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1. Spieltag FCK 0 - 4 Hannover 96 Spielbericht
Warum es trotzdem gut war

Warum es trotzdem gut war

 

06.08.2016 - 20:10 Uhr

Mit 0:4 kommen die Roten Teufel gegen Aufstiegsfavorit Hannover unter die Räder. Und trotzdem verlassen die FCK-Fans nicht mit einem durchweg schlechten Gefühl den Betzenberg.

 

Kaiserslautern, Freitagabend, 18:00 Uhr. Bis zum Saisonauftaktspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Hannover 96 sind es noch zweieinhalb Stunden. Und der Betze brodelt! Schon jetzt pilgern erste Menschenmassen zum Fritz-Walter-Stadion hinauf, an den Kassenhäuschen herrscht längst Hochbetrieb, und auch die Innenstadt am Fuße des Betzenbergs ist rot-weiß gefärbt. Es kann wieder losgehen!

Nach den Ernüchterungen der vergangenen Saison(s) haben die FCK-Fans wieder Mut gefasst. Am Hauptbahnhof sammeln sie sich zu Hunderten und machen sich zwei Stunden vor dem Anpfiff unter dem Motto „Ewig Vereint“ auf den Weg hinauf. Auf halber Strecke wird kurz angehalten und der Mannschaftsbus empfangen, den Spielern Mut zugesprochen für das Spiel gegen den Absteiger und Topfavoriten.

Oben angekommen das gleiche Bild: Rot hier, rot da, rot überall. Einen solchen Andrang hat der Betze schon seit über einem Jahr nicht mehr gesehen. 40.021 Zuschauer werden später durchgesagt, die erhoffte Marke wurde geknackt. Zum Einlaufen der Mannschaften gibt es – nach der mit einem gellenden Pfeifkonzert bedachten Eröffnungszeremonie der DFL – in der Westkurve eine große Choreographie: „Wir leben für unseren Verein“, steht auf großen Lettern geschrieben. Welches Motto könnte für diesen Tag besser passen? Auf der riesigen Blockfahne vor rot-weißem Hintergrund stehen drei Personen einträchtig nebeneinander und erst beim zweiten Block fällt auf, dass es sich um drei Stilrichtungen aus der Fankurve handelt, nämlich Ultra, Supporter und Kutte. Auch dies könnte symbolhaft stehen für das gelebte Motto der FCK-Familie an diesem Tage: Wir sind alle Betze-Fans. Zusammen Lautern!

Und dann geht es los. Der mit Spannung erwartete Saisonauftakt mit neuem Trainer, neuer Mannschaft und gefühlt mit einer neuen Zeitrechnung. Die Roten Teufel legen los wie die Feuerwehr und vor allem Osayamen Osawe weiß das Publikum zu begeistern. In der 6. Minute legt der Neuzugang aus Halle den Ball quer auf Marcel Gaus, dieser bewahrt die Nerven und knallt das Leder an Hannover-Torwart Philipp Tschauner vorbei in die Maschen und lässt den Betze explodieren – nicht! Gaus scheitert mit dieser „Hundertprozentigen“ an Tschauner, es steht weiter 0:0. Die FCK-Fans sind trotzdem schon jetzt angetan, man spürt förmlich die Aufbruchstimmung und der Betze geht langsam in Richtung seiner alten Lautstärke. Selbst auf der Nord- und auf der Südtribüne stehen die Fans schon nach wenigen Minuten auf ihren Sitzen.

Das Team von Tayfun Korkut hat den deutlich stärker eingeschätzten Absteiger in der ersten Viertelstunde voll im Griff und probiert es ein ums andere Mal nach vorne. Doch dann verliert Christoph Moritz den Ball in der gegnerischen Hälfte, die neuformierte FCK-Defensive lässt sich von den 96ern überlaufen, Naser Aliji fälscht eine Hereingabe leicht ab und plötzlich steht Phillipp Mwene mitten im eigenen Strafraum alleine gegen zwei Gegenspieler. Hannovers Artur Sobiech lässt clever durch und Sebastian Maier erzielt das 0:1 aus Sicht des FCK (16.). Und von dem forschen Beginn des FCK ist nun von Minute zu Minute weniger zu sehen.

75 Minuten später sind die Roten Teufel mit 0:4 unter die Räder gekommen. Klar, es war Hannover, der Aufstiegsfavorit mit doppelt so hohem Etat wie der FCK. Trotzdem ist das zweifellos eine große Ernüchterung nach der Euphorie im Vorfeld – und ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Mannschaft noch dringend Verstärkung benötigt. Auch sollten bei den nächsten Spielen in Würzburg und in Halle nicht unbedingt weitere Nackenschläge folgen, wenn das zarte Pflänzchen „Aufbruchstimmung“ nicht sofort wieder zertreten werden soll.

Und doch bleibt nach knapp drei Monaten Fußballpause vor allem diese eine Erkenntnis aus dem Heimspiel, die auf den Tribünen auch nach den vielen Gegentoren noch spürbar ist: Die FCK-Fans haben wieder Bock. Und das macht Mut.

 
34. Spieltag FC St. Pauli 5 - 2 FCK Spielbericht

Mit Harmonie und Hoffnung in die Sommerpause

 

16.05.2016 - 16:15 Uhr

Saisonabschluss auswärts in St. Pauli – gibt schlimmeres, oder? Die FCK-Fans machten jedenfalls das Beste daraus und freuten sich, am Millerntor endlich einen Haken hinter eine Saison zum Vergessen machen zu können. Was bleibt, ist die Hoffnung auf die Zukunft.

- Fotogalerie | Fanfotos: FC St. Pauli - 1. FC Kaiserslautern
- Fotogalerie | Spielfotos: FC St. Pauli - 1. FC Kaiserslautern

„Forza FCK, rot-weiß-rot olé, mein Leben hab' ich dir vermacht, jeden Tag und jede Nacht...!“ Nach dem Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern beim FC St. Pauli wurde im Gästeblock noch mal ordentlich gefeiert. Mit Fahnen und Schlachtrufen ließen die FCK-Fans in diesen Minuten aber nicht die Mannschaft hochleben – sondern ihren Verein. Wobei auch die Spieler ihren Applaus bekamen, besonders der erneut verabschiedete Jean Zimmer, und sich bei den mitgereisten Fans freundlich zurück bedankten. Ein harmonisches Bild am Ende einer turbulenten Saison. Vor allem aber war es spürbar, dass jeder froh ist über das Ende dieser Katastrophensaison.

„Wir freuen uns jetzt extrem auf die Ferien“, sagte auch Konrad Fünfstück eine Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff. Der 35-jährige hat für die kommenden Tage noch ein ausführliches Resümee der für ihn nicht immer leichten Saison angekündigt. Ob Fünfstück dem Auf und Ab der letzten Monate selbst zum Opfer fällt, ist weiterhin offen, soll an dieser Stelle aber nicht zum x-ten mal diskutiert werden. Die Entscheidung über alle (sportlichen) Personalien für die kommende Saison liegt bei Uwe Stöver, der am Millerntor offiziell seinen ersten Arbeitstag hatte, sich aber zunächst noch von der Mannschaft und der Presse fernhielt. Der neue Sportdirektor hat nun 82 Tage Zeit, um bis zum Auftakt der Saison 2016/17 ein neuformiertes Team auf die Beine zu stellen, das es besser macht als das alte.

Das Spiel in St. Pauli war ein Spiegelbild der gesamten Saison: Oft bemüht, manchmal fahrlässig und zu selten erfolgreich. Mit dem frühen Führungstreffer von Lukas Görtler (4.) fing es eigentlich optimal an, doch Startelfdebütant Ryo Miyaichi (5.) und Lennart Thy (21.) drehten das Spiel noch vor der Pause zum 2:1 für St. Pauli. Erneut Miyaichi (57.), Sebastian Maier (72.) und Christopher Buchtmann (79.) sorgten in einem typischen Saisonabschlusskick für den 5:2-Endstand, bei einem weiteren FCK-Treffer durch Ruben Jenssen (76.). Spätestens beim 4:1 hatten die Fans im Gästeblock in den Scheißegalpartymodus umgeschaltet, dem auch die lautstarken Fans des FC St. Pauli in nichts nachstanden. Wer mal verschiedene Arten von Fankultur erleben möchte, die gut neben- und miteinander funktionieren, dem sei ein Besuch im Millerntor-Stadion empfohlen.

Besonders bitter: Weil Braunschweig überraschend gegen Düsseldorf verlor, hätte der FCK mit einem Sieg tatsächlich noch am BTSV vorbeiziehen und einen Platz in der TV-Geld-Tabelle gut machen können. Knapp 600.000 Euro für die kommende Saison gehen den Roten Teufeln deshalb durch die Lappen. In der Tabelle der 2. Bundesliga hätte der FCK noch bis auf Platz 7 klettern können, so steht nun Rang 10 zu Buche – das zweitschlechteste Saisonergebnis der Vereinsgeschichte.

Den FCK-Fans war das – zumindest für den kurzen Moment nach dem Abpfiff – aber alles egal. Sie feierten den Verein und sich selbst. Und hoffen auf bessere Zeiten.

 
33. Spieltag FCK 3 - 1 SpVgg Fürth Spielbericht

Emotionen, Abschied, Eigenwerbung

 

09.05.2016 - 16:07 Uhr

Der Heimsieg gegen Fürth tut beim FCK allen gut, auch wenn es sportlich eigentlich um nichts mehr ging. Für Emotionen sorgen vor allem der tränenreiche Abschied von Jean Zimmer sowie die Worte von Konrad Fünfstück, der Werbung in eigener Sache betreibt.

- Fotogalerie | Fanfotos: 1. FC Kaiserslautern - SpVgg Fürth
- Fotogalerie | Spielfotos: 1. FC Kaiserslautern - SpVgg Fürth
- Fotogalerie | Präsentation des neuen FCK-Heimtrikots 2016/17

Im Fritz-Walter-Stadion herrschte gute Stimmung, als die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern sich nach dem 3:1-Sieg gegen die SpVgg Fürth auf ihre letzte Ehrenrunde in dieser Saison begab. Auch wenn nur noch 25.037 Zuschauer und damit so wenige wie zuletzt vor 26 Jahren zum letzten Heimspiel kamen, sorgte die Elf von Konrad Fünfstück an diesem Tag für einen versöhnlichen Abschluss einer insgesamt schlechten Heimsaison: Der im vergangenen Sommer fast zum FCK gewechselte Veton Berisha hatte zwar die frühe Führung für das Kleeblatt erzielt (12.), doch Ruben Jenssen (18., sechstes Saisontor und damit zweitbester FCK-Torschütze der Saison), Alexander Ring (38., zweites Tor in Folge) und Lukas Görtler (72., erstes Tor als Zweitliga-Profi) drehten das Spiel zugunsten der erstmals im neuen Heimtrikot angetretenen chili-burgund-roten Teufel.

Viel emotionaler als das Spiel – welches die 500 mitgereisten Fürther Fans mit einer schönen Kleeblatt-Choreographie einleiteten – waren allerdings die Szenen davor und danach. Fünf Rote Teufel wurden verabschiedet, darunter mit Jean Zimmer, Markus Karl und Chris Löwe drei Stammspieler der letzten Jahre. Besonders der Abschied von Publikumsliebling Zimmer verlief rührend: Der Pälzer Bu' aus Landstuhl heulte Rotz und Wasser, als er nach der Ehrenrunde in die Westkurve gerufen wurde und auf dem Vorsängerpodest noch ein letztes Mal die Fans anheizte. Gefeiert wurden auch Markus Karl, dessen Vertrag zu seinem persönlichen Leidwesen nicht verlängert wurde, und Ruben Jenssen, der mit tausendfachem „Ruben unterschreib'“ zum Verbleib in der Pfalz aufgefordert wurde.

Zimmer tränenreich, Fünfstück kämpferisch

Symbolträchtig oder Zufall: Zuerst wurden die Namen der Ersatzspieler André Fomitschow und Antonio Colak von der Westkurve gerufen, ehe ganz am Schluss doch noch Chris Löwe nach dreieinhalb Jahren in der Pfalz mit lautstarkem Applaus und nur ganz, ganz wenigen Pfiffen verabschiedet wurde. Der Linksverteidiger, der sportlich ebenso wie Karl vor allem für den viermal verpassten Aufstieg im Gedächtnis bleiben wird, hatte morgens nochmals in der Rheinpfalz gegrantelt und von einem „Abschied ohne Wehmut“ gesprochen. Dass es trotzdem freundlich auseinander ging zeigt auch, dass die FCK-Fans eben doch Fingerspitzengefühl und Anstand besitzen, was ihnen zuletzt ja von manch einem abgesprochen wurde.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel nutzte unterdessen ein kämpferisch auftretender Konrad Fünfstück für Werbung in eigener Sache: „Es war wieder eine sehr schwere Woche mit vielen Störfeuern für uns“, sagte der FCK-Trainer. „Es hat mich wahnsinnig stolz gemacht, dass die Mannschaft – obwohl es nur noch um die sogenannte TV-Tabelle geht – marschiert ist und sich genau an die Vorgaben gehalten hat. Das war richtig toll. Deswegen geht mein großer Dank heute an die Mannschaft, aber auch an das gesamte Trainerteam und die Physiotherapeuten, die die Mannschaft auf den wichtigen letzten Auftritt zuhause eingeschworen haben.“ Das klang fast wie ein Bewerbungsgespräch für die kommende Saison von Fünfstück, der in den vergangenen sechs Spielen satte 14 Punkte holte

Die Argumente für oder gegen einen Verbleib von Konrad Fünfstück als FCK-Trainer sind längst ausgetauscht, die letztendliche Entscheidung wird die erste große Aufgabe für den neuen Sportdirektor Uwe Stöver sein. Schon jetzt steht fest, dass die Mannschaft auf dem Rasen ein völlig neues Gesicht bekommen wird. Das kann einem im Einzelfall aus menschlichen oder sportlichen Gründen leid tun, etwa bei Jean Zimmer, Markus Karl oder Chris Löwe. Aber der ganz große Umbruch nach vier verpassten Aufstiegsversuchen in der Ära Kuntz bietet auch Chancen – vielleicht sogar den Beginn einer neuen Ära? Zunächst steht aber noch der endgültige Saisonabschluss an: Am kommenden Sonntag geht’s ins Freudenhaus der Liga zum FC St. Pauli.

Mein(e) Spieler des Spiels: Die Spieler des Spiels sind auch die Spieler der Saison: Daniel Halfar wurde vor dem Anpfiff von den Rheinpfalz-Lesern als FCK-Spieler der Saison geehrt. Mit Recht: Der Kapitän bewies auch gegen Fürth seine ordnende Hand und hielt die Mannschaft in einer unglaublich durchwachsenen Saison so gut es eben ging zusammen. Ebenfalls erwähnenswert ist Marius Müller (bei der Rheinpfalz nur auf Platz 5), der seine zwischenzeitliche Krise bewältigt hat und auf eine gute erste Saison im Profifußball zurückblicken kann. Halfar und Müller kommen in der DBB-Spielerbenotung gegen Fürth auf eine 1,9 und in der Saisonübersicht nach 33 Spieltagen jeweils auf eine 2,9 – beides sind die Bestwerte der gesamten FCK-Mannschaft.

Was sonst noch auffiel: Im Rahmen des Vorberichts auf Der Betze brennt hatte sich die Frage aufgetan, um wie viel Fernsehgeld es denn nun genau geht, falls der der FCK am Saisonende noch vor dem direkten Konkurrenten Eintracht Braunschweig landet. Für Aufklärung sorgt FCK-Finanzvorstand Michael Klatt, laut dessen Angaben die Roten Teufel für die kommende Saison mit knapp 600.000,- Euro zusätzlich rechnen könnten, falls der um einen Punkt besser platzierte BTSV noch überholt wird. Besonders bitter in diesem Zusammenhang: Beim Parallelspiel in Bochum machte Braunschweig aus einem 1:2-Rückstand noch einen 3:2-Sieg, inklusive eines Eigentors und zwei verschossener Elfmeter des VfL. Aber vielleicht ergibt sich ja am letzten Spieltag (Lautern in St. Pauli, Braunschweig gegen Düsseldorf) noch was.

 
FCK News Aktuell 08.05.2016

Neues vom Betzenberg (zum Archiv)

Datum Überschrift Quelle Kommentare
07.05. | 18:47 Uhr Regionalliga: U23 siegt nach Rückstand in Kassel fck.de Kommentare 2
07.05. | 12:34 Uhr Daniel Halfar zum FCK-Spieler der Saison gewählt Rheinpfalz Kommentare 17
04.05. | 23:00 Uhr U19 stemmt den Verbandspokal in die Höhe fck.de Kommentare 14
04.05. | 20:49 Uhr Markus Karl ohne Angebot vor dem Abschied Kicker Kommentare 143
04.05. | 19:56 Uhr Bild: Alois Schwartz Trainerkandidat in Lautern? Der Betze brennt Kommentare 102
04.05. | 14:38 Uhr Jenssens Ziel: Mindestens Platz 9 - und Verlängerung? Der Betze brennt Kommentare 29
03.05. | 16:26 Uhr Klatt rechnet mit Minus von bis zu 1,8 Millionen Der Betze brennt Kommentare 178
 
32. Spieltag FSV Frankfurt 1 - 4 FCK Spielbericht

Die greifbare Erleichterung

 

30.04.2016 - 01:50 Uhr

Fans und Mannschaft des FCK feierten noch minutenlang gemeinsam. Die Erleichterung und Freude, endlich mal wieder einen unbeschwerten Sieg feiern zu können, war greifbar. Zum Matchwinner beim 4:1 in in Frankfurt avancierte ein schon fast vergessener Stürmer.

 

Die Gelbe Karte war ihm egal. Es musste runter, das verdammte Ding musste jetzt runter. Antonio Colak hatte eben das hochverdiente 2:1 für den 1. FC Kaiserslautern erzielt und drehte wild jubelnd ab, da riss er sich das rote Trikot vom Leib und präsentierte seinen nackten Oberkörper. „Ich gehe ja nicht umsonst in den Kraftraum“, sagte der Torschütze später breit grinsend. Sein Treffer in der 79. Minute eröffnete einen furiosen Schlussspurt des FCK, der nach einem weiteren Colak-Treffer im Debüt-Tor von Sascha Mockenhaupt zum 4:1 seinen Höhepunkt fand.

Gut 3.500 Fans hatten die Roten Teufel an den Bornheimer Hang begleitet. Das Auswärtsspiel beim „kleinen“ Frankfurter Klub gehörte in den letzten Jahren zu den Lieblingszielen der FCK-Anhänger. Dass es in dieser Saison keine 8.000 wie in der Spielzeit davor waren, liegt sicher in der sportlichen Situation begründet. Trotzdem: Der rot-weiße Anhang machte das Duell mal wieder zu einem Heimspiel.

Auch vom frühen Gegentreffer der Frankfurter – Ruben Jenssen konnte Frankfurts Zlatko Dedic nicht entscheidend beim Kopfball stören – ließen sich die Lautrer Fans nicht abhalten und pushten ihr Team nach vorne. Die Spieler dankten es ihnen mit dem 1:1 in der 24. Minute. Der Treffer von Alexander Ring konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Roten Teufel einmal mehr eine schwache Leistung boten. Kaum Ideen nach vorne und mal wieder einige Abstimmungsfehler.

Entsprechend deutlich fiel das Halbzeitfazit aus, wie einige Spieler nach dem Abpfiff berichteten. „Dann ist es wohl laut geworden“, meinte Konrad Fünfstück schmunzelnd, der tatsächlich mit dem ersten Durchgang überhaupt nicht zufrieden war und schon nach wenigen Minuten die komplette Ersatzbank zum Aufwärmen geschickt hatte.

Für mehr offensive Power schickte der Coach in der zweiten Halbzeit erst Lukas Görtler und dann Edeljoker Kacper Przybylko auf das Feld, der zuletzt in Bielefeld und Leipzig nach seiner Einwechslung mit jeweils einem Tor geglänzt hatte. Doch diesmal war dem Angreifer das Glück nicht hold. Ganz im Gegenteil: Nach einem Sprint humpelte „Prtische“ vom Feld und deutete sofort eine Auswechslung an. „Es liegt ein kleiner Schatten über dem Sieg“, sagte Fünfstück nach der Partie mit Blick auf die Verletzung, deren genaue Diagnose bald folgen soll.

Doch wie es im Leben so ist: Das Pech des einen ist das Glück des anderen. Während sich Przybylko gestützt auf zwei Betreuer Richtung Kabine schleppte, machte sich Antonio Colak zur Einwechslung bereit. Ausgerechnet der Leihstürmer von Hoffenheim, den man eigentlich schon gedanklich abgeschrieben hatte, avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner.

Im Gästeblock steigerte sich die über das ganze Spiel ohnehin gute Stimmung nun in ungeahnte Höhen und als am Ende Colak und Mockenhaupt den Deckel drauf machten, vernahm man sogar einen seit gefühlten Ewigkeiten schon nicht mehr gehörten Gesang aus der Lautrer Ecke: „Oooh wie ist das schööön“ schallte es den Spielern entgegen, als sie sich Richtung Hintertor-Tribüne aufmachten. Die große Party fand erst mit dem eingetrommelten „Eff! Zeeh! Kaa!“ ihr Ende.

Auf der Gegenseite war da schon längst ein Mix aus Schockstarre, Wut und Resignation eingetreten. Trotz starker Anfangsphase war der FSV am Ende völlig auseinandergefallen – was sich natürlich auf den Rängen bemerkbar machte. Einige Fans hatten das Stadion schon nach dem 1:3 verlassen, andere blieben und machten ihrem Ärger Luft. Allerdings enttäuschte die Atmosphäre des Heimbereichs über die ganze Partie hinweg. Kaum mal ein Schlachtruf drang wirklich über das Feld, passend zur sportlichen Situation des blau-schwarzen Traditionsklubs.

Dem FCK kann das egal sein, schließlich richtet sich der Fokus nun auf die noch zwei ausstehenden Partien gegen Fürth und bei St. Pauli. „In Hamburg, das ist noch einmal ein geiles Spiel“, sagte Colak, der sich natürlich noch etwas Einsatzzeit erhofft. Den oberkörperfreien Jubel kann er mit Blick auf die Kartenstatistik dann wieder anbringen: „Ich habe ja noch zwei Gelbe Karten offen“, sagte er lachend.

Mein Spieler des Spiels: Natürlich kann es hier nur einen geben: Antonio Colak, der die Woche sogar mit seinem Kumpel Zlatan Alomerovic Extraschichten geschoben hatte. „Wir sind diese Woche morgens auf den Betze hochgefahren und haben zusammen Abschlüsse geübt“, erklärte er.

Was sonst noch auffiel: Mateusz Klich in der Fortounis-Falle! Letzten Montag präsentierte sich der Pole nach seiner Hereinnahme sehr stark. Die Startelf-Chance gegen Frankfurt ließ er wieder ungenutzt. Unauffällig, ja bisweilen sogar etwas lustlos präsentierte sich der Mittelfeldmann, der zu einem echten Leistungsträger werden könnte, fände er endlich Konstanz.

 
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