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26. Spieltag FCK 0 - 1 Eintracht Braunschweig Spielbericht
Um den verdienten Lohn gebracht

Um den verdienten Lohn gebracht

 

03.04.2017 - 00:30 Uhr

Gegen Braunschweig verpasste der FCK knapp einen wichtigen Erfolg für die Moral. Hauptschuld daran trugen ein ausgebliebener Elfmeterpfiff und eine Unkonzentriertheit wenige Minuten vor Schluss.

 

Schon vor dem Anpfiff verriet die Stimmung auf dem Betzenberg, dass mal wieder eines der reizvolleren Duelle im ansonsten tristen Zweitliga-Alltag anstand: Der kriselnde 1. FC Kaiserslautern empfing den Aufstiegsaspiranten Eintracht Braunschweig. Während sich die Westkurve einstimmte und neben "Arsch aufreißen" an die eigene Mannschaft auch ein paar Grüße an die mit den Gästen befreundeten Rivalen aus der Kurpfalz schickte, skandierten die Löwen-Fans "Absteiger! Absteiger!" in Richtung des Lautrer Anhangs.

 

Als Absteiger präsentierte sich der FCK allerdings über weite Strecken nicht. Norbert Meier hatte seine Elf mit einer defensiven Fünfer- bzw. Dreierkette in ungewohnter Formation ins Rennen geschickt. Seine Maßnahmen griffen allerdings: Eine ganze Reihe von vielversprechenden Torannäherungen erspielten sich die Roten Teufel im ersten Durchgang und nahmen damit – wie schon so oft in dieser Saison angekündigt – die eigenen Fans mit.

Pfiffe gegen den Gegner – Halfars voller Einsatz wird gefeiert

Bei strahlendem Sonnenschein war der FCK-Anhang gut aufgelegt, klatschte, brüllte und feierte jeden Ballgewinn und jede Grätsche seiner willigen Mannschaft. Diese allerdings ließ sich mit fortlaufender Spieldauer den offensiven Schneid abkaufen und stattdessen immer tiefer zurückdrängen. Die letzten Minuten vor dem Pausenpfiff waren die Lautrer vor allem in der Verteidigung gefordert, konnten sich aber auch dabei der lauten Unterstützung vor allem aus der Westkurve gewiss sein.

Nach der Pause ging es munter weiter und wie sehr der FCK trotz allerlei spielerischen Mängel an diesem Tag wirklich wollte, ließ sich kurz nach der Halbzeit an Daniel Halfar ablesen: Der viel gescholtene Kapitän leistete sich erst einen unnötigen Ballverlust, jagte seinem Gegenspieler dann aber bis zur Eckfahne nach und warf sich gleich dreimal mit vollem Körpereinsatz in dessen verzweifelte Befreiungsversuche. Nur wenige Meter daneben tobte die Westkurve. "Das war ein bisschen Betze-Feeling", sagte Norbert Meier später.

Als der FCK nach gut einer Stunde ein regelrechtes Powerplay aufzog und zu einer ganzen Reihe von Chancen kam, machten die offiziell 23.756 Zuschauer Rabatz für 40.000. Halfars Riesenchance (65.)? Krachende Anfeuerungsrufe! Ballgewinne an der Seitenlinie? Tosender Applaus! Foulspiele des Gegners? Gellende Pfiffe! "Die Fans haben die Mannschaft herausragend unterstützt", lobte Sportdirektor Uwe Stöver.

Gegen Ende: Zwei entscheidende Momente

Es war klar: Das Spiel steuerte nun der Entscheidung entgegen. Ausgerechnet der Schiedsrichter spielte zunächst die Hauptrolle: Braunschweigs Gustav Valsvik berührte den Ball mit der ausgefahrenen Hand, doch der berechtigte Elfmeterpfiff blieb aus. Uwe Stöver gestikulierte wild, Norbert Meier starrte fassungslos auf den Rasen, Gerry Ehrmann marschierte mit geballten Fäusten in Richtung des vierten Offiziellen und die Zuschauer von der Westkurve bis zur Süd- und Nordtribüne flippten völlig aus.

Auch auf dem Rasen wurde es nun wild – bis zum zweiten entscheidenden Moment, der lähmendes Entsetzen nach sich zog. Denn die verdiente Führung erzielte nicht die Meier-Elf, sondern die Eintracht aus Braunschweig. Einen der gefühlt tausend Eckbälle nutzten die Niedersachsen zu einem mehr oder weniger erzwungenem Duseltor durch Mirko Boland (79.), der sich trotz Gesichtsmaske gegen Julian Pollersbeck durchsetzte.

Immerhin: Der FCK schüttelte sich kurz und kam durch den völlig freistehenden Lukas Görtler (80.) und den bei seiner Einwechslung in der 87. Minute mit Pfiffen begrüßten Robert Glatzel (90.) zu noch zwei großen Ausgleichschancen. Das Tor wollte aber nicht fallen – und die Abstiegsplätze rücken bedrohlich nahe.

"Wir müssen das jetzt mitnehmen für die nächsten Spiele", sagte Norbert Meier und meinte nicht nur die ansprechende, aber ungekrönte Leistung seiner Mannschaft, sondern auch die Atmosphäre von den Rängen. "Das werden wir auch in den kommenden Wochen brauchen", bestätigte Uwe Stöver. Respekt zollte dem Support auch Braunschweigs Torsten Lieberknecht: "Lautern wurde, wie ich fand, toll unterstützt vom Publikum. Ich bin tausend Prozent überzeugt, dass die Spiele so laufen, dass die nötigen Punkte geholt werden."

 
25. Spieltag Arminia Bielefeld 2:0 FCK Spielbericht
Harmlos, hilflos, kopflos: Aufbaugegner FCK

Harmlos, hilflos, kopflos: Aufbaugegner FCK

 

18.03.2017 - 13:40 Uhr

Es ist ein Klassiker unter pessimistischen Fußballfans: Der eigene Verein als Aufbaugegner für Krisenclubs. Für den FCK wurde dieses Worst-Case-Szenario bei Schlusslicht Bielefeld wahr.

Arminia Bielefeld hatte nach dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz seinen Trainer Jürgen Kramny entlassen und noch vor der Länderspielpause auf einen Befreiungsschlag gegen den 1. FC Kaiserslautern gehofft. Da war für die Pessimisten schon vorher klar, was kommen musste und dann auch kam: Mit Interimscoach Carsten Rump gewann der DSC verdient mit 2:0 gegen einen völlig überforderten FCK, an dessen Seitenlinie mit Norbert Meier ein anderer Ex-Armine stand. Und der nun endgültig selbst im Abstiegskampf angekommen ist, wie schon vor genau einem Jahr nach der Pleite beim damaligen Schlusslicht Düsseldorf – ein ganz übles Déjà-vu für alle Roten Teufel.

FCK-Fanblock füllt sich erst nach einer halben Stunde

Im Gästeblock auf der Bielefeler Alm zeigte sich schon zum Spielbeginn ein (vorläufig) trauriges Bild, kaum Zaunfahnen oder sonstige FCK-Symbole waren zu sehen. Der Grund: Ein Großteil der Lautrer Ultras hatte mit Verzögerungen bei der Zug-Anreise zu kämpfen. Ein kleiner Stimmungspulk im unteren Bereich des Blocks versuchte zwar sein bestes, konnte aber den Rest der rund 1.000 mitgereisten Betze-Fans nicht mitreißen. Die FCK-Anhänger wurden erst hörbar, als die Ultras nach 35 Minuten im Stadion ankamen und ihre Fahnen hissten.

 

Viel verpasst hatten sie bis dahin nicht – dachte man zu diesem Zeitpunkt jedenfalls. Tatsächlich war die beste Phase des FCK-Spiels da schon vorbei, für das Trainer Meier sich eine neue 4-4-2-Taktik mit Robin Koch und Daniel Halfar im Mittelfeldzentrum sowie Robert Glatzel und Jacques Zoua im Angriff ausgedacht hatte. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte dann auch Glatzel, der aus drei Metern an Daniel Davari scheiterte, während auf der anderen Seite Julian Pollersbeck ganz stark gegen Keanu Staude und Christoph Hemlein rettete. Zur Pause stand es somit nicht wirklich zufriedenstellend 0:0.

"Im Stil eines Absteigers"

So richtig katastrophal wurde es dann aber im zweiten Abschnitt. Die Roten Teufel präsentierten sich beim Schlusslicht harmlos, hilflos und kopflos. "Im Stil eines Absteigers", titelt die Rheinpfalz, während der SWR nüchtern konstatiert: "Kaiserslautern enttäuscht beim Letzten". Die Fan-Reaktionen im Diskussionsforum von Der Betze brennt fallen teilweise noch drastischer aus: "Meier ist die ärmste Sau". Wie ein Hühnerhaufen stand die Abwehr beim 0:1 durch Hemlein (48.). Und auch vom 0:2 durch Sebastian Schuppan blieb mehr das mangelhafte Abwehrverhalten als die leichte Abseitsstellung des Torschützen hängen (75.). Nach vorne ging abgesehen von einem Ewerton-Kopfball gar nichts mehr bei den Roten Teufeln, Mittelfeld und Angriff waren einmal mehr Totalausfälle.

Die Mehrheit der Bielefelder Fans unter den 16.618 Zuschauern auf der Alm konnte dementsprechend lautstark feiern (DSC-Coach Rump: "Wir wollten das Stadion zurückgewinnen"), während der Lautrer Anhang wenigstens auf der Tribüne noch einen Punktgewinn verbuchen konnte. Wenn man schon den ganzen Freitag für eine Auswärtsfahrt opfert, fast die komplette erste Halbzeit verpasst und dann auch noch gegen den Letzten verliert, dann sollte man wenigstens noch das Beste daraus machen. Und so ging der FCK sozusagen mit wehenden Fahnen unter, die Fans ließen die Stimmbänder noch mal glühen und sogar zum ersten Mal seit rund 15 Jahren eine Trompete in der Kurve erklingen. Gebracht hat das alles freilich nichts mehr und als die bedröppelten FCK-Spieler nach Abpfiff zum Gästeblock kamen, wurden sie mit einer Mischung aus Aufmunterung und deftigen Worten verabschiedet.

Meier fordert Kampfgeist statt Schnickschnack

Das Wochenende der meisten FCK-Fans dürfte gelaufen sein und es bleibt zu hoffen, dass auch die Spieler in der nun anstehenden Länderspielpause den Ernst der Lage erkennen. Norbert Meier machte deutlich, dass die Zeit der versuchten Schönspielerei jetzt endgültig vorbei sein muss: "Wir können die nächsten Spiele nicht mit rein technischen Möglichkeiten lösen, sondern wir müssen schon richtig dagegen halten. Das müssen wir uns heute vorwerfen."

Man muss gar nicht das legendäre 5:0 gegen Real Madrid als Vergleich heranziehen, welches sich am Tag der Niederlage beim Zweitliga-Schlusslicht zum 35.-mal jährte. Der Blick auf die Tabelle macht deutlich, dass die Rückrunde bislang nicht viel besser verlaufen ist als der desaströse Beginn der Hinrunde. Wie schon vor einem Jahr geht der FCK auf Tuchfühlung zur Abstiegszone in die letzte Länderspielpause (damals startete danach eine Siegesserie) und wieder einmal haben die Roten Teufel das Klischee des Aufbaugegners für Krisenclubs erfüllt.

 
24. Spieltag FCK 1:1 1. FC Heidenheim Spielbericht
Meier macht's einfach

Meier macht's einfach

 

13.03.2017 - 13:00 Uhr

Der FCK rettet einen Punkt gegen Heidenheim. In einem eher schwachen Heimspiel setzt Trainer Meier mit zwei "Eingriffen" die erwähnenswertesten Akzente.

Bei schönem Fußballwetter beginnen auch die Zuschauerzahlen wieder zu steigen: Nachdem zuvor zweimal unter 20.000 kamen, waren es beim Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Heidenheim wieder offiziell 24.022 Besucher, die sich den Kick auf dem Betze geben wollten.

Allerdings: Was der FCK gegen die aggressiven und früh anlaufenden Gäste in den ersten 45 Minuten fabrizierte, war alles andere als Werbung in eigener Sache. Die Lautrer leisteten sich viele Abstimmungs- und Abspielfehler, was sich auch auf die Atmosphäre auswirkte: Gegen Ende der ersten Hälfte regierte gähnende Müdigkeit auf den Rängen. Einzig eine gute Kopfballchance von Robert Glatzel sorgte für ein bisschen Aufregung in einer ansonsten schwachen ersten Hälfte.

Meiers Taktik-Kniff: Doppelwechsel auf der Doppelsechs

Es musste etwas passieren. Offenbar sah das auch Norbert Meier so, der vor dem Spiel noch gefordert hatte, dass der Funke vom Rasen auf die Tribüne überspringen müsse. Er griff zu einer einigermaßen radikalen Maßnahme: Mit Marlon Frey und Patrick Ziegler wechselte der FCK-Coach seine Doppelsechs aus, beorderte stattdessen Robin Koch und Daniel Halfar ins Zentrum. "Manchmal, muss man ja wirklich fragen, ob ich sie noch alle habe, solche Wechsel zu veranstalten", beschrieb Meier mit einem Schuss Selbstironie seine wohl wichtigste Entscheidung am Sonntagnachmittag.

 

Die folgenden 45 Minuten gaben ihm jedoch Recht. Der FCK kam bissiger, griffiger und aggressiver aus der Kabine, hatte nach wenigen Momenten gleich eine erste Halb-Chance durch Robert Glatzel. Das Publikum honorierte den Aufschwung und machte spätestens nach Jacques Zouas Kopfball-Chance ordentlich Alarm. Und nach der folgenden Ecke und dem entstandenen Gewühl im Heidenheimer Strafraum war die Westkurve wieder endgültig da, so wie man sie braucht: Laut, wogend, anpeitschend. Hier ging doch noch was, oder?

Zunächst nicht, denn in der 66. Minute gingen die Gäste durch einen Kopfball von Arne Feick nach einer Ecke in Führung. Während der mit 400 sangesfreudigen Fans besetzte Gästeblock das erste und einzige Mal im ganzen Stadion zu vernehmen war, herrschte auf der gegenüberliegenden Seite lähmendes Entsetzen. Eine ungläubige Stille breitete sich aus, die in den Folgeminuten mehrmals umzuschlagen drohte.

Mannschaft und Fans wachen auf und erzwingen den Ausgleich

Denn der Geduldsfaden des Lautrer Publikums war nun sehr kurz. Bei jedem Fehlpass und jedem versprungenen Ball ging ein Stöhnen und Raunen durch das Stadion – und auch bei jedem Pfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann. Der Unparteiische fand vor allem in der Schlussphase keine gute Linie in seinen Auslegungen und wurde mit entsprechenden wütenden Gesängen von der Westkurve bedacht.

Dass der Tag nicht in völligem Frust enden musste, lag am Aufbäumen der Hausherren. Denn in der 76. Minute erzwangen sie förmlich den Ausgleich durch ein Eigentor von Heidenheims Norman Theuerkauf. Spätestens jetzt war der FCK-Anhang auch wieder völlig da, voller Gier auf das zweite Tor der Roten Teufel – das jedoch nicht mehr fiel.

Dennoch erhielt die Mannschaft, nachdem der Schiedsrichter mit einem ordentlichen Pfeifkonzert verabschiedet wurde, lauten Applaus – und Norbert Meier griff ein weiteres Mal ein. Seine Spieler nämlich nahmen den Beifall aus der Westkurve zunächst eher verhalten entgegen, was den 58-Jährigen dazu veranlasste, seine Mannen gestenreich näher in Richtung der Fans zu dirigieren. Diese hätten durch ihre Reaktion schließlich gezeigt, dass sie mit dem Comeback nach dem Rückstand "zumindest vom Kämpferischen her zufrieden sind", so Meier. Der Trainer sorgte damit für einen versöhnlichen Abschluss des Spieltags und den nötigen Schulterschluss vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Schlusslicht Bielefeld.

 
23. Spieltag Dynamo Dresden 3:3 FCK Spielbericht
Wechselbad der Gefühle: Zwischen Tristesse und Euphorie

Wechselbad der Gefühle: Zwischen Tristesse und Euphorie

 

04.03.2017 - 16:00 Uhr

Der FCK nimmt einen Punkt aus Dresden mit und verhindert nach einer rasanten Partie den erneuten Blues beim Betze-Anhang.

Nein, der 1. FC Kaiserslautern macht es einem in dieser Saison nicht leicht: 30 Minuten hatten die Roten Teufel auswärts bei Dynamo Dresden alles im Griff. Dann gaben sie ihren Vorsprung jedoch aus der Hand, gerieten Minuten vor dem Schlusspfiff in Rückstand – um am Ende doch noch einen Punkt mitzunehmen.

Rund 1.000 FCK-Anhänger hatten die Auswärtsfahrt zum undankbaren Freitagabend-Termin auf sich genommen. Seit Jahren gilt der Trip nach Dresden als risikoreich, doch allen Schauermärchen sowie berechtigten und unberechtigten Sorgen zum Trotz: Die Fahrt zur SGD ist immer eine Reise wert, schon alleine aufgrund der überragenden Stimmung während des Spiels, von der sich mancher Erstligist gerne eine Scheibe abschneiden würde.

 

Der Gästeblock im Dresdner Stadion hatte nach dem durchwachsenen Saisonverlauf und ungünstiger Terminierung am oberen Rand die eine oder andere Lücke, was allerdings mit mehr als 150 Schwenkfahnen und einer breiten rot-weißen Umrandung an den Seitenzäunen wettgemacht wurde. Passend zu dieser vom Pfalz Inferno organisierten Aktion versammelte sich der Betze-Tross hinter einem großen Banner mit dem Motto "Olé Rot-Weiß".

Optisch war somit für den richtigen Rahmen gesorgt und auch akustisch erwischte der Lautrer Anhang zwar einen motivierten Tag, war im engen Dresdner Stadion aber nur selten mal bis zur gegenüberliegenden Seite zu hören.

Der FCK gibt einen Zwei-Tore-Rückstand aus der Hand

Das lag vor allem am Heimpublikum. Der K-Block präsentierte vor dem Anpfiff nicht nur seine altbekannte Dynamo-Dresden-Blockfahne, sondern während des gesamten Spiels auch einen brachial-lauten Support für die eigene Mannschaft. Nachdem in den Anfangsminuten noch der sächsische Rivale aus Aue, den die SGD kürzlich mit 4:1 deklassiert hatte, geschmäht wurde, richtete sich der Fokus des schwarzen-gelben Anhangs komplett auf das Spiel gegen den FCK und baute dabei auch auf Old-School-artige Mittel wie Trompetenklänge, die die Melodie der Fangesänge intonierten – etwas, was im modernen Fußball völlig verloren gegangen ist.

Selbst als der FCK durch Robert Glatzel schon mit zwei Toren in Führung lag (19., 27.), feuerten die SGD-Fans ihre Mannschaft beinahe ungerührt weiter an und pushten sie nach vorne – mit Erfolg. Denn noch vor der Pause gelang den Elbe-Städtern durch Tore von Manuel Konrad (32.) und Stefan Kutschke (45.+2) der Ausgleich. Letzterer traf vom Elfmeterpunkt, nachdem er von Ewerton umklammert wurde – eine harte, aber wohl vertretbare Entscheidung.

Umgekehrt zeigte sich die Lautrer Mannschaft davon allerdings nicht beeindruckt, kam aus der Pause deutlich stabiler und defensiv verbessert zurück, was mit fortlaufendem Spiel noch einmal den Gästeblock zu Höchstform auflaufen ließ. Die Mannschaft von Norbert Meier verstand es, nun nur noch wenig zuzulassen – konnte durch einen Moment der Unachtsamkeit allerdings auch nicht den Rückstand durch den zweiten Treffer von Kutschke verhindern (77.). 2:3 nach 2:0, die kalte Dusche für alle Roten Teufel.

Beinahe die Krönung in der Nachspielzeit

Bedröppelte Gesichter im Gästeblock, Freudentaumel im Rest des Stadions und ein Spiel, dessen Verlauf sich für den FCK spätestens jetzt wie ein heftiger Schlag in die Magengrube anfühlte. Mal wieder schien den Lautrer Fans nur die Wahl zwischen Selbstmitleid, Wut oder Resignation zu bleiben. Dann jedoch kam Dynamo-Schreck Kacper Przyblylko, der vor zweieinhalb Jahren mit Bielefeld (und Trainer Norbert Meier) den Abstieg der Dresdner besiegelt hatte: Der Deutsch-Pole traf mit einer wuchtigen Direktabnahme auf Zuspiel von Marcel Gaus drei Minuten vor dem Ende zum 3:3-Ausgleich und stürzte den Gästeanhang in ungeahnte Jubelstürme. "Auf geht's Lautern schieß ein Tor", schallte nun durch das Dynamo-Stadion und beinahe wären die Betze-Jungs dem Wunsch nachgekommen! In der Nachspielzeit fiel Glatzels dritter Treffer zum vermeintlich eskalierenden 4:3 für den FCK, doch Schiedsrichter Robert Hartmann verweigerte diesem wegen Abseits die Anerkennung.

So blieb es beim unter dem Strich verdienten 3:3, auch wenn sich der FCK nach der Zwei-Tore-Führung definitiv mehr erhofft hatte. Den endgültigen Schritt weg von Abstiegszone machten die Pfälzer damit auch erneut nicht, ein Punktgewinn für die Moral, wie es Julian Pollersbeck formulierte, war das Zustandekommen des Remis aber trotzdem. Entsprechend lange und aufmunternd wurde die Lautrer Mannschaft nach dem Schlusspfiff mit Beifall bedacht, ehe sich die mitgereisten FCK-Fans auf die weite Rückfahrt in die Pfalz machten oder das Wochenende noch in "Elbflorenz" ausklingen ließen.

 
22. Spieltag VfB Stuttgart 2:0 FCK Spielbericht
Eine Nummer zu groß

Eine Nummer zu groß

 

26.02.2017 - 23:48 Uhr

50.000 Zuschauer und das Duell zweier Traditionsklubs: Der FCK-Gastspiel in Stuttgart machte Lust auf mehr. Allerdings ist es für die Roten Teufel noch immer ein weiter Weg zurück auf die große Bühne.

 

Das Neckarstadion Stuttgart surrte. 52.100 Zuschauer waren in die mittlerweile umgebaute WM-Arena am Cannstatter Wasen gekommen und verbreiteten schon vor dem Anpfiff eine fantastische Atmosphäre. Da waren auf der einen Seite die Fans des VfB Stuttgart, beflügelt von der Tabellenführung und den Wiederaufstieg vor Augen. Ihnen gegenüber stand eine stattliche Zahl von mitgereisten Anhängern des 1. FC Kaiserslautern, die nicht nur den Gästeblock, sondern auch die angrenzenden Sitzreihen füllten: 5.000 hatten sich auf den Weg aus der Pfalz nach Württemberg gemacht.

 

In den ersten Minuten warfen sich beide Lager wie schon im Hinspiel die Fangesänge hin und her und sorgten so für eine wahrlich bundesligareife Atmosphäre. Auch das überschaubare Treiben auf dem Rasen tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Weil beide Mannschaften bis zur Halbzeitpause wenig Gesprächsstoff boten (die auf der Anzeigetafel eingespielten "Highlights" beschränkten sich auf eine von Tim Heubach per Flugkopfball geklärte Flanke), befassten sich die Anhänger mit anderen Themen. In Bezug auf die jüngsten Vorgänge rund um die Südtribünen-Sperre in Dortmund zeigte die Cannstatter Kurve ein Doppel-Spruchband mit scharfer Kritik am DFB und erntete dafür sogar von den gegnerischen Fans Applaus: "Gekaufte WM, korrupte Funktionäre, irrsinnige Strafen... und ihr sprecht vom Aufstand der Anständigen? DFB und Co.: Hört auf zu heucheln und sperrt euch endlich selbst aus!"

Teroddes Torriecher ist Wettbewerbsverzerrung

Bei den FCK-Fans war es rund zehn Minuten nach dem Wiederbeginn allerdings mit der guten Laune schnell vorbei. Denn der VfB, bei dem der Ex-Lautrer Jean Zimmer in der Startelf stand, drängte nun stärker auf die Führung und erzielte diese wie schon im Hinspiel durch – na klar – Simon Terodde (58.). Der Stürmer, der vor ein paar Jahren auch mal mit dem FCK in Verbindung gebracht wurde, bestach einmal mehr durch seinen unvergleichbaren Torriecher, der in der zweiten Liga schon fast Wettbewerbsverzerrung gleichkommt. Zudem beweist der ehemalige Bochumer und Unioner Mentalität: Trotz Verdacht auf Nasenbruch, den er sich in der ersten Hälfte bei einem Zweikampf mit Ewerton zugezogen hatte, spielte er weiter.

Die richtige Mentalität ließ auch der FCK erahnen, trotzdem fiel der Meier-Elf in der Folge keine passende Antwort ein. Das lag auch am Ausfall von Jacques Zoua, der mit muskulären Problemen in der Kabine geblieben war und somit als wichtiger Spieler und Anspielstation im Sturm fehlte. So sehr sich beide Seiten auf den Rängen auf Augenhöhe begegneten – auf dem Platz galt das mit fortlaufendem Spiel immer weniger.

Trotzreaktion auf den Rängen und ein Gruß vom Ex-Lautrer

Was folgte? Eine Trotzreaktion, zumindest im Gästeblock. Denn unterstützt von einer kleinen Drangphase der Lautrer, allen voran mit dem eingewechselten Robert Glatzel, machte der Gästeanhang noch einmal ordentlich Alarm. Beschienen von der Februar-Sonne feierte sich der Betze-Tross einfach selbst und bei nicht Wenigen wuchs mal wieder die Sehnsucht nach mehr Spielen in solch großem, stimmungsvollem Rahmen. Doch wer das Spiel der Lautrer gesehen hat, weiß, dass es noch ein langer Weg dorthin ist – trotz passabler Ansätze offensiv wie defensiv.

Berkay Öczans Treffer zum 0:2 (87.), gleichzeitig der Endstand, war letztlich nur noch Makulatur. Keine Frage: Für den FCK bleibt der Spitzenreiter Stuttgart in dieser Saison noch eine Nummer zu groß. Deshalb verabschiedete das Pfälzer Publikum die Mannschaft mit aufmunterndem Applaus – und feierte auch einen Stuttgarter: Jean Zimmer. Der Rechtsverteidiger, der bei seinem neuen Klub noch nicht so recht angekommen ist und noch um Akzeptanz und Konstanz kämpft, grinste in Richtung seiner ehemaligen Fans und bekam ebenfalls Beifall geschenkt. Ein netter Abschluss eines aus sportlicher Sicht zwar nicht erfolgreichen, aber doch unterhaltsamen Nachmittags.

 
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