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16. Spieltag FCK 0 - 0 FC Erzgebirge Aue Spielbericht
Ein verschwendeter Nachmittag

Ein verschwendeter Nachmittag

 

11.12.2016 - 13:30 Uhr

Ist das Glas halbleer oder halbvoll? Für DBB-Autor Dominic Bold lautet die Erkenntnis nach der dritten Lautrer Nullnummer in Folge: Das Glas hat ein Loch.

Wir kennen das mit dem Glas, das je nach Blickwinkel halbvoll oder halbleer ist. Bis Samstag, 13:00 Uhr, gab es zur Beschreibung der Lage beim 1. FC Kaiserslautern nach zuletzt drei Unentschieden für beide Perspektiven gute Argumente. Um 14:50 Uhr, nach der trostlosen Nullnummer gegen Erzgebirge Aue, ist das Glas nicht halbleer, nein, es hat ein Loch. Und wenn dieses Loch nicht schnell gestopft wird, wird der scheinbar komfortable Abstand zur Abstiegszone schmelzen.

Die Veränderungen in der „Serienelf“ waren nach den drei Unentschieden keine Überraschung mehr. Theoretisch versprachen der Einsatz von Jacques Zoua für Lukas Görtler (Oberschenkelverletzung) und Daniel Halfar für Naser Aliji mehr Offensive und wenn es einen Gegner gab, gegen den der krankheitsbedingte Ausfall von Ewerton defensiv zu verkraften war, dann doch hoffentlich Aue.

Arbeitslose Torhüter

Die letzte Hypothese war dann auch die einzige, die bestätigt wurde, wobei ein Distanzschuss von Clemens Fandrich (12.) der einzige klare Torabschluss war, den ein Torhüter an diesem Nachmittag zu parieren hatte, was Julian Pollersbeck vor keine ernstzunehmenden Probleme stellte.

Der Tätigkeitsbericht seines Gegenübers Daniel Haas umfasst abgesehen von Abschlägen immerhin die Abwehr einer Kopfball-Bogenlampe von Robin Koch zur Ecke (23.). Ansonsten brachten die Lautrer in 90 Minuten keinen einzigen Ball aufs gegnerische Tor. Wer möchte, darf einen Ball, der Jacques Zoua an den Kopf flog (Halbzeit 1) und einen Schuss von Osayamen Osawe zu Beginn der zweiten Halbzeit als „Chancen“ verbuchen. Das Gesamturteil über die Offensivleistung des FCK an diesem Nachmittag, inklusive der Standards, ist so oder so einhellig: 6 minus.

Lustige Hüte und ein falscher Platzverweis

Wenn es überhaupt etwas Erwähnenswertes gab, dann lag dies größtenteils im nicht-sportlichen Bereich: Das „You'll never walk alone“ vor Anpfiff in der Westkurve wirkte diesmal trotz geringer Zuschauerzahl (21.463) besonders prächtig. Im sonnigen Gästeblock sorgten die 400 mitgereisten Wismut-Fans mit ihrer Mottofahrt „Lustige Hüte“ zumindest für ein paar Schmunzler. Und den „Höhepunkt“ des Tages hatte gar Schiedsrichter Benjamin Brand auf seiner Seite, der Aues Cebio Soukou mit Gelb-Rot vom Platz schickte (43.), diese Entscheidung aber umgehend wieder zurückziehen musste – denn der Spieler hatte noch gar nicht Gelb gesehen.

Ansonsten war das letzte Heimspiel des Jahres 2016 von purer Langeweile geprägt. Das Argument, es nicht besser zu können, hat die FCK-Mannschaft bereits vor wenigen Wochen widerlegt. Und die Ausrede, gegen eine zehnköpfige Abwehr anlaufen zu müssen, ist eben nur eine Ausrede, wenn die zur Verfügung stehende Breite des Platzes nicht ansatzweise genutzt wird, wenn der Ball in einem Tempo läuft, das kaum einen Oberligisten in Bedrängnis bringen würde und wenn sich jeder rote Mittelfeldspieler hinter seinem Gegner versteckt, sobald er Gefahr läuft, angespielt zu werden. Die vermeintlichen Häuptlinge Christoph Moritz, Zoltan Stieber und Daniel Halfar kniffen und nur weil die „Indianer“ Phillipp Mwene, Robin Koch oder Julian Pollersbeck ihren Job zuverlässig erledigten, bleibt wenigstens ein Punkt hängen – ansonsten nur Frust.

Mutlos im Niemandsland

Dem FCK fehlte gegen Aue alles, um wie versprochen „Vollgas“ zu geben: die Laufbereitschaft, der Mut, der Glaube an die eigene Stärke. Die Körpersprache dieser Elf verriet eine Unsicherheit, die man sich nach sechs Spielen ohne Niederlage, im Niemandsland der Tabelle, eigentlich nicht erklären kann. Und aus Sicht des FCK: nicht leisten kann.

Wieso auf den vielversprechenden Zwischenspurt der jähe Rückfall in überwunden geglaubte Muster folgte, ist rätselhaft. Klar ist nur: auf diese Weise macht sich der FCK denkbar unattraktiv für alle Zielgruppen, auf die er zum Überleben angewiesen ist: Fans, Sponsoren und Spieler. Um sie zu behalten oder neu zu gewinnen, muss ich als mittelmäßiger Zweitligist wenigstens das Versprechen auf eine bessere Zukunft geben. Stattdessen steht seit gestern wieder vieles in Frage. Selbst ein Sieg zum Jahresabschluss in Nürnberg würde die Stimmung rund um den „Betze“ kaum heben. Denn wenn es in dieser Saison ein übergeordnetes Ziel gibt, dann lautet dies, den Besuch eines Heimspiels wieder zu einem lohnenden Erlebnis zu machen. Gestern war es ein verschwendeter Nachmittag.

 
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