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14. Spieltag FCK 0 - 0 Karlsruher SC Spielbericht
Torlos, glanzlos, aber nicht ohne Spannung

Torlos, glanzlos, aber nicht ohne Spannung

 

27.11.2016 - 22:00 Uhr

1. FC Kaiserslautern gegen Karlsruher SC. Ein Duell, das auf den Rängen die Stimmbänder strapaziert und auf dem Platz die Rudelbildung pflegt. Natürlich muss auch die Polizei ran, wenn die blau-weißen Gelbfüßler sich über den Rhein hinweg Richtung rot-weiß-roten Westen bewegen. Doch der Fuhrpark der Grünen mitsamt Wasserwerfer – dieses mal ging es ohne Hubschrauber – war ähnlich nachhaltig, wie der einzige Torujubel des Tages, findet DBB-Autor Toco.

Zwar hat man sich inzwischen an die bescheidenen Anstoßzeiten der zweiten Liga gewöhnt, doch für zahlreiche Fans der Roten Teufel begann der erste Adventssonntag noch früher als sonst. Mit einem Bannermarsch ging es kollektiv vom Stiftsplatz hinauf zum Fritz-Walter-Stadion. Flankiert von Pyrotechnik und lautem Gesang bahnten sich etwa tausend FCK-Fans den Weg quer durch die Innenstadt auf den Betze.

Zur Schalparade mit einem lauten "You‘ll never walk alone" standen dann alle an ihrem Platz und auch die Mannschaften marschierten pünktlich hinter dem Schiedsrichtergespann auf den Rasen. In der nun ebenfalls gefüllten Ostkurve stieg massig weißer Rauch auf, zusätzlich wurde eine Batterie von Feuerwerkskörpern gen Himmel abgefeuert. Die drei Punkte sucht der Anhang aus Baden, der mangels wehender Fahnen nicht einmal mit selbigen untergehen konnte, allerdings noch immer vergebens und auch die Zaunfahne mit der Aufschrift "Gegen Kollektivstrafen" werden die Karlsruher sicher bald wieder aufhängen dürfen.

Von Anpfiff an nahmen die Roten Teufel das Heft des Handelns in die Hand. Während es die Gäste aus Baden in einigen Situationen mit der leidenden Rolle seitwärts auf dem Rasen übertrieben, strebten die Männer in Rot in sehenswerten Spielzügen in Richtung Tor. Es blieb leider bei gefährlichen Hereingaben und erfolglosen Torschüssen. Das machte schon nach fünf Minuten Marcel Gaus deutlich klar, der von Phillipp Mwene hervorragend in Szene gesetzt wurde und dann vor dem leerstehenden Tor am Ball vorbei trat.

Mangelnder Zuschauerzuspruch und fehlende Tore

Einmal mehr zeigt sich, wie sehr die zweite Liga an die Substanz geht. Das traditionsreiche Duell des Vereins der Pfalz gegen die Badener lockte in seiner insgesamt 58. Auflage gerade mal 28.487 Zuschauer ins Stadion, darunter 2.500 gegnerische Fans (2015/16 waren es noch 30.839, inklusive 4.000 Karlsruher). Der Gästeblock blieb somit leerer als erwartet und auch optisch relativ blass. Wo schon um Meisterschaften oder Pokale gerungen wurde, wo die Westkurve anlässlich dieses Kräftemessens prächtige Choreos präsentierte, da fehlten am 14. Spieltag der Saison 2016/17 neben dem Zuschauerzuspruch der letzte Biss, das nötige Fortune und auch noch das eine Tor.

Dabei zappelte der Ball in der 62. Minute schon im Netz. FCK-Coach Tayfun Korkut hatte kurz davor seine bewährte Stammformation (bereits zum fünften mal ging die identische Startelf ins Spiel) aufgelöst und Jacques Zoua für Naser Aliji eingewechselt, und ausgerechnet dieser köpfte erfolgreich einen Stieber-Freistoß in die Maschen. Doch Schiedsrichter Günter Perl monierte per Pfeife den im Abseits befindlichen Osayamen Osawe und machte die Führung der Roten Teufel zunichte – eine sehr fragwürdige Entscheidung! Unzählige Becher Bier benetzten völlig umsonst die Westkurve, aber immerhin verschwand mit dieser Situation eine seltsame lähmende Lethargie bei den Fans der Roten Teufel. Bis dahin hielt sich auch die Stimmung leider in Grenzen. Zwei- oder dreimal schwappte ein Fangesang aus der Kurve Richtung Podest und zurück, die restliche Zeit verging mit etwas spielbezogener Unterstützung und meistens dirigiert vom Vorsänger. Auch mit den Fans auf der Südtribüne gab es am Anfang der Partie nur einen lauten Wechselgesang. Am lautesten wurde es in beiden Kurven, wenn gegen den Gegner gepöbelt wurde.

Unbeirrt, aber ohne Erfolg

Der unglückliche Abseitspfiff ließ die Mannschaft aus Kaiserslautern jedoch nicht verzweifeln. Mit einer Ausnahme hielten die Roten Teufel die Karlsruher anschließend vom eigenen Tor fern und bauten unbeirrt, wenn auch manchmal etwas unbeholfen, den Druck in Richtung Westkurve auf. Der erfolgreiche Abschluss sollte und wollte jedoch nicht mehr folgen.

Erneut gelang es den Roten Teufeln, im Heimspiel den Kasten sauber zu halten, zum fünften Mal in Folge (Vereinsrekord!). Die Belohnung auf der gegenüberliegenden Seite blieb aber leider aus. Die zweite Derby-Nullnummer auf dem Betze nach 2015/16, insgesamt sogar das dritte 0:0 in den letzten vier Duellen. Doch die Stabilität der Lautrer und die kommenden Gegner halten die Spannung aufrecht. Die vergebenen Siege gegen München und Karlsruhe können gegen St. Pauli und Aue zwar nicht nachgeholt, aber doch zumindest weniger schmerzlich gemacht werden. Mit acht Punkten hinter Platz 3 und sechs Punkten vor Platz 16 stehen die Roten Teufel momentan jenseits von Gut und Böse.

Meine Teufel des Tages: Keine Choreo in der West, aber ein Plakat der Teufelsbande in der Ostkurve. Die Marschrichtung stimmte auch dort: "Auf zum Derbysieg". 2017 holen die Roten Teufel das Ganze dann hoffentlich nach.

Was sonst noch auffiel: Vor dem Anpfiff erinnerte Stadionsprecher Horst Schömbs an Hans-Günter Neues, der nach schwerer Krankheit die Hölle Betzenberg gegen den Himmel tauschte. Die Schweigeminute gipfelte in einem lauten Applaus im Stadion für den Ex-Kapitän der Roten Teufel. Unvergessen, Hans-Günter.

 
13. Spieltag TSV 1860 München 1- 1 FCK Spielbericht
Ein Punkt, der nun veredelt werden kann

Ein Punkt, der nun veredelt werden kann

 

22.11.2016 - 13:48 Uhr

Am Montagabend wäre für den FCK mehr drin gewesen als nur ein Punkt bei 1860. Trotzdem können die Lautrer mit dem Remis besser leben, als es noch vor Kurzem der Fall gewesen wäre. Der Blick richtete sich ohnehin schon während des Spiels nach vorne.

 

Es war eine seltsame Atmosphäre, die sich in der mal wieder gähnend leeren Münchner Arena (offizielle Zuschauerzahl: 17.600) zwischen der 60. und 85. Minute breitmachte. Während der 1. FC Kaiserslautern auf dem Platz das Spiel zwar dominierte, aber in dieser Spielphase kaum Torchancen generierte, stimmten Teile der rund 1.200 Gästefans den einen oder anderen Schmähgesang in Richtung des kommenden Derbygegners aus Karlsruhe an.

Auf der Gegenseite, in der Heimkurve des TSV 1860 München, machte sich nach einem zu Beginn noch halbwegs vorhandenen Support für die eigene Mannschaft und einzelnen "Scheiß FC Bayern"-Wechselgesängen mit den FCK-Fans zusehends Unmut breit, der sich vor allem an Cheftrainer Kosta Runjaic festmachte. Es schien, als hätten sich beide Seiten früh mit der Punkteteilung zufriedengegeben. Die Stimmung auf Lautrer Seite dürfte allerdings deutlich besser sein als bei den Sechzgern. Das gegen Ende der Partie deutlich vernehmbare "Kosta raus" zeugte nämlich von der x-ten Krise bei "Münchens großer Liebe".

Traurig, aber wahr: 1860 als mahnendes Beispiel für den FCK

Ohnehin entwickeln sich Reisen zu den Weiß-Blauen mittlerweile zu einem echten, abstoßenden Anschauungsunterricht, welche Entwicklung der FCK hoffentlich niemals nehmen wird. Denn bei den Löwen ist das graue Riesenstadion noch leerer, der Zuschauerschwund noch eklatanter, die Stimmung nach dem Rückzug der "Giasinga Buam" nochmals gespenstischer, die sportliche Misere noch andauernder und die Vereinspolitik, vor allem wegen Investor Hasan Ismaik, noch verworrener. Die Entlassung von Kosta Runjaic, der sich am Montagabend zunächst noch kämpferisch-optimistisch gegeben hatte, ist nur ein weiteres Kapitel in der schier endlosen Horrorshow der Giesinger: Sportdirektor Thomas Eichin wurde von Ismaiks Truppe gar nicht mehr gefragt und soll selbst vor der Entlassung stehen.

Dabei hatten die Löwen gegen den FCK zunächst deutlich besser ins Spiel gefunden und die Korkut-Elf in den ersten 20 Minuten ordentlich unter Druck gesetzt. Nicht unverdient waren die Münchner nach neun Minuten durch Ivica Olic in Führung gegangen, drängten danach auf das zweite Tor – wäre nicht Julian Pollersbeck im Weg gestanden, der Olic‘ zweiten Versuch bärenstark und unter lautem Jubel des FCK-Anhangs abwehrte. "Ich habe geguckt, was er macht und dann versucht zu reagieren. Das ist dann ganz glücklich gelaufen", sagte der gebürtige Oberbayer nach der Partie.

Nach diesem Doppel-Schock legten die Roten Teufel endlich los, unterstützt von den gut aufgelegten mitgereisten Fans, die sich hinter dem breiten "We don’t like Mondays"-Banner im Gästeblock versammelt hatten. Ihre Anfeuerungsrufe zeigten Wirkung, mehr und mehr kam der FCK nun in Tritt. "Die Brust ist breiter geworden, nach den letzten Spielen. Vor fünf, sechs Wochen weiß ich nicht, ob wir nach einem 0:1 in München weiter so den Ball laufen gelassen und die Ruhe bewahrt hätten. Wir haben ordentlich gespielt", erklärte Christoph Moritz, der kurz vor der Pause den 1:1-Ausgleich durch Zoltan Stieber vorbereitet hatte.

Osawe und Zoua haben den Siegtreffer auf dem Fuß

"Das hatten wir oft im Training geübt. Das war ein super Ball von Christoph. Ich glaube, es war ein schönes Tor", sagte der Ungar nach dem Spiel grinsend. Er sicherte seinen Farben damit einen unter dem Strich verdienten Punkt. Mit etwas mehr Glück und mehr Durchsetzungskraft wäre sogar der vierte Sieg in Folge drin gewesen. Doch Osayamen Osawe und der eingewechselte Jacques Zoua ließen in der Schlussphase zwei große Chancen ungenutzt. So ganz zufrieden zeigte sich Tayfun Korkut nach dem Spiel deshalb nicht, auch wenn er betonte, dass man mit einem Punkt leben könne – der nun aber im Derby veredelt werden müsse.

Zum gleichen Urteil kam man auch im Gästeblock, der die Mannschaft mit Applaus verabschiedete und wie schon während des Spiels auf das kommende Südwest-Derby gegen den KSC (Sonntag, 13:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) einstimmte. Dass die Botschaft angekommen war, bewies Marcel Gaus. "Da ist alles gesagt. Ich weiß, was es für die Fans bedeutet. Ich bin jetzt keiner der große Reden schwingt, sondern wichtig ist, dass wir auf dem Platz Gas geben", kündigte der Außenbahnspieler an.

Mein Teufel des Tages: Zoltan Stieber hätte sich den Titel verdient, aber auch sein Vorlagengeber Christoph Moritz erwischte einen guten Tag. Doch mein Spieler des Spiels ist Julian Pollersbeck, der sein Team nicht nur im ersten Durchgang im Spiel hielt, sondern auch im weiteren Verlauf immer zur Stelle war.

Was sonst noch auffiel: Daniel Halfar ist zurück! "Eine Verletzungspause ist immer scheiße. Es freut mich umso mehr, dass ich heute wieder spielen durfte. Das ist mit das schönste Gefühl", sagte er. Dass der FCK-Kapitän allerdings nicht gleich in die Startelf rückte, sich hinten anstellen musste und erst im zweiten Durchgang eingewechselt wurde, ist auch ein Beweis für den mittlerweile stabilisierten FCK. "Die Luft wird dünner bei uns. Jeder muss sich strecken, dass er am Ende auf dem Platz steht", sagte Christoph Moritz über das Comeback des 28-Jährigen. "Wir haben jetzt oft mit der gleichen Aufstellung gespielt, trotzdem kann keiner sicher sein, dass er auf dem Platz steht."

 
FCK News Aktuell 21.11.2016

Neues vom Betzenberg (zum Archiv)

Datum Überschrift Quelle Kommentare
18.11. | 17:13 Uhr Top12.de spendet Tickets und Trikotbrust gegen Aue Pressemeldung FCK Kommentare 11
18.11. | 14:06 Uhr Korkut hofft auf Halfar und Ewerton Der Betze brennt Kommentare 133
18.11. | 12:16 Uhr Podcast #37: Jahreshauptgebabbel 2016 BetzeGebabbel Kommentare 4
17.11. | 11:43 Uhr Ex-FCK-Kapitän Hans-Günter Neues ist gestorben SWR Kommentare 93
16.11. | 14:12 Uhr Hallenturnier: FCK am 5. Januar 2017 in Ulm Pressemeldung FCK Kommentare 6
16.11. | 10:41 Uhr Christoph Moritz: Selbstvertrauen und Rhythmus Allgemeine Zeitung Kommentare 10
15.11. | 14:58 Uhr Neue Paten für die Betze-Engel fck.de Kommentare 3
 
12. Spieltag FCK 1 - 0 Union Berlin Spielbericht
Das war

Das war "de Betze"

Foto: Screenshot

06.11.2016 - 11:00 Uhr

Ein Vergleich mit glorreichen Zeiten verbietet sich, aber die siegreiche Rasenschlacht gegen Union konnte trotzdem alle Ansprüche der FCK-Fans im Jahr 2016 erfüllen. Warum das so ist, erklärt DBB-Autor Dominic Bold im Nachbericht zum Spiel.

 

Wann immer Möchtegern-Experten in der jüngeren Vergangenheit zu den Problemen des 1. FC Kaiserslautern befragt wurden, kam zuverlässig der Verweis auf die unrealistische Erwartungshaltung der Lautrer Fans. Sollte irgendeiner von ihnen tatsächlich daran interessiert sein, diesen Verein zu verstehen, muss er nicht viel mehr tun als sich den 1:0 (0:0)-Sieg gegen Union Berlin anzuschauen: Das war "de Betze".

Vielleicht muss man ergänzen: 2016. Denn natürlich hält ein halbleeres Stadion und eine spielerisch limitierte Mannschaft keinem seriösen Vergleich mit den glorreichen Zeiten Stand. Das wissen wir, zumindest die allermeisten. Aber darauf kommt es an diesem kalten Novembertag überhaupt nicht an. Es ist Samstagabend und es gibt gerade nichts Schöneres, als FCK-Fan zu sein. Dieses Gefühl ist viel mehr wert als neun Punkte, so bitter nötig sie auch gewesen sein mögen.

Ewertons Stellungsspiel, Robin Kochs Zweikampfstärke oder die Vorzüge der Raute sollen andere analysieren. Für mich ist die wichtigste Erkenntnis des Duells gegen Berlin, dass es mehr als ein unglaubhaft gewordenes Klischee ist, dass man in diesem Stadion mit Entschlossenheit und Willen auch einen fußballerisch überlegenen Gegner in die Knie zwingen kann: indem man ihn konsequent beharkt, sich für keinen Zweikampf zu schade ist. Indem man fällt oder ungeahndet gefällt wird wie Marcel Gaus, aber wieder aufsteht und dann das entscheidende Tor schießt. Und nicht zuletzt, indem man so auch die Zuschauer wieder mitnimmt.

Die Stimmung war heute ein exaktes Spiegelbild der Leistung auf dem Platz: am Anfang recht gut, mit einem kurzen Durchhänger in der ersten Halbzeit (bis zum Foul an Gaus), aber immer besser und entschlossener in der zweiten Halbzeit. Geballte Fäuste oben wie unten. Nur so geht’s.

Kaum zu glauben, dass es keine zwei Wochen her ist, dass ich (und viele andere) die Hoffnung in diese Mannschaft (und den Trainer) völlig aufgegeben hatten. Ewertons Einstand, der immer stärkere Christoph Moritz, oder die Explosion von Osayamen Osawe: alles unabdingbare Faktoren dieser plötzlichen Wende. Und trotzdem: zuallererst musste diese Mannschaft ihre eigene Mutlosigkeit besiegen, bevor sie die Spiele gegen Bochum, Fürth und jetzt eben Berlin gewinnen konnte. Diesen Verdienst dürfen sich auch Tayfun Korkut und Uwe Stöver ans Revers heften. Die Art und Weise wie der gewonnene Glaube an die eigene Stärke gegen Union bestätigt wurde, lässt darauf hoffen, dass genau dieser Stil der letzten Spiele wieder unser Markenzeichen werden kann, auch wenn wir zwischendurch mal wieder einen Dämpfer erleben werden.

Ich lasse mich gerne als naiv beschimpfen, aber ich bin nach diesem Spiel wieder beseelt von der Idee, dass die richtige Mentalität zurückkehrt auf den Berg und in Folge dessen alle von Euch, die sich jetzt ärgern, am Samstag nicht im Stadion gewesen zu sein, beim nächsten Mal wieder mit dabei sind. Denn es lohnt sich wieder "de Betze" zu erleben, anstatt ihn von abgehalfterten Ex-Profis am Mikrofon erklärt zu bekommen.

 
11. Spieltag SpVgg Fürth 0 - 1 FCK Spielbericht
Helme auf und los!

Helme auf und los!

 

30.10.2016 - 15:20 Uhr

Baustellen gibt es beim FCK zur Genüge. Wie passend, dass das fünfte Auswärtsspiel der Saison die Roten Teufel zu einer weiteren Baustelle führte. Am Sportpark Ronhof steht die neue Haupttribüne kurz vor der Fertigstellung. Gleiches gilt wohl auch für Baumeister Tayfun und dessen Mannschaft. DBB-Autor Toco steht zur Abnahme bereit.

 

Sowohl die SpVgg Fürth als auch der 1. FC Kaiserslautern haben schon bessere Zeiten erlebt. Nach einem durchwachsenen bis enttäuschenden Saisonauftakt spielen beide Mannschaften nun eine Rolle im Zweitliga-Abstiegskampf, statt Ambitionen in Richtung Bundesliga anzumelden. So wundert es auch nicht, dass lediglich 8.490 Zuschauer, darunter immerhin knapp 1.500 Reisefreude aus der Pfalz, am Samstagmittag in den Sportpark Ronhof nach Fürth kamen. Die schwache Defensive der Franken und die harmlose Offensive der Pfälzer versprachen allerdings nichts gutes.

Der spektakuläre Auftakt fand dann auch erstmal abseits des Platzes beim Betze-Anhang statt. Zum per Banner präsentierten Motto „Come on you boys in red“ tauchten beim Einlaufen der Mannschaften mehrere bengalische Fackeln und üppiger rot-weiß-roter Rauch im Gästeblock auf, der insgesamt einen geschlossenen Auftritt zeigte: Dirigiert von den Ultras und befeuert von weiteren Stimmungskernen unterstützten die FCK-Fans ihre Männer in Rot von Anfang bis Ende hörbar, sichtbar und entschlossen zum Erfolg.

Zufriedene Fans: Da schmecken auch Leichtbier und Bratwurst

Tayfun Korkut vertraute erneut der Startelf vom siegreichen Spiel gegen Bochum. Die zunehmend eingespielte Mannschaft stand kompakt, kontrollierte das Duell und beschäftigte die Fürther Abwehr mit überraschenden Pässen in die Spitze. Das Spielgeschehen fand – sehr zum Gefallen des Gästeanhangs – zunächst vor dem Gästeblock und somit vor dem Tor der Fürther statt. Jede Offensivaktion der Kleeblätter wurde vom Lautrer Kollektiv im Keim erstickt. Auf der anderen Seite gelang es den Roten Teufeln aber auch nicht ihre Dominanz (immerhin 70% Ballbesitz in der 1. Halbzeit) in Tore umzumünzen. Zur Halbzeitpause stärkten sich die FCK-Fans mit Leichtbier, fränkischer Bratwurst und einer großen Portion Erleichterung, denn die Einstellung ihres Teams stimmte.

Der einzige Treffer des Spiels war schließlich Osayamen Osawe vorbehalten, der bei einem zunächst abgeblockten Ball die zweite Chance in der 51. Minute souverän nutzte. Zoltan Stieber hatte an alter Wirkungsstätte den Briten mit einem schönen Pass in Position gebracht. Der Lautrer Anhang quittierte die verdiente Führung erneut mit einem lauten „Paris, Paris, wir fahren nach Paris!“ Mit dem verhinderten Null zu Null – per Anzeigetafel ließen die Fürther wissen, dass es dieses Ergebnis in zuvor 25 Spielen beider Teams noch nie gegeben hatte – erhöhten dann die Gastgeber den Druck auf die sich zurückziehenden Lautrer. Doch die nun in der Abwehr agierende Fünferkette ließ den Fürthern kaum eine Chance. In den wenigen Situationen, in denen die Heimmannschaft doch eine Lücke in der Abwehr fand, warf sich noch ein Roter Teufel zwischen Ball und Tor. So auch in der 62. Minute als Julian Pollersbeck und Robin Koch im Kollektiv einen Querpass von Sebastian Freis entschärfen und einen Abschluss von Robert Zulj verhinderten. Im Team von Tayfun Korkut spielte und kämpfte jeder für seinen Mitspieler und zeigte, dass die „#ZusammenLautern“-Kampagne doch mehr als eine leere Phrase sein kann.

Kabinettstückchen und Kollektiv: Starker FCK schlägt schwache Fürther

Gegen Ende der Partie gelang es auch den Roten Teufeln wieder, die zunehmend demoralisierten Fürther zu beschäftigen, aber ein 2:0 sollte nicht mehr gelingen. Erstmals in dieser Saison gewinnt der 1. FC Kaiserslautern zwei Spiele nacheinander und bleibt erneut ohne Gegentreffer. Die ausgelassenen feiernden Fans machten noch die Welle mit den ebenfalls sichtlich gelösten Spielern, die sich anschließend am Zaun noch „hautnah“ Beifall und Handshakes abholten. Mit einem „Seht ihr Mainzer, so wird das gemacht.“ schicken die Lautrer Fans noch einen Gruß in Richtung Landeshauptstadt, die wenige Tage zuvor im DFB-Pokal an gleicher Stelle scheiterten. Die Roten Teufel ziehen in der Tabelle am Gegner vorbei und lassen die Baustelle am Ronhof hinter sich. Weitere Baustellen liegen noch vor dem Korkut-Team, aber die jüngsten Ergebnisse samt Kampfgeist, Teamgeist und neue Tabellensituation mit dem FCK in den „Top 12“ machen Hoffnung. Dran bleiben!

Meine Teufel des Tages: Man könnte das Kabinettstückchen von Christoph Moritz hervorheben, der kontrolliert mit „Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Drei“ mehrere Gegner austanzt. Oder man richtet den Fokus auf Osayamen Osawe und seinen souveränen Treffer. Doch Teufel des Tages waren diesmal die elf Jungs auf dem Platz, die stabil spielten und die füreinander kämpften. Allerdings fiel auch der Auftritt der Fürther erstaunlich schwach aus. Also noch kein Grund, die Bodenhaftung zu verlieren.

Was sonst noch auffiel: Dass das Zusammenspiel bei den Roten Teufel nicht immer reibungslos gelingt, lässt sich am Schädel von Naser Aliji ablesen. Die Stollen von Marcel Gaus hinterließen bei einem unnötig spektakulären Klärungsversuch in der 80. Minute sichtbare Spuren.

 
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