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10. Spieltag FCK 3 - 0 VfL Bochum Spielbericht
From Paris with love

From Paris with love

 

25.10.2016 - 15:20 Uhr

Welch eine Geschichte: Formtief, Suspendierung, Comeback, Matchwinner. FCK-Stürmer Osayamen Osawe versöhnt sich nach seinem Paris-Ausflug mit Fans und Trainer und sorgt gegen Bochum fast im Alleingang für den so wichtigen Heimsieg.

 

„Alle, alle, alle nach Paris“, skandierten die Fans des 1. FC Kaiserslautern nach dem Abpfiff und huldigten damit ihrem Helden des Tages: Osayamen Osawe, der vor zwei Wochen blau gemacht hatte und statt Training lieber in Paris feierte. Nach dem Auftauchen von Fotos in Sozialen Netzwerken war er daraufhin suspendiert worden. An diesem Montagabend hatte er nun sein Comeback gegeben und mit drei Toren fast alleine für den 3:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum gesorgt.

Nur noch (offiziell) 18.056 Zuschauer machten sich am ungeliebten Montagstermin und bei strömendem Regen auf den Weg ins Fritz-Walter-Stadion. Und die Vorfreude war bei den allermeisten nicht gerade hoch. Wer sollte angesichts der Verletztenmisere und der bisher gezeigten Leistungen für ein Erfolgserlebnis sorgen? Die Antwort: Osawe, Osawe, Osawe.

Der Osayamen-Osawe-Spielfilm im Schnelldurchlauf:

Vor dem Spiel: Osayamen Osawe hat die Rückennummer 35 und wird deshalb meist als letzter Spieler in der Mannschaftsaufstellung durchgesagt. Diesmal gab es zum Abschluss vereinzelte, aber deutlich hörbare Pfiffe. Auch Tayfun Korkut hatte seinem Sturmtalent nach dessen Paris-Eskapade eindringlich ins Gewissen geredet. „Er ist in der Bringschuld“, ließ der FCK-Trainer die Öffentlichkeit wissen, und zu dem jungen Engländer persönlich sagte er vor dem Spiel: „Pay back – it's time!“

32. Minute: Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein ausgeglichenes Spiel. Der FCK hatte seine Chancen, aber auch Bochum hätte bereits in Führung liegen können (Abseitstor durch Felix Bastians, „Hundertprozentige“ durch Johannes Wurtz). Doch dann kam der hellwache Osawe: Zuerst auf einen Fehler von VfL-Abwehrspieler Pawel Dawidowicz gelauert und diesen ausgenutzt, dann körperlich stark an der Seite entlang durchgesetzt, nach innen gezogen und aus spitzem Winkel Keeper Manuel Riemann vernascht. 1:0 für den FCK! Und endlich ist es mal die gegnerische Abwehr und nicht die eigene, die bei einem Gegentor blöd aus der Wäsche guckt. Die spärlich besetzte Südtribüne – aufgrund verbilligter Tickets ist zumindest der mittlere, untere Bereich gut gefüllt – steht auf und feiert mit der Westkurve die Führung.

57. Minute: Einwurf Naser Aliji, Lukas Görtler fällt hin und rappelt sich in Bruno-Labbadia-Manier wieder auf, seinen Pass verwertet Marcel Gaus zur Flanke auf – natürlich: Osayamen Osawe. Der Lautrer „Eiffelturm“ schraubt sich im Fünfmeterraum nach oben und nickt den Ball mühelos zum 2:0 für den FCK ein. Party on!

75. Minute: Das Spiel scheint entschieden, auch wenn die Bochumer noch nicht ganz aufgegeben haben. Aber beim FCK klappt jetzt fast alles: Aliji schlägt den Ball zum Konter hoch und weit nach vorne, findet Osawe, der sich erneut bärenstark gegen Bastians durchsetzt und den anschließenden Sololauf mit seinem dritten Tor krönt. 3:0! Die Westkurve dreht auf. Wenig Punkte? Schlechtes Wetter? Miese Zuschauerzahl? Scheißegal! Und was singen die Fans da gerade? „Paris, Paris, wir fahren nach Paris!“

90. Minute: Tayfun Korkut wechselt den Mann des Tages aus und Osayamen Osawe erhält seinen verdienten Applaus. Die Pfiffe von vor dem Spiel sind längst vergessen – der Gescholtene hat die erhoffte positive Reaktion gezeigt. Weitere schöne Kleinigkeit: U19-Torjäger Nicklas Shipnoski wird wenige Minuten zuvor eingewechselt und darf erstmals Zweitliga-Luft schnuppern.

Nach dem Spiel: Man muss die Siege feiern, wie sie fallen. Auch wenn viele Plätze im Fritz-Walter-Stadion leer geblieben sind, freut sich der verbliebene harte Kern umso mehr – und die Mannschaft ebenso. Die Mitspieler schubsen den verlegen dreinblickenden „Jamen“ Osawe mehrmals nach vorne und die Party findet langsam ihren Abschluss: „Alle nach Paris, alle nach Paris...“

Für den FCK bedeutet der Sieg gegen Bochum vor allem Entlastung im Abstiegskampf – nicht mehr und nicht weniger. Schon am kommenden Samstag in Fürth (13:00 Uhr, Stadion am Laubenweg) gilt es nachzulegen. Aber für den Moment einfach mal durchatmen zu können, tut nach den schwierigen letzten Wochen auch schon gut.

Und Osawe? Der musste sich nicht nur vom Trainer und den Fans viel Kritik anhören, sondern wurde von der Springer-Presse gar als womöglich „dümmster Fußballprofi Deutschlands“ tituliert. Nun hat der Engländer auf dem Platz die richtige Antwort gegeben und sagte nach dem Spiel: „Das war einer meiner besten Abende in meiner Karriere.“ Für die Roten Teufel war es der erste Hattrick in einem Pflichtspiel seit Srdjan Lakic (im Pokal gegen Bielefeld) und Sidney Sam (in der Liga gegen Aachen), beide im erfolgreichen Jahr 2010. Von Trainer Korkut wurde der neueste Dreifach-Torschütze in der Lautrer Vereinsgeschichte jedoch (zu Recht) gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn es war ja nur ein Spiel, dem noch viele weitere folgen werden. Aber trotzdem: Osayamen Osawe hat sich die Siegeszigarre nach diesem Spiel redlich verdient – wenn's sein muss auch in Paris.

Meine Teufel des Tages: Ist ja klar, dass hier in erster Linie Osayamen Osawe hervorgehoben werden muss. Aber auch andere verdienen sich ein Sonderlob: Lukas Görtler, der niemals aufgebende Vorbereiter und Kämpfer vor dem Herrn. Tayfun Korkut, der zwar wie ein begossener Pudel da stand, aber diesmal nur wegen dem Wetter und nicht wegen des Spiels. Und natürlich die Fans: Abzüglich der zuhause gebliebenen Dauerkarteninhaber waren es vielleicht 14.000 Unentwegte, die sich mit oder ohne Hoffnung den Betzenberg hochquälten. Keiner von ihnen wird sein Kommen bereut haben.

Was sonst noch auffiel: In der 20. Minute wurde in der Westkurve ein Spruchband präsentiert: „(Un)Ehrenrat = Doppelmoral – JHV 2014 vergessen?“ Die Ultras vom Pfalz Inferno spielten damit auf eine aktuelle Stellungnahme des Ehrenrates an, der im Begleitheft zur bald anstehenden Mitgliederversammlung das Diskussionsniveau auf der JHV 2015 geißelte, sein eigenes diffamierendes und letztendlich vereinsschädigendes Verhalten von der JHV 2014 hingegen außer Acht ließ. Ein ausführliches Statement dazu hat das PI aus seiner Homepage veröffentlicht: Der (Un)ehrenrat – Dement oder doch nur Defizit an Durchblick?

Spruchband: (Un)Ehrenrat = Doppelmoral – JHV 2014 vergessen?
Spruchband in der Westkurve: „(Un)Ehrenrat = Doppelmoral – JHV 2014 vergessen?“

 
9. Spieltag Eintracht Braunschweig 1 - 0 FCK Spielbericht
Chancenlose Teufel

Chancenlose Teufel

 

18.10.2016 - 16:10 Uhr

„Nur“ 0:1 verloren. „Nur“ durch ein blödes Freistoßtor. Auf dem Papier hat sich der angeschlagene FCK bei Tabellenführer Braunschweig ordentlich aus der Affäre gezogen. Wirklich Hoffnung macht dieses Spiel jedoch nicht.

 

Tayfun Korkut musste tüfteln. Zum Gastspiel bei Eintracht Braunschweig fehlten dem Trainer des 1. FC Kaiserslautern mit Jacques Zoua, Osayamen Osawe und Kacper Przybylko die drei wichtigsten Stürmer. Genauer gesagt die drei einzigen Stürmer, die hin und wieder für ein Tor gut sind. Deshalb machte der Trainer aus der Not eine Tugend und setzte beim Tabellenführer erstmal voll auf Defensive: Vor einer Fünfer-Abwehrkette (!) stand ein Vierer-Mittelfeld. Und ganz vorne allein auf weiter Flur mit Sebastian Jacob ein Stürmer, der 15 Monate nach seinem Kreuzbandriss erstmals von Beginn an auflief und zuletzt vor knapp zwei Jahren eine Serie mit mehreren Toren am Stück hingelegt hatte.

Die Taktik war somit klar: Hinten sollte die Abwehr mit dem ordentlichen Debütanten Ewerton (DBB-Note 3,4 und damit bester Feldspieler) die Null halten und vorne möge vielleicht der liebe Gott den Roten Teufeln helfen. Und tatsächlich hielt die Defensive auch einigermaßen: Braunschweig kam zwar zu ein paar hochkarätigen Chancen, konnte FCK-Keeper Julian Pollersbeck jedoch aus dem Spiel heraus nicht bezwingen. Stattdessen sorgte ausgerechnet eine Standardsituation für die Entscheidung zugunsten des haushohen Favoriten: Nachdem er kurz zuvor noch an Pollersbeck gescheitert war, zirkelte Nik Omladic einen Freistoß an der Mauer vorbei ins FCK-Netz. 1:0 für den BTSV (18.).

Der FCK mauert sich zur Niederlage

Und was machte der FCK? Der mauerte erstmal weiter. Tayfun Korkut sorgte nach dem Spiel zunächst für ungläubiges Staunen mit seiner Aussage dazu: „Wir wollten so lange wie möglich das 0:1 halten, um vielleicht in der Endphase mit ein bisschen mehr Risiko einen Punkt mitzunehmen.“ Diese Taktik kann durchaus legitim sein, aber nur wenn sie funktioniert. Tatsächlich jedoch verbuchten die Roten Teufel in den kompletten 90 Minuten keine einzige ernsthafte Torchance (!) und mussten sich somit gegen die Heimmacht Braunschweig (fünf Spiele, fünf Siege) mehr als verdient geschlagen geben.

Die Fans des FCK machten ihrerseits noch das Beste daraus. Rund 700 waren mitgereist und hatten den Zaun in riesigen Lettern beflaggt: „We don't like mondays“, war zum Spielbeginn zu lesen, gefolgt von „Scheiß Sport1“. Das mag nach weiser Voraussicht klingen, tatsächlich handelte es sich aber um das Motto zum zehnjährigen Bestehen der Proteste gegen Montagsspiele und fanfeindliche Anstoßzeiten. Zeitgleich gingen dazu passende Schals nach oben, die vor dem Gästeblock verkauft wurden. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es außerdem eine Aktion mit Bannern und Blockfahne in Gedenken an den vor zwei Wochen verstorbenen FCK-Fan Karsten. Nach dem Spiel wiederum sorgten noch einzelne provozierende Heimfans und Securities kurz für Wallung im Gästeblock, schlimmeres passierte aber nicht.

Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans?

Trotz der geringen Anzahl und des schlechten Spiels ihrer Mannschaft sorgten die FCK-Fans, ebenso wie auch der BTSV-Anhang, für gute Stimmung im mit 20.790 Zuschauern fast ausverkauften Eintracht-Stadion. Zwar gab es auch immer wieder Leerlauf, aber die, die da waren unter dem Braunschweiger Stadiondach, waren laut. Bemerkenswerte Szenen gab es außerdem nach dem Abpfiff: Während die Einheimischen feierten, spendeten auch die Lautrer Fans ihrem Team weitgehend aufmunternden Applaus, verbunden mit motivierenden Worten. Das hat man in den vorherigen Spielen auch schon anders erlebt. Die Spieler wiederum kamen an den Zaun und klatschten ab – zum ersten Mal in dieser Saison.

Was bleibt nun hängen aus Braunschweig? Eigentlich nicht viel. Die Probleme sind die gleichen wie vorher, auch die Tabellensituation hat sich nicht gravierend verändert. Personell ist für das nächste Montagsspiel zuhause gegen Bochum mit der Rückkehr von Jacques Zoua und Osayamen Osawe zu rechnen, den Torschützen des bisher einzigen Saisonsieges (3:0 gegen Dresden) aus nunmehr neun Spielen. Dann bliebe Tayfun Korkut zumindest weitere Tüftelei erspart, wenn es darum geht, nach der im Vergleich zum Saisonstart halbwegs stabilisierten Defensive endlich auch der Offensive neues Leben einzuhauchen.

 
8. Spieltag FCK 0 - 0 Arminia Bielefeld Spielbericht
Ein langer Weg

Ein langer Weg

 

02.10.2016 - 18:29 Uhr

Der 1. FC Kaiserslautern kommt gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 0:0 hinaus und verpasst damit einen Schritt aus dem Tabellenkeller. Eines ist klar: Es wird für alle Beteiligten ein langer Weg.

 

Keine Frage, es gab schon Zeiten, da machte das Lautrer Fan-Dasein größeren Spaß als aktuell. Für manch einen wird der Weg zum Stadion mit jedem Spieltag, den die Roten Teufel in der unteren Tabellenregion der 2. Bundesliga dümpeln, länger und länger. Ein langer Weg raus aus dem Ligakeller ist es auch für die Mannen von Tayfun Korkut, wie sich nach dem 8. Spieltag einmal mehr festhalten lässt.

21.645 Zuschauer sahen das müde 0:0 zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Arminia Bielefeld – und kamen am Anfang aus dem Applaudieren gar nicht heraus. Neben dem obligatorischen Rufen der Spielernamen bei der Mannschaftsaufstellung wurden auch gleich mehrere einzelne Akteure gefeiert. Julian Pollersbeck, dessen Vertrag bis 2020 unter der Woche verlängert wurde und der wohl als neuer Stammkeeper gesetzt ist, wurde ebenso mit lautem Applaus bedacht wie Robin Koch, der nach der Unterzeichnung seines ersten Profi-Vertrags gleich das Vertrauen von Tayfun Korkut geschenkt bekam und in die Startelf beordert wurde. Der Sohn von FCK-Legende Harry Koch ist jetzt auch ein Roter Teufel.

Auch Ewerton, der langersehnte Hoffnungsträger für die Innenverteidigung und U23-Stürmer Robert Glatzel, die beide auf der Bank saßen, bedachte der FCK-Anhang mit Applaus. So ging es mit einer positiven Grundstimmung in die Partie, obgleich diese in den ersten Minuten vor sich hinplätscherte.

Die erste Aufregung gab es dann in der 11. Minute, als Zoltan Stieber eine schöne Freistoßvariante aus der Drehung vollendete und nur am Innenpfosten scheiterte. Das Fritz-Walter-Stadion brauste auf, ein kleines Rrrrrrrroar, das den Roten Teufeln und ihren Anhängern viel zu selten in Mark und Bein geht, sie antreibt und beflügelt.

Doch wie so oft nutzte der FCK den Schwung der Anfangsminuten nicht. Osayamen Osawe und Lukas Görtler vergaben weitere gute Möglichkeiten und auch Bielefeld trug mit Ausnahmen wenig zum Spiel bei. Es entwickelte sich bald eine der Tabellensituation beider Klubs (17. gegen 18.) angemessene Partie: Viel Bemühen, wenig Ertrag.

Die Roten Teufel taten sich gegen die kompakten Bielefelder schwer. Korkut stellte deshalb nach etwa 35 Minuten auf ein breites 4-1-4-1 um. Der taktische Kniff fruchtete jedoch nicht, weshalb das Spiel bis zum Pausentee immer weiter verflachte – und parallel dazu die Stimmung auf den Rängen.

Mehrmals verstummte die Westkurve sogar komplett. Auch im zweiten Durchgang setzte sich das Geschehen auf den Rängen und dem Platz fort. Fabian Klos vergab zwar kurz nach dem Wiederbeginn eine gute Kopfballchance – sehr zum Leid der rund 700 gut aufgelegten Arminia-Anhänger – und auf der anderen Seite scheiterte Osawe an Wolfgang Hesl. Doch sonst spielte sich das meiste Geschehen im Mittelfeld ab.

Mit Osawes Chance entwickelte sich allerdings eine kleine Drangphase der Lautrer, die nach rund 70 Minuten jäh unterbrochen wurde. Zoltan Stieber zog auf das Tor zu und wurde von Bielefelds Julius Börner zweimal am Trikot gezupft. Der Elfmeterpfiff? Blieb aus! Wütend bestürmten die Roten Teufel Schiedsrichter Frank Willenborg. Gaus schoss dabei jedoch über das Ziel hinaus, fasste den Unparteiischen an und flog mit Gelb-Rot vom Platz.

Die Fans reagierten mit entsprechenden Gesängen in Richtung des Schiedsrichters, pfiffen die Bielefelder aus und stimmten allein aus Trotz den „Kämpfen-Siegen“-Schlachtruf an. Es half aber nichts. Der FCK war nun bis zum Schlusspfiff damit beschäftigt, die Gäste vom eigenen Tor fernzuhalten – ohne dass die ihre Überzahl in Zählbares ummünzen konnten.
So blieb es beim 0:0, das kurz nach Abpfiff mit Buhrufen und Pfiffen bedacht wurde, die sich hauptsächlich aber auf das Schiedsrichtergespann bezogen. Die Mannschaft, die sich nur zögerlich in Richtung der Westkurve begab, wurde dagegen teils mit Kritik, teils aber auch mit aufmunterndem Applaus bedacht – umrahmt von einem dünnen „Lautrer geben niemals auf“-Gesang.

Der Weg, er bleibt erst einmal steinig und lang.

In Gedenken an Karsten

In der Westkurve wurde vor und während des Spiels FCK-Fan Karsten gedacht, der Anfang dieser Woche nach schwerer Krankheit verstorben ist. Karsten gehörte zum aktiven Teil der Lautrer Fangemeinde, organisierte Busse zu Auswärtsspielen und sorgte mit seiner ansteckenden guten Laune stets für positive Stimmung. Ruhe in Frieden, Karsten.

 
8. Spieltag FCK 0 - 0 Arminia Bielefeld Spielbericht
Ein langer Weg

Ein langer Weg

 

02.10.2016 - 18:29 Uhr

Der 1. FC Kaiserslautern kommt gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 0:0 hinaus und verpasst damit einen Schritt aus dem Tabellenkeller. Eines ist klar: Es wird für alle Beteiligten ein langer Weg.

 

Keine Frage, es gab schon Zeiten, da machte das Lautrer Fan-Dasein größeren Spaß als aktuell. Für manch einen wird der Weg zum Stadion mit jedem Spieltag, den die Roten Teufel in der unteren Tabellenregion der 2. Bundesliga dümpeln, länger und länger. Ein langer Weg raus aus dem Ligakeller ist es auch für die Mannen von Tayfun Korkut, wie sich nach dem 8. Spieltag einmal mehr festhalten lässt.

21.645 Zuschauer sahen das müde 0:0 zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Arminia Bielefeld – und kamen am Anfang aus dem Applaudieren gar nicht heraus. Neben dem obligatorischen Rufen der Spielernamen bei der Mannschaftsaufstellung wurden auch gleich mehrere einzelne Akteure gefeiert. Julian Pollersbeck, dessen Vertrag bis 2020 unter der Woche verlängert wurde und der wohl als neuer Stammkeeper gesetzt ist, wurde ebenso mit lautem Applaus bedacht wie Robin Koch, der nach der Unterzeichnung seines ersten Profi-Vertrags gleich das Vertrauen von Tayfun Korkut geschenkt bekam und in die Startelf beordert wurde. Der Sohn von FCK-Legende Harry Koch ist jetzt auch ein Roter Teufel.

Auch Ewerton, der langersehnte Hoffnungsträger für die Innenverteidigung und U23-Stürmer Robert Glatzel, die beide auf der Bank saßen, bedachte der FCK-Anhang mit Applaus. So ging es mit einer positiven Grundstimmung in die Partie, obgleich diese in den ersten Minuten vor sich hinplätscherte.

Die erste Aufregung gab es dann in der 11. Minute, als Zoltan Stieber eine schöne Freistoßvariante aus der Drehung vollendete und nur am Innenpfosten scheiterte. Das Fritz-Walter-Stadion brauste auf, ein kleines Rrrrrrrroar, das den Roten Teufeln und ihren Anhängern viel zu selten in Mark und Bein geht, sie antreibt und beflügelt.

Doch wie so oft nutzte der FCK den Schwung der Anfangsminuten nicht. Osayamen Osawe und Lukas Görtler vergaben weitere gute Möglichkeiten und auch Bielefeld trug mit Ausnahmen wenig zum Spiel bei. Es entwickelte sich bald eine der Tabellensituation beider Klubs (17. gegen 18.) angemessene Partie: Viel Bemühen, wenig Ertrag.

Die Roten Teufel taten sich gegen die kompakten Bielefelder schwer. Korkut stellte deshalb nach etwa 35 Minuten auf ein breites 4-1-4-1 um. Der taktische Kniff fruchtete jedoch nicht, weshalb das Spiel bis zum Pausentee immer weiter verflachte – und parallel dazu die Stimmung auf den Rängen.

Mehrmals verstummte die Westkurve sogar komplett. Auch im zweiten Durchgang setzte sich das Geschehen auf den Rängen und dem Platz fort. Fabian Klos vergab zwar kurz nach dem Wiederbeginn eine gute Kopfballchance – sehr zum Leid der rund 700 gut aufgelegten Arminia-Anhänger – und auf der anderen Seite scheiterte Osawe an Wolfgang Hesl. Doch sonst spielte sich das meiste Geschehen im Mittelfeld ab.

Mit Osawes Chance entwickelte sich allerdings eine kleine Drangphase der Lautrer, die nach rund 70 Minuten jäh unterbrochen wurde. Zoltan Stieber zog auf das Tor zu und wurde von Bielefelds Julius Börner zweimal am Trikot gezupft. Der Elfmeterpfiff? Blieb aus! Wütend bestürmten die Roten Teufel Schiedsrichter Frank Willenborg. Gaus schoss dabei jedoch über das Ziel hinaus, fasste den Unparteiischen an und flog mit Gelb-Rot vom Platz.

Die Fans reagierten mit entsprechenden Gesängen in Richtung des Schiedsrichters, pfiffen die Bielefelder aus und stimmten allein aus Trotz den „Kämpfen-Siegen“-Schlachtruf an. Es half aber nichts. Der FCK war nun bis zum Schlusspfiff damit beschäftigt, die Gäste vom eigenen Tor fernzuhalten – ohne dass die ihre Überzahl in Zählbares ummünzen konnten.
So blieb es beim 0:0, das kurz nach Abpfiff mit Buhrufen und Pfiffen bedacht wurde, die sich hauptsächlich aber auf das Schiedsrichtergespann bezogen. Die Mannschaft, die sich nur zögerlich in Richtung der Westkurve begab, wurde dagegen teils mit Kritik, teils aber auch mit aufmunterndem Applaus bedacht – umrahmt von einem dünnen „Lautrer geben niemals auf“-Gesang.

Der Weg, er bleibt erst einmal steinig und lang.

In Gedenken an Karsten

In der Westkurve wurde vor und während des Spiels FCK-Fan Karsten gedacht, der Anfang dieser Woche nach schwerer Krankheit verstorben ist. Karsten gehörte zum aktiven Teil der Lautrer Fangemeinde, organisierte Busse zu Auswärtsspielen und sorgte mit seiner ansteckenden guten Laune stets für positive Stimmung. Ruhe in Frieden, Karsten.

 
FCK News Aktuell 31.09.2016

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Für viele Fans stehen Ultras vor allem für Singsang und Pyrotechnik. Dass die größte jugendliche Subkultur in Deutschland noch viele andere Facetten hat, zeigt eine aktuelle Dokumentation von Sky. weiter

 
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