnen im Stimmungszentrum direkt hinter dem Tor sammelten. Die Gruppe aus etwa 30 Mann zog in ihren auffälligen weißen T-Shirts unweigerlich die Blicke auf sich, an der Stimmung hingegen beteiligten sie sich weitgehend nicht. Abgerundet wurde der Auftritt durch ein Spruchband mit der Aufschrift: „Unsere Stadt – Unsere Regeln“.

 
4. Spieltag SV Sandhausen 2 - 0 FCK Spielbericht
Spätsommer-Blues, Teil III: Der nächste Tiefpunkt

Spätsommer-Blues, Teil III: Der nächste Tiefpunkt

 

11.09.2016 - 23:20 Uhr

Der FCK hat in Sandhausen verloren und schlittert damit wieder einmal in die spätsommerliche Krise. Die Stimmung ist endgültig gekippt, auch wenn Trainer und Mannschaft um Zeit bitten.

Es hätte so schön sein können. Sonne, Spätsommer, Fußball. Ein heißer Tag in der Kurpfalz, ein Auswärtsspiel mit kurzer Anfahrt. Doch wieder einmal entwickelte sich für den Anhang des 1. FC Kaiserslautern die Reise zum SV Sandhausen zu einem emotionalen Tiefpunkt. 0:2 ließen sich die Pfälzer vom SVS abschießen – fast ohne Gegenwehr.

Fast 4.000 Fans der Roten Teufel bevölkerten das Hardtwaldstadion und machten die Partie in der Heidelberger Vorstadt wie schon in den Jahren zuvor zu einem akustischen Heimspiel. Selbst als die Gastgeber durch einen schönen Spielzug durch Lukas Höler schon nach wenigen Minuten mit 1:0 in Führung gingen (6.), feuerten die Lautrer ihr Team durchgehend weiter an.

Die Spieler auf dem Feld agierten allerdings einmal mehr lethargisch. Tayfun Korkuts Plan, wie der erste Saisonsieg endlich eingefahren werden könnte, schien bei ihnen nicht angekommen. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen waren viel zu groß, die Laufwege nicht stimmig und der bedauernswerte Osayamen Osawe rieb sich als Einzelkämpfer vorne auf. Torschüsse? Mangelware!

All das wäre irgendwie noch verschmerzbar, würde die Mannschaft wenigstens Mentalität zeigen. Doch der Kampf, seit jeher das Lebenselixier jedes Lautrers, war nicht zu sehen. Korkuts vorsaisonale Ankündigung, die „Lautrer Tugenden“ in seine Spielidee integrieren zu wollen, sie ist weiterhin nicht erkennbar. Der Trainer selbst schien sich der müden Vorstellung seiner Mannen anzupassen. Fast das komplette Spiel über saß der 49-Jährige auf seinem Stuhl, erschien ebenso antriebs- und willenlos wie seine Elf.

Korkut: „Fünf gute Minuten reichen nicht“

Und wer glaubte schon wirklich an das erhoffte Donnerwetter in der Halbzeitansprache, als Korkut mit hängenden Schultern und gesenktem Blick als Letzter in den Spielertunnel einbog? Zwar hatten seine Spieler wenigstens in den Minuten vor der Halbzeit einige gefährliche Situationen erspielt und den Gästeanhang noch mal richtig laut werden lassen. Doch „fünf gute Minuten reichen nicht“, sagte der FCK-Coach selbstkritisch. „Wir haben es nicht geschafft, eine klare Torchance herauszuspielen“, erklärte er die weiterhin enttäuschende Darbietung auch nach dem Seitenwechsel. Es sei nun wichtig, die Partie schnellstmöglich aufzuarbeiten. Allein: Die Ankündigung kennt man in Kaiserslautern mittlerweile zur Genüge.

Fast schon aus Trotz nahm der Support aus dem Gästeeck nach der Halbzeit noch einmal an Fahrt auf. Lautes Klatschen, Anfeuerungsrufe, Gesang und Gestikulieren. Doch das kurze Aufbäumen nahm mit der Zeit ab. Die übliche Ratlosigkeit schien Einzug zu halten, ehe sie angesichts der armen Leistung auf dem Platz umschlug, spätestens als Korbinian Vollmann auf 2:0 für Sandhausen erhöhte (83.). Schon zehn Minuten zuvor war die Partie seitens der lustlosen Lautrer eigentlich abgehakt, als Schlussmann André Weis aufgrund eines Handspiels außerhalb des Strafraums die Rote Karte quittierte – symptomatisch.

Noch während des Spiels verließen die ersten FCK-Fans das Stadion und zwangen die verblüfften Shuttle-Busfahrer zum vorzeitigen Beginn ihrer Schicht. Die wieder sehenswerte Zaunbeflaggung wurde abgenommen, noch bevor Schiedsrichter René Rohde die Partie beendet hatte. Als die Mannschaft sich nach dem Abpfiff Richtung Gästeblock wandte, knallte ihr ein Mix aus Pfiffen und wütenden Rufen entgegen. „Wir haben die Schnauze voll“, wurde skandiert und am Zaun gerüttelt, was ein gespenstisches Kettenrassel-Geräusch verursachte und sogar die Polizisten auf der Haupttribüne eilig zu ihrem Ferngläsern greifen ließ. Der Trainer war da schon weg und die Spieler standen mit in die Hüfte gestützten Armen und leeren Gesichtern minutenlang vor dem Gästeblock.

Die Zeit läuft nun doppelt so schnell davon

Dabei drohte kein echtes Ungemach seitens der Fans, doch der angestaute Frust musste sich entladen. Aalen 2013, Paderborn 2015, Sandhausen 2016 – wieder einmal hält in Kaiserslautern der Spätsommer-Blues Einzug. Ein harter Herbst steht bevor, wenn nicht bald die Neuverpflichtungen den erhofften Qualitätsgewinn bringen – spielerisch und mental!

„Wir haben Anfang der Saison gesagt, dass es nicht einfach wird, dass es schwierig wird, dass wir komplett neu zusammengewürfelt sind. Das fängt im Verein ganz oben an und hört bei uns unten auf“, erklärte ein sichtlich erschöpfter Daniel Halfar nach dem Spiel neben der Tür zur Putzkammer des Hardtwaldstadions. Dass der FCK auf den letzten Tabellenplatz abstürzen würde, hätte allerdings am Anfang der Saison keiner gedacht. Ein paar Meter weiter präsentierten sich die strahlenden Sandhäuser, darunter wie gewohnt viele Ex-Lautrer, der wartenden Presse. „Wir müssen schauen, dass wir da irgendwie rauskommen“, fügte Halfar an. Immerhin – so der FCK-Kapitän – sei ja erst der vierte Spieltag gespielt. Man brauche Zeit. Und man würde sie dem FCK gerne geben. Doch spätestens seit diesem Sonntag läuft sie den Verantwortlichen doppelt so schnell davon.

Mein Teufel des Tages: Selten zuvor hat sich kein Spieler des Spiels diesen Titel verdient. Er geht – schon aus nostalgisch, verzweifelter Sicht – an Gerry Ehrmann, der wie immer schwieg und doch alles sagte. Und an die mitgereisten Fans, deren Leidensfähigkeit bewundernswert ist.

Was sonst noch auffiel: Dass der SV Sandhausen sein 100-jähriges Bestehen feiert und die Fankurve dabei zwar keine großen Sprünge, aber eben doch eine kleine feine Choreo auf die Beine stellt, verdient Respekt. Die orange-farbenen Klatschpappen und Riesenfinger des Hauptsponsors hätte es hingegen nicht gebraucht.

 
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