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34. Spieltag FCK 1 - 0 1.FC Nürnberg Spielbericht

Ende. Mit Schrecken.

Ende. Mit Schrecken.

Klassenerhalt am 34. Spieltag. Die Roten Teufel ersparen ihren Anhängern die Verlängerung einer Saison zum Vergessen, doch in die Erleichterung mischen sich die Sorgen um die Zukunft des FCK. Ein Lichtblick ist der Nachwuchs.

Was haben die Fans des 1. FC Kaiserslautern in den letzten Wochen nicht alles versucht: Fahnentag, Rote Wand, das Motto "Unzerstörbar" wurde wieder beschworen. Ins gleiche Horn blies der Verein, der mit Video-Botschaften und Pfälzer bzw. FCK-Prominenz mantraartig zum Zusammenhalt aufrief. Leider blieb das heißersehnte Erfolgserlebnis aus, gegen St. Pauli, gegen Aue – und plötzlich war der letzte Spieltag da und die Roten Teufel schwebten immer noch in Abstiegsgefahr.

Zum (erhofften) Saisonabschluss sammelten sich die Anhänger weit vor Anpfiff am Stiftsplatz, um per Fanmarsch hinauf zum Fritz-Walter-Stadion zu ziehen und dort den Bus der Mannschaft in Empfang zu nehmen. Nach kurzem, aber atmosphärischen Zwischenhalt am Elf-Freunde-Kreisel mit lautem Gesang und Pyro standen die meisten dann die Straße zum Betzenberg hinauf und warteten bei herrlichem Mai-Wetter. Der Mannschaftsbus wurde schließlich mit einem energischen "Wir wollen euch kämpfen sehn" und viel motivierendem Applaus begrüßt, ehe die Bastion Betzenberg von den Fans gestürmt wurde.

Energischer Empfang für den Mannschaftsbus – Jubiläumschoreo der Frenetic Youth

Im Fritz-Walter-Stadion tummelten sich schließlich 38.423 Zuschauer, der drittbeste Wert dieser Saison. Während die rund 2.500 Nürnberger mit der einfallenden Sonne zu kämpfen hatten und die Oberkörper-Frei-Fraktion sich irgendwann farblich den roten T-Shirts der anderen annäherte, beschäftigte man sich in der Westkurve mit der Wiedereinführung der Barzahlung nach der Justpay-Insolvenz. Mit Einlauf der Mannschaften feierte die "Frenetic Youth" mit einer spektakulären Choreo mit Schwenkfahnen, Zetteln, Spruchbändern, Konfetti, Luftschlangen und Blockfahne ihr 10-jähriges Jubiläum: "Wir teilten Euphorie und belastende Sorgen. Mit dieser Familie bin ich erwachsen geworden." Eine Hommage an sich selbst, aber auch an die FCK-Familie, mit der man zusammen dem Verein folgt. Es sollte nicht die einzige Stadion-Aktion an diesem Tag bleiben.

Trainer Norbert Meier brachte etwas Bewegung in die Startelf und stellte sein System um auf ein 4-2-3-1, das zeitweise sogar in Richtung 4-3-3 tendierte: Im komplett neuformierten Angriff sollten Debütant Nicklas Shipnoski, Robert Glatzel und Osayamen Osawe von Beginn an für Wirbel sorgen. In der Abwehr ersetzte Naser Aliji den gesperrten Marcel Gaus. Vielleicht lag es an den Änderungen oder an der Nervosität, aber die Anfangsphase gehörte den Gästen aus Nürnberg. Während die Roten Teufel öfter mal auf dem bewässerten Rasen ausrutschten, gaben die Fans ihrem Team den nötigen Halt. Lautstark trieben sie die "Männer in Rot" Stück für Stück weg vom eigenen Tor in Richtung Ostkurve. Schnell hielt es auch die Südtribüne nicht mehr auf den Sitzen und sie brüllte, klatschte ihren FCK ebenfalls in Richtung gegnerisches Tor.

Ausgerechnet Daniel Halfar erzielt das erlösende 1:0 für den FCK

Und in der 20. Minute war es dann tatsächlich soweit: Daniel Halfar trat die zweite Ecke für den FCK – direkt ins Tor! Grenzenloser Jubel im Fritz-Walter-Stadion, bei den Spielern, auf der Ersatzbank, im Westen, Süden, Norden und Osten! Kurz vor Schluss der erste Saisontreffer von Kapitän Halfar, der sich so durch diese Saison quälte, oft mit Schmerzen und Tabletten spielte. Und was für ein wichtiges Tor. FCN-Torhüter Thorsten Kirschbaum sah, ebenso wie die abwehrenden Franken, dabei nicht gut aus. Richtig toll sah dagegen die Südtribüne aus. Ein kleiner Fingerzeig, was möglich ist, wenn auch dort die Reihen geschlossen sind.

Kollektive Erleichterung im Fritz-Walter-Stadion, wo nach der Führung die ohnehin schon lauten Gesänge noch etwas wilder wurden. Bis zur Halbzeit gab es keinen Schongang. Ein weiteres Erfolgserlebnis blieb allerdings aus. In der Pause wurden die Fans auch bezüglich der Zwischenergebnisse auf den anderen Plätzen auf den neuesten Stand gebracht. Angesichts der FCK-Führung war zwar sowieso allen klar, dass der Klassenerhalt zum Greifen nahe war. Doch die Führung von Stuttgart gegen Würzburg, Unentschieden bei Bielefeld und 1860, sowie der Rückstand der Badenser war dann doch mehrfach Applaus wert.

Mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit gab es einen Wechselgesang der Heim- und Gästefans in Richtung DFB. Gemeinsam zeigte man sich solidarisch mit dem Protestgründen von Dynamo Dresden, auf deren Kosten sich gerade Verband, Presse und Politik profilieren möchte. Getrennt in den Farben, vereint in der Sache hieß es in beiden Kurven: "Krieg dem DFB". Die hippieske Atmosphäre wurde dann mit einem derben "Nürnberger Arschlöcher" aufgelöst. Schließlich galt es auch in den zweiten 45 Minuten klarzumachen, dass es für die Franken auf dem Betze nichts zu holen gibt.

Westkurve zwischen Wut und Applaus – Halfar junior rettet die Situation

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, behielt der FCK auch die Kontrolle über das Spiel, konnte die Überlegenheit aber nicht in eine durchaus verdiente höhere Führung ummünzen. So plätscherten Spiel und Stimmung etwas dahin, während der Fokus zahlreicher Fans sich wieder Richtung eigener Belange richtete. Kurz vor Schluss wurde das letzte Banner "Eine Fangemeinschaft mit Leidenschaft - Eine Mannschaft ohne Charakter" in Richtung Westkurve gezeigt und anschließend mit dem Abpfiff in Richtung Mannschaft gedreht. Zahlreiche Bengalos, Rauchtöpfe und Raketen ließen ungezählte Smartphones in die Höhe schnellen, es gab auch Pfiffe und Applaus, während sich die Mannschaft hinter einem in die Hand gedrückten Banner im Stadion für die vergangene Unterstützung bedankte. Eine etwas groteske Gesamtsituation irgendwo zwischen Gut und Böse. Soll man sich über diesen Klassenerhalt wirklich freuen? Aber andererseits: Ob es nächste Saison wirklich besser wird?

Viele Fans machten sich da schon auf den Heimweg. Der Saisonverlauf hat auf allen Seiten wieder mal unerfreuliche Spuren hinterlassen und Kraft gekostet, die nun in der Sommerpause mühsam wieder neu geschöpft werden muss. Doch das scheint den Nachwuchs nicht zu kümmern. All der Stress war wie verflogen, als der Sohnemann von Kapitän Halfar mit der Westkurve mehrfach die Welle machte. Für einen Platz in der Startelf mag es noch zu früh sein. Platz in der Westkurve ist für ihn allemal.

 
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