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6. Spieltag FCK 3 - 0 Dynamo Dresden Spielbericht
Endlich der erste Sieg: Ding, Dang, Dong

Endlich der erste Sieg: Ding, Dang, Dong

 

22.09.2016 - 13:30 Uhr

Endlich der erste Saisonsieg, endlich die ersten Tore am Betze: Der 1. FC Kaiserslautern schlägt Dynamo Dresden mit 3:0. Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein Familienspaß für alle von sechs bis 96 – wie sich auch nach dem Abpfiff herausstellte.

 

Thomas Gries, der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, hatte seinen 96-jährigen Vater als Glücksbringer mit ins Fritz-Walter-Stadion gebracht. Und dieser schäkerte nach dem erfolgreichen Heimspiel in bestem Lautrer Dialekt mit Tayfun Korkut. „Lassen Sie uns doch mal einen Wein trinken“, bot der FCK-Coach dem Senior an. - Gries: „Nein! Kein Alkohol und keine Frauen.“ - Korkut: „Ach, deswegen sind sie so alt geworden, weil sie sich nicht von den Frauen ärgern lassen.“ Leichter Protest der nebenan stehenden Vorstandssekretärinnen, Gelächter von allen anderen im kleinen Pulk.

Diese Episode aus den Stadionkatakomben verdeutlicht die Erleichterung, die nach dem ersten Saisonsieg des FCK auch auf und neben dem Spielfeld zu spüren war. „Endlich“, lautete das Wort des Tages. „Endlich haben wir es geschafft.“

Der Druck war groß nach fünf Spielen ohne Sieg, nach dem Aus im Pokal, nach nicht enden wollenden Hiobsbotschaften um verletzte Neuzugänge. Nur noch offiziell 19.606 Eintrittskarten waren verkauft worden. Tatsächlich kamen knapp 15.000 Zuschauer ins Fritz-Walter-Stadion, darunter knapp 1.500 Fans von Dynamo Dresden, die am Anfang auch noch die stimmliche Oberhand hatten. Die sportliche Krise und die inakzeptable Anstoßzeit – Mittwoch um 17:30 Uhr – erstickten erstmal jegliche Betze-Atmosphäre schon im Keim.

Korkut zeigt sich taktisch flexibel

Nach dem Katastrophenkick in Sandhausen und der Leistungssteigerung gegen Stuttgart zeigte sich FCK-Coach Korkut erneut taktisch flexibel und nahm Änderungen an System und Personal vor: Ein „flaches 4-4-2“ mit zwei Angreifern als Grundformation, bei eigenem Ballbesitz situativ mit Raute im Mittelfeld gespielt, sollte gegen Dresden zum Erfolg führen. Osayamen Osawe blieb dabei überraschenderweise zunächst auf der Bank, Lukas Görtler und der endlich fitte Jacques Zoua bildeten die Sturmspitze.

Und die Roten Teufel legten – von kleinen Schrecksekunden abgesehen – gleich los wie die Feuerwehr. Nach einer Viertelstunde war es Jacques Zoua, der den schon zu diesem frühen Zeitpunkt überfälligen Führungstreffer erzielte (16.). „Da hätten wir schon 3:0 hinten liegen können“, musste auch Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus anschließend zugeben. Doch die Lautrer setzten nicht nur nach vorne die Hühnerhaufen-Abwehr der Dresdner unter Druck, sondern zeigten auch in allen anderen wichtigen Spielsituationen Präsenz. Beispiel Tim Heubach: Zunächst verhinderte er artistisch auf der Linie den Ausgleichstreffer der Dresdner, kurz darauf ging er in den Infight mit SGD-Angreifer Stefan Kutschke. Zahlreiche Mitspieler sprangen dem Verteidiger sofort zur Seite, der Schiedsrichter hatte die Situation jedoch nicht gesehen.

Bestnoten für Zoua, Ring, Görtler und Pollersbeck

Nach der Halbzeitpause ging es dann ganz schnell: Der eingewechselte Osayamen Osawe (51.) und erneut Jacques Zoua (56.) sorgten für die frühzeitige Entscheidung zugunsten der Roten Teufel. Endlich! Wann hat man sich zuletzt so sehr über einen Heimsieg gegen einen Aufsteiger gefreut? Die Anspannung fiel bei den Spielern ebenso ab wie bei den Fans in der Westkurve, die nun wieder die stimmliche Hoheit im eigenen Stadion übernommen hatten. Vom Dresdner Anhang war kaum noch etwas zu hören. Und hätte der eingewechselte Sebastian Jacob noch seine beiden Großchancen genutzt (einmal Pfosten), hätten die gut gelaunten FCK-Fans wahrscheinlich noch im Kanon „Bruder Jacob / Frère Jacques“ in Anlehnung an die Namen der Torschützen angestimmt. Aber rein von der Trefferanzahl passte es ja auch so: Ding, Dang, Dong! Und Dresden war mit 3:0 geschlagen.

Bestnoten beim FCK verdienten sich neben Doppeltorschütze Jacques Zoua auch Alexander Ring und Lukas Görtler als starke Passgeber sowie Julian Pollersbeck als sicherer Rückhalt. Der Schlussmann wahrte im weißen Trikot die weiße Weste und sorgte mit einer Glanzparade in der Schlussphase nochmals für Begeisterung auf den Rängen. Für Tayfun Korkut und Gerry Ehrmann deutet sich nun eine schwierige Entscheidung an, wenn am nächsten Spieltag die bisherige Nummer Eins André Weis nach seiner Rot-Sperre wieder spielberechtigt ist.

Wenige Zuschauer, gute Stimmung, keine Randale

Rund um das Stadion blieb es an diesem späten Mittwochnachmittag ruhig. Nach den Ausschreitungen vor drei Jahren wurde die Partie zwar erwartungsgemäß als Risikospiel eingestuft, unter anderem ein Wasserwerfer und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz, aber ebenso erwartungsgemäß passierte diesmal nichts: Hier ein brennender FCK-Schal, dort ein bisschen „Scheiß Dü-na-mo“ - insgesamt nicht der Rede wert. Zur Deeskalation im Stadion beigetragen hatten auch die Kioskbetreiber im Gästebereich, die die Fans komplett mit gelben Dynamo-Fanshirts bedienten.

Bedient in anderem Wortsinne war derweil Dynamo-Coach Uwe Neuhaus, der seine bislang starke Aufstiegstruppe nicht wieder erkannte: „Hinten hatten wir Tag der offenen Tür. Ich hoffe, dass es nicht Auswirkungen unserer ersten Saisonniederlage gegen Aue (0:3 am Sonntag; Anm. d. Red.) waren, dass wir völlig ohne Selbstvertrauen gespielt haben.“ Bei Tayfun Korkut war hingegen, ebenso wie bei allen anderen Stadionbesuchern und Vereinsverantwortlichen, die Erleichterung förmlich greifbar: „Ja, endlich. Endlich. Wir haben wie in allen anderen Heimspielen gut angefangen, mutig nach vorne gespielt – und diesmal ist die Mannschaft auch hartnäckig geblieben. Das war für uns ganz wichtig und wird uns einen Schub geben.“

Seinen neuen Glücksbringer hatte der Coach zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kennengelernt, was aber wenige Minuten später folgte. „Sie müssen nun zu jedem Heimspiel kommen“, wünschte sich Korkut vom 96-jährigen Gries senior. Mindestens bis er hundert Jahre alt ist.

 
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