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19. Spieltag FCK 1:0 Würzburger Kickers Spielbericht
Der Matchwinner von der Bank

Der Matchwinner von der Bank

 

04.02.2017 - 13:00 Uhr

Gegen Würzburg sah am Freitagabend alles nach einem weiteren traurigen Kapitel in der FCK-Saison 2016/17 aus. Doch dann kam Robert Glatzel.

 

Er konnte es selbst kaum glauben: Die Augen weit aufgerissen, den Blick stolz gen Himmel gerichtet, sank Robert Glatzel zu Boden und ließ sich von seinen Mitspielern vor der ausflippenden Westkurve feiern. Sekundenbruchteile zuvor hatte der großgewachsene Stürmer, der bislang nur drei Kurzeinsätze in der Profimannschaft absolviert hatte, das 1:0-Siegtor erzielt.

Nur zwei Minuten vor seinem Schuss ins Glück hatte FCK-Coach Norbert Meier den 23-Jährigen auf das Feld geschickt. "Er hat mir gesagt, dass ich mir etwas zutrauen soll. Das Tor habe ich dann mit einem meiner ersten Ballkontakte gemacht, glaube ich", sagte Glatzel nach dem Spiel. "Seit ich hier hingekommen bin, habe ich davon geträumt, vor der Westkurve ein Tor zu schießen. Und dann auch noch so ein wichtiges. Das ist unbeschreiblich."

 

Dass das Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen die Würzburger Kickers mit solch einem Paukenschlag einen Höhepunkt finden sollte, war zuvor allerdings 80 Minuten lang nicht zu erahnen gewesen. Nach einer turbulenten Anfangsphase, in der zunächst die Gäste durch Rico Benatelli (4.) und dann der FCK durch Kacper Przybylko (12.) Großchancen hatten, pendelte sich die Partie auf einem mäßigen, schwachen Niveau ein.

Erst hörbare Pfiffe, dann ausgelassene Freude

Der FCK tat sich gegen die schnell und hoch herausschiebenden Gäste schwer. Das allerdings führte zu einer strittigen Szene, als der FCK mal die Chance hatte durchzubrechen. Daniel Halfar legte sich den Ball mit dem Kopf vor, wurde aber vom letzten Mann Clemens Schoppenhauer umgerissen. Über Rot hätte sich der Würzburger nicht beschweren dürfen – er bekam aber nur den Gelben Karton gezeigt (36.). So fehlte in den entscheidenden Momenten mal wieder das Glück, neben all den üblichen Problemen der bisherigen Saison: Abspielfehler und kaum Zug zum Tor.

Zur Halbzeitpause mischten sich deshalb in den zurückhaltenden Applaus der offiziell nur noch 19.943 Zuschauer auch einige unüberhörbare Pfiffe aus dem Lautrer Lager. Besser wurde das Spiel allerdings auch nach dem Seitenwechsel nicht und mit dem Spielverlauf sank die allgemeine Stimmungslage weiter nach unten. Die Westkurve, zu Beginn noch gut aufgelegt und nach dem vielversprechenden Auftritt in Hannover hoffnungsvoll, ließ sich vom zähen Spiel auf dem Rasen anstecken.

Ihr gegenüber standen rund 600 mitgereiste Würzburger Fans, die bei ihrer Pflichtspiel-Premiere im Fritz-Walter-Stadion einen ordentlichen Auftritt hinlegten, allerdings höchstens durch ihre lauten "Kickers! Kickers!"-Anfeuerungsrufe mal auf der Gegenseite zu hören waren. Optisch brachten die Unterfranken einige Fahnen und Zaunbeflaggung mit, womit sich der Emporkömmling FWK nahtlos in die Reihe der zahlreichen kleinen, aber engagierten Fangemeinden der 2. Bundesliga einreiht – noch vor wenigen Jahren hatten die Würzburger so viele Zuschauer bei Heimspielen wie jetzt im Gästeblock standen.

Der schönste Spielzug bringt das Siegtor

Allerdings bekam der Gäste-Anhang ebenfalls wenig von der eigenen Mannschaft zu sehen, ausgenommen eine kurze Drangphase Mitte der zweiten Hälfte. Die gefährlichste Szene entstand dabei durch zwei Lautrer: Ewerton fälschte einen Schuss aus kurzer Distanz ab und von den Händen des überraschten Julian Pollersbeck trudelte die Kugel Millimeter am Pfosten vorbei ins Aus.

Ein Raunen ging durch das Pfälzer Publikum, das immerhin kurz darauf noch einmal Mut schöpfte: Nach vielen Fehlpässen und misslungen Aktionen probierte es Rechtsverteidiger Phillipp Mwene, der noch in der ersten Hälfte einige schwache Szenen hatte, mit einem Sololauf, dribbelte sich in den Strafraum und zwang Robert Wulnikowski zu einer Parade (80.). Sofort war zu spüren, dass das die FCK-Fans doch schon mit wenig zufrieden sind – die Mannschaft wurde weiter nach vorne gebrüllt.

Den anschließenden Eckstoß konnten die Würzburger nur unzureichend klären und so kam es schließlich zum schönsten Spielzeug des ganzen Abends: Christoph Moritz bediente Sebastian Kerk, der von der Grundlinie zurück auf Kacper Przybylko legte und dessen Weiterleitung Robert Glatzel schließlich über die Linie drückte (81.).

Nur ein Gegentreffer in den letzten neun Heimspielen

Es war die erste FCK-Führung seit Anfang November (1:0 gegen Berlin). Und doch kann man die Lautrer Heimbilanz auch viel positiver lesen, als sie sich anfühlt: Zuhause gab es seit Mitte September kein Gegentor und keine Niederlage mehr, überhaupt kassierten Julian Pollersbeck und Co. in den letzten neun Heimspielen nur einen einzigen Gegentreffer. Katastrophal hingegen das Eckballverhältnis gegen Würzburg: drei zu zehn.

Weil Würzburg im Anschluss an den Glatzel-Treffer nicht mehr den Weg nach vorne fand, blieb es beim 1:0-Sieg und einer befreiten Jubelparty vor der Westkurve, die vor allem den Siegtorschützen feierte. Mit den drei Punkten klettern die Roten Teufel wieder auf Tabellenplatz 12 und können kurz durchschnaufen.

 
18. Spieltag Hannover 96 1:0 FCK Spielbericht
Eine Niederlage, die Hoffnung macht

Eine Niederlage, die Hoffnung macht

 

31.01.2017 - 15:30 Uhr

Verloren, aber nicht chancenlos: Das Debüt von Norbert Meier hat den FCK-Fans Hoffnung auf eine bessere Rückrunde gemacht. Mehr Sorgen als das Spiel bereitet der Blick auf die Tabelle.

 

Montagabend, Hannover, Schneeregen: Rund 800 Fans des 1. FC Kaiserslautern machen sich mit einer 0:1-Niederlage bei Hannover 96 im Gepäck auf die Heimreise in den Südwesten. Enttäuscht, aber nicht hoffnungslos, denn sie haben eine gute Leistung ihrer Mannschaft gesehen.

 

Einmal mehr unter dem Motto "We don't like mondays" hatten die FCK-Fans die ersten Urlaubstage des neuen Jahres geopfert, um ihren Verein ins rund 460 Kilometer entfernte Hannover begleiten zu können. Im Niedersachsenstadion fanden sich insgesamt 28.800 Zuschauer ein, was auch für die 96er eine unterdurchschnittliche Kulisse bedeutete. Dementsprechend war auch die Atmosphäre im weiten Rund eher mittelmäßig: Die, die da waren, mühten sich redlich, aber an diesem verregneten Januar-Montag wollte kein großes Fußballfeeling aufkommen.

Eher mittelmäßige Stimmung bei vier Grad Celsius

Dabei war das Geschehen auf dem Platz durchaus stimmungsfördernd: Der neue FCK-Trainer Norbert Meier brachte gegenüber der letzten Partie in Nürnberg vier neue Spieler in die Startelf (Ziegler, Halfar, Kerk, Przybylko). Und der Außenseiter aus der Pfalz hielt gegen den nach der Tabellenführung greifenden Gegner von Beginn an gut mit. In einer kurzweiligen Partie kamen Kacper Przybylko und Osayamen Osawe zu ersten Gelegenheiten. Nach einem Foul an Sebastian Kerk hätte es zudem Elfmeter für die Roten Teufel geben können.

Nach einer torlosen ersten Halbzeit war es dann aber doch das favorisierte Heimteam von Daniel Stendel, welches den Treffer des Tages erzielte. Erst stieg Patrick Ziegler nicht zum Kopfball hoch, dann klärte Robin Koch in die Mitte, wo Marcel Gaus zuerst einen Schritt nach vorne machte und deshalb nach hinten zu spät kam. So erschien plötzlich Hannovers Uffe Bech frei vor dem FCK-Tor und konnte in seinem ersten Startelf-Einsatz mühelos einschieben – 1:0 für 96 (49.). Fast im Gegenzug wäre der Ausgleich gefallen, was den Lärmpegel im Gästeblock noch mal deutlich anschwellen ließ, aber Christoph Moritz traf mit einem Fernschuss nur das Lattenkreuz. Pech für den FCK! Trotz weiterer Chancen durch Sebastian Kerk und Co. wollte den Roten Teufeln der Ausgleich nicht mehr gelingen.

Meier: "Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt"

"Möglichkeiten waren genügend da", konstatierte folglich auch FCK-Coach Meier nach dem Spiel. "Wir haben ein sehr, sehr ordentliches Auswärtsspiel gemacht und hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt." Das konnte auch sein Gegenüber Stendel nicht leugnen: "Wir hatten heute das Quäntchen Glück, das entscheidende Tor zu machen."

Der Blick auf die Tabelle trübt die guten Ansätze

Als nach dem Schlusspfiff das Fritz-Walter-Wetter in immer dichteren Schneeregen überging, verabschiedeten die FCK-Fans ihrer dreckverschmierten Kämpfer mit aufmunterndem Applaus. Doch während auf der anderen Seite die Hannoveraner die Tabelle und den errungenen Platz 1 feierten, wurde den Lautrern beim Blick auf selbige auch ein bisschen mulmig: Der FCK ist auf Platz 14 abgerutscht. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt nur noch drei Punkte und das bessere Torverhältnis.

Aber verzagen gilt nicht: Wenn das Meier-Team die guten Ansätze aus Hannover fortsetzt und die vorhandenen Chancen besser verwertet, wird es gegen die Würzburger Kickers (Freitag, 18:30 Uhr) auf jeden Fall den dringend benötigten Heimsieg geben. Die Roten Teufel können dafür jede Unterstützung gebrauchen!

 
17. Spieltag 1. FC Nürnberg 2 - 1 FCK Spielbericht
Déja-vu in Franken

Déja-vu in Franken

 

20.12.2016 - 14:30 Uhr

Der FCK verliert durch ein Last-Minute-Gegentor in Nürnberg – schon wieder. Somit endet das Jahr nach einer ernüchternden Hinrunde mit einer bitteren Note.

Es war kalt, um nicht zu sagen: saukalt. Im weiten Nürnberger Frankenstadion, das mit offiziell 24.406 Besuchern leider mehr leer als besetzt war, griff die Kälte um sich. Rund 1.500 Fans des 1. FC Kaiserslautern hatten sich im Gästeblock der Südkurve zusammengefunden. Sie unterstützten ihr Team laut, unermüdlich, energisch – und wurden doch enttäuscht. Denn wie schon neun Monate zuvor in der vergangenen Rückrunde gewann der 1. FC Nürnberg durch einen Treffer kurz vor Schluss mit 2:1.

Die Reaktion auf das Ergebnis, mit dem eine durchwachsene Hinrunde auf einer äußerst bitteren Note endete, fiel gemischt aus. Die einen klatschten, die anderen sangen, einige pfiffen und nicht wenige kehrten dem Spielfeld schnell den Rücken, das Weite suchend. Die Mannschaft stand währenddessen bedröppelt vor dem Gästeblock und bedankte sich für die Unterstützung in der letzten Partie des Jahres 2016.

Burgstaller zeigt: Ein Knipser macht den Unterschied

Das Spiel führte dem Lautrer Anhang noch einmal die Probleme der Hinrunde vor Augen: (zu) große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, ein Mittelfeld, das offensiv so gut wie gar nicht existiert, zwei Stürmer, die sich aufreiben, aber irgendwann auch die Lust verlieren, und eine Abwehr, die sich durch Unaufmerksamkeiten und Fehler um den Lohn bringt.

Auf die Stimmung wirkte sich das mit fortlaufender Spieldauer aus. Erst durch den ersten richtig gefährlichen Torabschluss durch den eingewechselten Max Dittgen meldete sich der rot-weiße Anhang, der sich einmal mehr hinter dem breiten "We don’t like Mondays"-Banner versammelt hatte, stimmgewaltig zurück. Als der Ausgleich durch Jacques Zoua gefallen war (78.), bestimmten die FCK-Fans das Geschehen auf den Rängen. Aufseiten der heimischen Nordkurve, die im ersten Durchgang vor allem durch ich lautgebrülltes "F-C-N" aufgefallen war, herrschte banges Abwarten – bis zur kalten Dusche für die Gäste kurz vor Schluss, als Guido Burgstaller mit seinem 14. Saisontreffer (!) eine Fehlerverkettung der Lautrer Defensive ausnutzte.

Im Übrigen der Beleg dafür, wie ein echter Knipser den Unterschied ausmachen kann. Denn auch der FCN präsentierte sich keineswegs stark und zielstrebig. Eine Punktteilung wäre wohl gerecht gewesen. Doch genau in solchen Momenten braucht eine Mannschaft einen echten Torjäger. Nürnberg hatte ihn, Kaiserslautern nicht.

Korkuts Hinrunden-Ziel ist verfehlt

Null Punkte in Franken also und ein verpatzter Jahresabschluss, durch den der FCK auch Tayfun Korkuts gesetztes Hinrunden-Ziel von mindestens 20 Punkten verfehlte. Entsprechend angesäuert resümierte der FCK-Trainer das Spiel, machte aber auch klar: "Wir sehen eine Entwicklung in der Mannschaft. Die jungen Spieler sind nun einige Spiele weiter." Auch Sportdirektor Stöver machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, stellte aber ebenfalls unmissverständlich klar: "Wir wollen unser Ziel erreichen: Das ist ein einstelliger Tabellenplatz." Dafür werden in der Rückrunde aber deutlich mehr als 19 oder 20 Punkte nötig sein.

Und jetzt? Das fragten sich nicht nur die vielen FCK-Anhänger, die sich am Montagabend enttäuscht auf die Heimreise begaben. In den Autos und Bussen machte sich ebenso wie in den Internetforen Ernüchterung breit, oft verbunden mit großer Enttäuschung.

Einmal mehr wird klar: Es ist ein verdammt weiter Weg, den der 1. FC Kaiserslautern zu gehen hat. Nach der Serie von sieben ungeschlagenen Spielen war der Niederlage ein echter Rückschlag. Ein sportlich oft enttäuschendes, nicht selten auch turbulentes Jahr endete damit kalt und ernüchtert.

 
16. Spieltag FCK 0 - 0 FC Erzgebirge Aue Spielbericht
Ein verschwendeter Nachmittag

Ein verschwendeter Nachmittag

 

11.12.2016 - 13:30 Uhr

Ist das Glas halbleer oder halbvoll? Für DBB-Autor Dominic Bold lautet die Erkenntnis nach der dritten Lautrer Nullnummer in Folge: Das Glas hat ein Loch.

Wir kennen das mit dem Glas, das je nach Blickwinkel halbvoll oder halbleer ist. Bis Samstag, 13:00 Uhr, gab es zur Beschreibung der Lage beim 1. FC Kaiserslautern nach zuletzt drei Unentschieden für beide Perspektiven gute Argumente. Um 14:50 Uhr, nach der trostlosen Nullnummer gegen Erzgebirge Aue, ist das Glas nicht halbleer, nein, es hat ein Loch. Und wenn dieses Loch nicht schnell gestopft wird, wird der scheinbar komfortable Abstand zur Abstiegszone schmelzen.

Die Veränderungen in der „Serienelf“ waren nach den drei Unentschieden keine Überraschung mehr. Theoretisch versprachen der Einsatz von Jacques Zoua für Lukas Görtler (Oberschenkelverletzung) und Daniel Halfar für Naser Aliji mehr Offensive und wenn es einen Gegner gab, gegen den der krankheitsbedingte Ausfall von Ewerton defensiv zu verkraften war, dann doch hoffentlich Aue.

Arbeitslose Torhüter

Die letzte Hypothese war dann auch die einzige, die bestätigt wurde, wobei ein Distanzschuss von Clemens Fandrich (12.) der einzige klare Torabschluss war, den ein Torhüter an diesem Nachmittag zu parieren hatte, was Julian Pollersbeck vor keine ernstzunehmenden Probleme stellte.

Der Tätigkeitsbericht seines Gegenübers Daniel Haas umfasst abgesehen von Abschlägen immerhin die Abwehr einer Kopfball-Bogenlampe von Robin Koch zur Ecke (23.). Ansonsten brachten die Lautrer in 90 Minuten keinen einzigen Ball aufs gegnerische Tor. Wer möchte, darf einen Ball, der Jacques Zoua an den Kopf flog (Halbzeit 1) und einen Schuss von Osayamen Osawe zu Beginn der zweiten Halbzeit als „Chancen“ verbuchen. Das Gesamturteil über die Offensivleistung des FCK an diesem Nachmittag, inklusive der Standards, ist so oder so einhellig: 6 minus.

Lustige Hüte und ein falscher Platzverweis

Wenn es überhaupt etwas Erwähnenswertes gab, dann lag dies größtenteils im nicht-sportlichen Bereich: Das „You'll never walk alone“ vor Anpfiff in der Westkurve wirkte diesmal trotz geringer Zuschauerzahl (21.463) besonders prächtig. Im sonnigen Gästeblock sorgten die 400 mitgereisten Wismut-Fans mit ihrer Mottofahrt „Lustige Hüte“ zumindest für ein paar Schmunzler. Und den „Höhepunkt“ des Tages hatte gar Schiedsrichter Benjamin Brand auf seiner Seite, der Aues Cebio Soukou mit Gelb-Rot vom Platz schickte (43.), diese Entscheidung aber umgehend wieder zurückziehen musste – denn der Spieler hatte noch gar nicht Gelb gesehen.

Ansonsten war das letzte Heimspiel des Jahres 2016 von purer Langeweile geprägt. Das Argument, es nicht besser zu können, hat die FCK-Mannschaft bereits vor wenigen Wochen widerlegt. Und die Ausrede, gegen eine zehnköpfige Abwehr anlaufen zu müssen, ist eben nur eine Ausrede, wenn die zur Verfügung stehende Breite des Platzes nicht ansatzweise genutzt wird, wenn der Ball in einem Tempo läuft, das kaum einen Oberligisten in Bedrängnis bringen würde und wenn sich jeder rote Mittelfeldspieler hinter seinem Gegner versteckt, sobald er Gefahr läuft, angespielt zu werden. Die vermeintlichen Häuptlinge Christoph Moritz, Zoltan Stieber und Daniel Halfar kniffen und nur weil die „Indianer“ Phillipp Mwene, Robin Koch oder Julian Pollersbeck ihren Job zuverlässig erledigten, bleibt wenigstens ein Punkt hängen – ansonsten nur Frust.

Mutlos im Niemandsland

Dem FCK fehlte gegen Aue alles, um wie versprochen „Vollgas“ zu geben: die Laufbereitschaft, der Mut, der Glaube an die eigene Stärke. Die Körpersprache dieser Elf verriet eine Unsicherheit, die man sich nach sechs Spielen ohne Niederlage, im Niemandsland der Tabelle, eigentlich nicht erklären kann. Und aus Sicht des FCK: nicht leisten kann.

Wieso auf den vielversprechenden Zwischenspurt der jähe Rückfall in überwunden geglaubte Muster folgte, ist rätselhaft. Klar ist nur: auf diese Weise macht sich der FCK denkbar unattraktiv für alle Zielgruppen, auf die er zum Überleben angewiesen ist: Fans, Sponsoren und Spieler. Um sie zu behalten oder neu zu gewinnen, muss ich als mittelmäßiger Zweitligist wenigstens das Versprechen auf eine bessere Zukunft geben. Stattdessen steht seit gestern wieder vieles in Frage. Selbst ein Sieg zum Jahresabschluss in Nürnberg würde die Stimmung rund um den „Betze“ kaum heben. Denn wenn es in dieser Saison ein übergeordnetes Ziel gibt, dann lautet dies, den Besuch eines Heimspiels wieder zu einem lohnenden Erlebnis zu machen. Gestern war es ein verschwendeter Nachmittag.

 
15. Spieltag FC St. Pauli 0 - 0 FCK Spielbericht
Null Null nervt

Null Null nervt

 

03.12.2016 - 17:00 Uhr

Wieder nur Remis: Auf drei Siege am Stück lässt der FCK drei Unentschieden folgen. Und mit dem 0:0 bei Schlusslicht St. Pauli können die Roten Teufel sich sogar noch glücklich schätzen – trotz eines verschossenen Elfmeters.

 

„Avanti Dilettanti“ prangte auf großen Lettern vor der heimischen Südkurve. Mit diesem vielsagenden Slogan appellierten die die Fans des FC St. Pauli an ihre Mannschaft, die zuletzt vor allem durch Eigentore und Elfmetergeschenke aufgefallen war. Und tatsächlich merkte man den Kiezkickern in der Anfangsphase des Heimspiels gegen den 1. FC Kaiserslautern ihre große Nervosität an, die Angst vor dem erneuten Versagen – nur konnten die Roten Teufel daraus keinen Ertrag schlagen.

Etwa 2.500 Fans begleiteten ihren FCK ins mit 29.037 Zuschauern fast ausverkaufte Millerntor-Stadion und sorgten vor dem Anpfiff für den ersten optischen Akzent: Untermalt von glitzernden Fahnen in rot und silber sowie ein paar Blinkern wurden unter dem Flutlicht vom Millerntor der „1. FC Kaiserslautern e.V.“ und seine Titeljahre „1951, 1953, 1990, 1991, 1996, 1998“ hochleben gelassen. Auf der Gegenseite stimmten sich die Heimfans unter den bekannten Klängen von „Hells Bells“ auf die bevorstehende Fußballschlacht ein.

Die erstligareifen Rahmenbedingungen konnten die beiden Mannschaften jedoch nicht bestätigen. Der seit fünf Spielen unbesiegte FCK fand kein Durchkommen gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten, der sogar deutlich die bessere Mannschaft war. Mal rettete die Latte die Roten Teufel, dann der Pfosten oder ein (berechtigter) Abseitspfiff. Auch Julian Pollersbeck im Lautrer Tor wurde mehrfach zu Paraden gezwungen. Am Ende war es ein glücklicher Punktgewinn für den FCK.

Stieber vergibt die große Siegchance

Dabei gab es sogar die ganz große Chance auf den Auswärtssieg: Nach einer halben Stunde war Sören Gonther mit weitem Anlauf in Marcel Gaus gerauscht und der Schiedsrichter hatte sofort auf Elfmeter entschieden. Vor der Ausführung folgte jedoch eine kuriose Szene, denn der gar nicht an der Situation beteiligte Keeper Robin Himmelmann hatte sich verletzt und musste gegen seinen Ersatzmann Philipp Heerwagen ausgetauscht werden. Diese ganze Chose nahm fünf Minuten in Anspruch, in denen Lauterns Elfmeterschütze Zoltan Stieber den Ball schon auf den Punkt gelegt hatte und Auge in Auge mit der Sankt-Pauli-Kurve bereitstand. Nach gefühlt ewiger Wartezeit war es dann endlich soweit: Stieber lief an, schoss den Ball halbhoch rechts, Heerwagen machte sich lang – und das Leder flog am Tor vorbei (32.). Verschossen! Dahin war die große Chance für den FCK. Spekulativ bleibt, ob sich der Tabellenletzte von diesem Nackenschlag noch mal erholt hätte.

Den mitgereisten FCK-Fans blieb somit nur, das Beste aus der Situation zu machen. Trotz der zweiten Nullnummer in Folge wurde es im Gästeblock immer mal wieder laut, jedoch konnten sich die Lautrer Schlachtenbummler bei nordischer Kälte kaum gegen die zahlenmäßig überlegenen Heimfans durchsetzen. Wobei auch auf den Rängen von St. Pauli die bedrückende sportliche Situation spürbar war und nur selten das ganze Stadion mitzog.

Tayfun Korkut blieb am Ende nichts anderes übrig, als sich mit dem Unentschieden zufrieden zu zeigen: „Wir können mit dem Punkt leben, das muss ich so deutlich sagen.“ Besonders glücklich wirkte der FCK-Trainer bei dieser Aussage nicht – verständlicherweise. Zum dritten Mal in Folge gab es gegen eine schlechter platzierte Mannschaft nur ein Unentschieden. Erstmals seit anderthalb Monaten wäre sogar eine Niederlage verdient gewesen. Kapitän Christoph Moritz attestierte knallhart: „Das war eines unserer schlechtesten Spiele.“

St. Paulis Trainer-Weise Ewald Lienen sah es positiv und blickte mit einem Augenzwinkern auf die Elfmeterszene zurück: „Der Herbie [Heerwagen] musste alle Kräfte aufbringen, um so zu tun, als ob er cool wäre, damit der Stieber nervös wird. Und das hat offensichtlich geklappt“

Nur zehn Tore in 15 Spielen

Das Defizit des FCK bleibt die Torarmut. Die Zwischenbilanz als zweitbeste Defensive der Liga (13 Gegentore) ist natürlich sehr positiv zu bewerten, wird aber durch den Gegenwert als zweitschlechteste Offensive (zehn eigene Tore) deutlich getrübt. Wie schon am Wochenende zuvor gegen Karlsruhe wurde deutlich, dass zum Beispiel aus Standardsituationen zu wenig gemacht wird. Aber auch aus dem Spiel heraus kam an diesem Freitagabend nicht viel, daran änderten auch die offensiven Einwechslungen mit Daniel Halfar und Jacques Zoua nichts.

Den meisten FCK-Fans blieb immerhin noch ein gemütlicher Freitagabend auf der Reeperbahn und dem Dom, während die Mannschaft sich mit dem Bus auf die 600 Kilometer weite Heimreise nach Kaiserslautern machte. Für die zwei verbleibenden Spiele bis zur Winterpause – zuhause gegen Aue und auswärts in Nürnberg – gab Tayfun Korkut nochmals sein schon zuvor formuliertes Ziel aus: „20 Punkte plus X.“ Und noch ein paar Tore, möchte man anfügen.

 
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